RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Mondfinsternis 🔭

Ich hatte mir den Wecker etwas früher gestellt, so dass ich am Montag — bequem vom Schlafzimmerfenster aus — den Mond schon nur geringfügig vom Erdschatten verdunkelt betrachten konnte.

Bis zur fast völligen Verdunklung dann meine allmorgendliche Plogging-Runde durch den Hochspannungpark, vermutlich das einzige Total-Mondfinsternis-Plogging meines Lebens — aufregend.

Die Totalverdunklung hatte ich von einer abendlichen Mondfinsternis in der Kastanienallee visuell aufregender in Erinnerung, ich konnte nicht allzu viel sehen. Vielleicht hätte ich doch das alte Tchiboskop (eigentlich: ca. 50 Jahre altes Quelle Spiegelteleskop) aufbauen sollen?

Ein paar Photos, eher dokumentarisch denn ästhetisch:

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Astroherbst

Gestern Abend war ich beim Astroherbst-Vortrag „NewSpace“ im Haus der Wissenschaft, lernte viel dazu. Ein wesentlicher Teil des Vortrags beschäftigte sich mit dem Programm von SpaceX. Und im Anschluss sahen wir bei einem Glas Wein dort noch eine etwas andere Version dieses Videos:

Start der Falcon9 der Mission SS0-A, mit der 64 Satelliten auf einmal in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht werden. Wir waren alle begeistert über diese ungeheure technische Leistung, insbesondere der Landung der wiederverwendbaren Raketenstufe auf einem Schiff. Mich faszinierte besonders ein Detail bei der Geschwindigkeitsanzeige: Die erste Stufe wird durch den Treibstoffverbrauch jede Sekunde 9 Tonnen leichter, und man sieht deutlich, wie die 10-km/h-Stelle der Geschwindigkeitsanzeige immer schneller wird; auch ein wenig durch den immer geringer werdenden Luftwiderstand, aber hauptsächlich, weil die Rakete bei konstantem Schub immer leichter wird und deshalb die Beschleunigung zunimmt.


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Meine braunschweiger Mondfindsternis 2018 🔭

Sternkarte Heavens Above

Sternkarte Heavens Above

Meinen diversen Einladungen wollte niemand folgen, was mich aber nicht davon abhielt, gegen 21:00 Uhr meine Sachen zu packen, und gegen kurz nach halb 10 kam ich mit dem Fahrrad oben am Kammweg in der Nähe des Fernsehturms an. Im Rucksack dabei: ein kleines Spiegelteleskop, Fernglas, Digicam, 2 Flaschen Radler, 1 Sitzkissen, Kleinkram. Zu meiner Überraschung waren einige zig Gleichgesinnte schon da, die sich auch nicht von den prächtigen rosaroten Sonnenuntergangswolken im Osten hatten abhalten lassen und teilweise auch „schweres Beobachtungsgerät“ bereits in Stellung gebracht hatten. Mit gemütlich auf der Bank sitzen und Einsamkeit und MoFi genießen warʼs jedenfalls Essig 🙂

Der Mond wurde wie befürchtet von Wolken verdeckt, ich unterhielt mich den Rest des abends mit einem anderen Interessierten, teilte mit ihm brüderlich meine Radlervorräte, und mit kleinen Witzeleien trösteten wir uns gegenseitig über den fehlenden Mond hinweg. Jupiter, Venus, Saturn und einige helle Sterne vom Vorprogramm spielten einfach länger, „There’s No Business Like Show Business“.

Bis halb elf kamen allmählich noch deutlich mehr Leute, ich schätze mal, dass dann wohl 200 Leute oder mehr dort versammelt waren, und von so viel Enthusiasmus ließen sich dann auch Mond und Mars erweichen und betraten die Bühne.

Die ISS zeigte den versprochenen eindrucksvollen Überflug (mag -3,9, das ist schon was), hätte ich das Teleskop ausgepackt und auf Epsilon Cygni im Schwan ausgerichtet (genau genommen knapp links daneben, die Sterne hatten gerade 10 Minuten vor dem Überflug ausreichen Helligkeit, damit ich sie zweifelsfrei identifizieren konnte, erreicht), hätte ich eine realistische Chance gehabt, dass ich beim Vorbeihuschen der Station irgendeine Kontur erkannt hätte. Besonderheit: grob rechtwinklig zum Kurs der ISS kam gleichzeitig noch ein deutlich lichtschwächerer Satellit von rechts (Okean 1-7?), „fast auf Kollisionskurs“ irgendwo zwischen Wega (Sternbild Leier, wer hat noch damals „Invasion von der Vega“ gesehen?). Hätte der Vorfahrt gehabt 😉?

Überflugdetails einiger in Frage kommender Satelliten:

ATLAS CENTAUR R/B 4,4 22:27:11 10° NW 22:30:01 17° N 22:32:59 10° NO
Cosmos 968 Rocket 4,1 22:25:45 10° SW 22:30:55 62° WNW 22:36:05 10° NNO
Okean 1-7 3,0 22:26:56 10° N 22:31:13 68° ONO 22:35:12 11° SSO
Cosmos 2360 Rocket 4,0 22:31:02 10° OSO 22:33:24 13° O 22:35:54 10° ONO
SPOT 1/Viking Rocket 3,6 22:28:27 10° SSO 22:33:39 83° ONO 22:38:54 10° NNW
Internationale Raumstation (ISS) -3,9 22:31:50 10° W 22:35:09 83° S 22:38:27 10° O
Cosmos 1980 Rocket 2,2 22:29:46 10° SSW 22:35:25 75° OSO 22:41:08 10° NNO
Cosmos 2221 Rocket 3,9 22:31:01 10° N 22:35:32 57° ONO 22:39:29 13° SSO
SPOT 5 3,0 22:33:44 10° SSO 22:38:55 89° W 22:43:52 10° NNW
NOSS 2-1 (E) 3,5 22:35:37 10° SW 22:39:21 77° NW 22:43:53 10° NO

Ich klönte noch etwas mit meinem neuen Hobbyastronomenfreund, machte einige nichtssagende Photos, dann zog es mich wieder heimwärts.

Bei der Ankunft sah ich jemanden vor der Haustür stehen und Photos von der Mondfinsternis über dem Hochspannungspark machen. Gut, wenn einen der Mars nicht interessiert …

Ich tat es (Frau Hirsch?) dann doch noch kurz gleich, und aus dem selben Treppenhausfenster heraus erhaschte dann auch Martina noch einen kurzen Blick auf die Jahrhundert-Mondfinsternis.

Feierabendbierchen, Bett!

Mehr astronomischen Erfolg und schönere Bilder hatte Volker Nawrath.

 


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Knisternde Hochspannungsleitungs-Isolatoren

Heute Morgen auf meiner kleinen Vorfrühstücksrunde  durch den Hochspannungspark hörte ich die Isolatoren dieses Masts vernehmlich zischen/summen/knistern — Koronoaentladungen? Immer, wenn man sie braucht, hat man keine Koronakamera dabei … .

Nach meiner vagen Erinnerung ist jedenfalls seeehr lange her (40 Jahre?), dass ich im Ausland (Frankreich?) bei Spaziergängen im Nieselregen in Campingplatz-Nähe das ähnlich vernehmlich hörte.


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Schuhe zubinden …

… habe ich wohl mein ganzes Leben lang bisher falsch gemacht, so (grannyknot) statt so. Kann natürlich Einbildung sein, aber ich glaube (nach einem 1km – Spaziergang) , die 2. Variante hält tatsächlich besser, obwohl der SPIEGEL ja behauptet, eine richtig dauerhafte Schnürung sei aus wissenschaftlicher Sicht unmöglich  😉

Ich darf gar nicht darüber nachdenken, wie viel Lebenszeit ich mit dem Wiederzubinden gelöster Schnürsenkel schon vergeudet habe …


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Supermond …

… und wir waren dabei, vom Balkon aus war der große Mond hinter den kahlen Bäumen gut zu sehen. Ist nicht so gewaltig, aber ich finde, dass man den Unterschied schon sehen kann. Von „Supermond“ spricht man, wenn der Vollmond bei größter Erdnähe (Perigäum) des Mondes auf seiner elliptischen Umlaufbahn um die Sonne eintritt, dann ist er mit ca. 356.410 km Entfernung von der Erde etwa 14 % näher als am Erd-fernsten Punkt (Apogäum) mit  406.740 km Erdabstand (Quelle: Planetenkunde, ich las auch andere Daten), und dementsprechend erscheint sein Durchmesser dann auch ca 14% größer. Die scheinbar 30% größere Scheibenfläche (1,14*1,14 = 1,30) führt auch zu einer 30% größeren scheinbaren Helligkeit  (Verweis auf den astronomischen Begriff nicht ganz korrekt, und mit entsprechender tatsächlich größeren Beleuchtungswirkung)

Ich finde (anders als im größten Teil der Literatur, dass der scheinbare Größenzuwachs im Perigäum ganz gut sichtbar ist. Er entspricht in etwa dem Größenunterschied zwischen 1-Euro-Münze und 2-Euro-Münze (Quelle: euro.raddos.de), und ich glaube, diesen Unterschied auch ohne direkten Vergleich zu sehen.

Den aktuellen Supermond als „Jahrtausendereignis“ einzustufen ist beim noch jungen Jahrtausend schon etwas reißreisch :-/
Ich hab‘ mich trotzdem über den großen Mond gefreut   🙂

Eine ganz brauchbare Beschreibung gibt es auf spektrum.de, wenngleich auch dort arg schlampig oft nur von „Größe“ ohne genauer Unterscheidung zwischen Durchmesser und Querschnittsfläche die Rede ist.