RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Kanuten unterstützen Feuerwehr bei Einsatz auf der Oker

Ungewöhnlicher Einsatz auf dem Wasser: nicht alltägliche Hilfeleistung der Paddler zweier Kanus auf der Oker zwischen der Drachenbrücke und der Badetwete im Bürgerpark Braunschweig!

Quelle und weiterlesen auf regionalbraunschweig.de: Kanuten unterstützen Feuerwehr bei Einsatz auf der Oker

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Erste Okerfahrt 2018 🛶

Beim Vatertagscamping in Schwachhausen bin ich schon ein paar schöne Touren gepaddelt, aber auf der Oker war ich dieses Jahr erstmals am Pfingstsonntag.

Eigentlich hatte ich mir eine Art Sonnenaufgangspaddeltour vorgestellt, aber mit diesem guten Vorsatz schlafe ich immer besonders gut und lange.

Mit dem Fahrrad war ich gegen kurz nach 8:00 Uhr an meiner Lieblings-Einsetzstelle an der Hohentorbrücke, gegen viertel nach 8 ging’s los, dieses Mal gegen den Uhrzeigersinn. Für Sonntags ist das noch recht früh, und es ist noch schön ruhig.

Okercabanaausstig, links hinter dem Twist unter dem Steg der Teichrallen-Unterschlupf

Ich sammelte als Tages-gute-Tat 2 Getränkedosen aus der Oker, die ich an der Okercabana kurz entsorgte. Eine Teichrallen-Mutter mit einigen winzigen Küken war wenig begeistert, fühlte sich von mir gestört.

Auf dem weiteren Weg sah ich eine gründliche Baustellen-Ausschilderung an der Drachenbrücke. Ob das so ganz mit der Binnenschifffahrtsverordnung konform geht weiß ich nicht, aber mir war der Fall klar; Photos weiter unten!

Robinie …

… mit Blüten

Ein Phänomen, dass ich nach meiner Erinnerung noch nie so wahrgenommen habe waren die „Summenden Bäume“. Viele Robinien blühen gerade prächtig an der Oker, und schon auf wenige zig Meter Entfernung hörte ich das Insekten-Summen aus den Baumkronen.Ich ließ mich in der Nähe des Café Klio eine Weile treiben und lauschte dem Summen. Dabei lag ich im Boot, was einige Kinder am Ufer zu launigen Anmerkungen veranlasste.

Kurz vorher eine etwas traurige Begegnung: ein noch sehr kleines Entenküken überquerte ganz allein die Oker umher, suchte am steinigen Ufer eine Stelle, an der es aus dem Wasser kommt. Ich hätte es ja einfangen und an einer günstigeren Stelle aussetzen können, aber was würde ihm das ohne „Familie“ helfen? Das kleine schaffte es tatsächlich aus dem Wasser, ich drücke ihm die Daumen.

Mein Twist war eine Attraktion für Kinder im Kindergartenalter, eins fragten gleich die Eltern, ob es da auch mal mitfahren dürfe, andere kriegten sich vor lauter Winken und Hallo-rufen gar nicht mehr ein 🙂

Kurz vor der Wendentorbrücke machte ich auf der lauschigen Europaletten-Bank unterhalb der Modellbauwerkstatt der TU-Braunschweig eine kurze Pause.

Etwas südlich der Magnitorbrücke, wo ich bisher gelegentlich den schräg gewachsenen Baum als Ausstieg benutzte, gibt es nun einen Anleger —  die Oker wird immer Anfänger-tauglicher. Und der System-Schnellgastronie-Verpackungsmüll, insbesonder von BURGER KING, geht mir zunehmend auf den Keks.

 

Ich erforschte am Wendenwehr noch einmal die Möglichkeiten, die lange Umtragung zu vermeiden, aber das wäre (außer man geht dreist über die Anrainergrundstücke am rechten Ufer) doch eine sehr akrobatische Übung.

Die Zufahrt aufwärts zum Petriwehr ist ein wenig schwierig geworden, der Fluss ist dort sehr flach, Wasserpflanzen behindern, und da, wo das Wasser (am linken Ufer) ausreichend tief wäre, liegt ein Baum im Wasser.

Auf dem weiteren weg begegneten mir einige Wassersportler, die andere nicht grüßen, ich versuchte vergeblich, ein eindrucksvolles Photo vom eindrucksvollen (Pappel-) Samenflug zu schießen, sah nicht mehr benutzte Wasserfahrzeuge.

caching

Geo-

Und dann sah ich noch einige Leute unter eine Brücke an merkwürdigen, aufgehängten Handgranaten(?) unter einer Brücke hantieren. Terroristen? Nein, die Sache erwies sich bei genauerer Nachforschung als harmlos.

Ich war so vertieft in die Landschaft, dass ich fast am Ausstieg vorbei gefahren wäre. Das Boot war schnell verpackt, und fast pünktlich um viertel nach 12 war ich zum Mittags-Snack auf dem Balkon wieder zu hause.

Das war schön!

 


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Urban Wildnis-Packrafting BS — Watenbüttel — BS 🛶

neudeutsch vollständig -🚏🛶🧗🛶🧗🛶🚏🚋 — Paddeltour wird dem komplexen Geschehen nicht wirklich gerecht  😉

Schöne Fahrt war das! Aber dass ich am nächsten Tag einen Muskelkater in den Beinen hatte … .

Jedenfalls empfahl mir Martina am Sonntag Abend der Landtagswahl, mich für die gute Arbeit als Wahlhelfer am folgenden Tag mit einer Schönwetter-Paddeltour (Die letzten Schönen Tage im Herbst) zu belohnen. Ich entschied mich für eine Sonnenaufgangsfahrt von Braunschweig nach Watenbüttel, 06:24 Uhr saß ich in der Buslinie 443 zur Hohetorbrücke, pumpte bei Stockefinsternis unter spektakulärem Sternhimmel den Twist auf, und so grob mit Beginn der Bürgerlichen Dämmerung schob ich den Twist ins Wasser.

Der Sonnenaufgang auf dem Wasser war dann weniger spektakulär als erhofft, wohl auch, weil man im Boot auf dem Bach recht tief sitzt und den Horizont nicht im Blick hat. Toll war es trotzdem.

Im folgenden Bildergalerie ohne Extra-Erläuterung, in der Regel folgt auf ein Hindernis-Photo ein Photo mit den Koordinaten des Hindernisses. Ich habe aber bei weitem nicht alle fotografiert, ich schätze, ich musste 15 … 20 Hindernisse meistern; drunter durch, drüber weg, mittendurch, selten seitlich vorbei — 2x mit Umtragung. Meistens musste ich mit dem Boot über den Baum (gar durch die Baumkrone) kraxeln, man kommt meistens nicht ohne weiteres aus dem Bach. Das Ufer ist steil und glitschig oder bröckelig, oben warten mannshohe Brennnesseln und/oder Dornenbüsche auf einen … .

Chronologische Ansicht der Galerie im Betrachter: nach rechts klicken:

Für Otto Durchschnittserbauungspaddler ist das jedenfalls nichts, ich hatte eine Strecke von ca. 100m, auf der ein baum nach dem anderen direkt hintereinander in der Oker lag. Der Abschnitt zwischen Ölper und Watenbüttel ist seit Sturm Xavier eher unpassierbar. Aber mit dem Twist war es auch ein toller Spaß.

Nach der Fahrt Boot wieder verpackt, zum Bus gegangen, 5 Minuten gewartet, und ab ging’s per ÖPNV heimwärts.

Ich habe richtig lust, dieses Jahr noch einmal (mindestens) zu Paddeln — dann aber vielleicht doch eine weniger anstrengende Tour. Wird ja auch schon früh Dunkel 🙂

 


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Urban Packrafting BS — Schladen — BS 🛶

neudeutsch vollständig 🚋🚆🛶🚋🚏 — Paddeltour wird dem komplexen Geschehen nicht wirklich gerecht  😉

Ich hatte zunächst einige Bedenken, weil der Ohrumer Pegel doch deutlich höher stand als bei meinem letzten derartigen Hochwasser-„Ritt“ 2014:

Heute Morgen siegte dann aber mein genetisch angelegter rheinischer Optimismus („Et hätt noch immer jot jejange“) über die Bedenken, und um kurz nach halb acht saß ich in der Straßenbahn, 20 nach 8 Weiterfahrt mit der Bahn nach Schladen.

Unterwegs einige überschwemmte Flächen, sah aus dem Zugfenster nicht allzu dramatisch aus. Kein Halt in Börßum, Bahnsteig war vom Hochwasser beschädigt.

Vom Bahnhof Schladen sind es dann nur wenige Minuten Fußweg zur Einsetzstelle.

Der Twist war in wenigen Minuten aufgepumpt, ich verpackte die meiste Wäsche wasserdicht, behielt für die Fahrt in Erwartung des ersten Sohlabfalls bald hinter der Börßumer Hauptgenossenschaft nur Badehose + T-Shirt an.

Wenige Minuten später war der Twist im Wasser und ich saß drin, Fahrt diente auch dem Test meiner Bootsschuhe.

Die Strömung der schmalen Oker am Einstieg ist achtungseinflößend, lt. GPS 8 km/h.  Ich brauchte erst ein Weilchen, bis ich wieder zielgenau zwischen den Hindernissen durchtänzeln konnte.

Ich habe wohl fast 10 Eisvögel unterwegs gesehen, schon 1/4 Stunde nach der Abfahrt flogen 3 gleichzeitig auf, 2 Sekunden später ein vierter. Dann noch mehrere Sichtungen.

‚raus mit dem Wasser

Der erste Sohlabfall bei Börßm war gewohnt gewaltig, ich fuhr zwar sicher und schnur-geradeaus druch, aber da sind Wellen mit Spitze-Spitze grob geschätzt 1m; mit einem nur zweieinhalb Meter langen offenen Boot … . Ich bekam wieder einen Eimer Wasser in den Twist, den ich kurz hinter dem Sohlabfall wieder in die Oker kippte.

Die beiden folgenden Sohleabfälle sind harmloser, der 3. allerdings auch mit sehr hohen Wellen — dort bekam ich aber nur einen Zahnputzbecher voll Wasser ins Boot, das war schnell mit dem Viskoseschwamm wieder hinausbefördert.

Extraschlenker

Lebensgefahr!!!

Bei Ohrum verpasste ich doch glatt die Abzweigung. Hatte zwar den Verdacht, dass an der Stelle, wo heute das Wasser auch ungeplant am linken Ufer abfloss, der Einstieg in die Umtragung war, aber erst das Lebensgefahr-Schild etwas später brachte Klarheit. Mit etwas Anstrengung schaffte ich es zurück zum Ausstieg.

Insgesamt hatte ich auf der Fahrt viel weniger Strömungs-Unterstützung als wg. des hohen Ohrumer Pegelstands erwartet — dazu noch zeitweise heftiger Gegenwind … . Für „Im Vorbeifahren Süßkirschen von den Bäumen am Ufer pflücken“ warʼs aber doch zu schnell. Lästig waren die vielen Pferdebremsen, nur bei zügiger Fahrt hielten sich ihre Angriffe in Grenzen. Ich hatte befürchtet, auch Streckenabschnitte zu erleben, wo der Fluss durch einen großen Überschwemmungssee fließt, das war aber glücklicher Weise nirgends der Fall. Ich bin nicht einmal sicher, ob der als „Überschwemmung“ fotografierte See nicht einfach dieser kleine See war. Die weitere Fahrt war insgesamt problemlos, für Abzweig und Ausstieg hatte ich Wegpunkte auf dem Tracker gespeichert, so dass es da keine Verwechselungen geben konnte.

Der Tunnel kurz vor dem Ausstieg war witzig!

Zum GPX-Track „Bootsfahrt

Zum GPX-Track „Heimfahrt

Am Ziel war ein komfortabler Ausstieg, der Twist war schnell eingepackt, am Bahnhof kam sofort der Bus Linie 420 nach BS, wm Bahnhof sofort Anschluss an die Tram Linie 5, sogar der Schienenersatzverkehr vom Donauknoten zum Queckenberg stand schon bereit, so dass ich mit reichlich Sicherheit rechtzeitig zum verabredeten Nachmittags-Kaffée mit Martina wieder zu Hause in der Lechstraße war.

Schöne Fahrt war das!

 


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Oker-Pegel

Ui, da

Die Prognose übertrifft das Hochwasser von 2007

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kommt etwas auf Braunschweig zu! Demnächst ideale Bedingungen für eine D-Zug-Fahrt im Twist von Schladen nach Wolfenbüttel?

Ich kann mich gar nicht erinnern, wann wir das letzte mal so ergiebigen Dauerregen hatten. Selbst „unsere“ Wildkaninchen im Garten, die sonst heldenhaft Wind und Wetter trotzen, wählen nun lieber einen Unterstand, um dort auf Wetterbesserung zu warten:


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Paddeltour mit Hindernissen von Braunschweig nach Watenbüttel

Das Wetter war vielversprechend, also entschied ich mich Samstag früh spontan für eine Paddeltour. Erst dachte ich an Wolfenbüttel-Braunschweig, aber bei den niedrigen Pegelständen (überall wenige zig cm unter Normal) wusste ich nicht, ob das ab Kenosha-Brücke klappt, und zur Sèvres-Brücke muss ich vom Bus aus immer noch ein ganzes Stückchen laufen, wozu ich nach fast 10km Hundespaziergang am Vortag noch keine Lust wieder hatte. Also BS → Watenbüttel, für Direktanreise mit der Buslinie 4-4-3 (so spricht man das hier)  zur Einsetzstelle erst gegen kurz vor 09:00 Uhr.

… nahe der Einsetzstelle

Bei Aldi und Netto geklaute Einkaufswagen …

Der Twist war dort dann schnell aufgepumpt, 2 Photos von Einkaufswagen, die am Ufer lagen, gemacht (morgen informiere ich die Eigentümer), beim Einsteigen kackte mir ein Vogel im Überflug auf die Hand, ein untrügliches Vorzeichen, dass es eine ganz phantastische Fahrt wird. Und los ging es. Schon nach kurzer Fahrt erreicht man (auch bei heute „fast 0 Strömung“) die erste Umtragung am Petriwehr, wo sich ein kleines Mädchen (frühes Vorschulalter) von der Brücke aus unbedingt meine komplette Umtragung anschauen wollte, und vom Vater vorher nicht zum Weiterfahren zu bewegen war. Vielleicht das Schlüsselerlebnis für eine Hobbypadderlinnen-Karriere?

Weiter ging es, die Vegetation war nun schon viel weiter als bei meiner Braunschweig-Umrundung neulich, und die Rosskastanienminiermotte treibt schon wieder ihr schädliches Unwesen; die Seerosenblüte ist auch schon in vollem Gange. Sonst bin ich ja bei einer Beeren-Naschgelegenheit am Ufer selten abgeneigt, aber die hier waren mir zu eklig eingepackt. Keine Aufreger, einfach nur schön — die Oker begeistert mich immer wieder. Auf dem weiteren Weg zum Ölper Wehr kam ich wieder unter der neuen Ringgleisbrücke entlang. Am linken Ufer ist immer noch eine Baustelle, die Boote werden wohl nicht mehr regelmäßig benötigt 😉

Ich sah noch Falschen Jasmin, eingesponnene Weidenzweige — Gespinstmotten (womöglich die Weiden-Gespinstmotte (Yponomeuta rorrella) am Werk? Ich kann mich nicht erinnern, das schon mal so oft und eindrucksvoll (einige Bäume — immer Weiden — waren fast komplett zugesponnen) gesehen zu haben.

Die Bootsgasse am Ölper Wehr wollte ich mir erst mal anschauen — nicht dass ein Scherzkeks einen Einkaufswagen darin verkeilt hat, oder was sonst noch an Ungemach drohen könnte. Zunächst kam mir über die Entchenrampe (darüber findet man in der Fachliteratur zum Wehrbau wieder gar-nichts) eine Entenmama mit vielen Küken entgegen. Ich hatte sie schon unterhalb des Wehres auf die Rampe zuschwimmen und „aussteigen“ gesehen. Erst war ich denen unheimlich, sie drehten stante pede um, als ich mich dem oberen Ende der Bootsgasse näherte. Aber ich setzte mein treuherzigstes Gesicht auf, und die Entenmama war überzeugt, setzte den Weg fort. Die kleinen schnabulierten noch etwas Ufergras am oberen Steg, verschmähten die Entengrütze. Die Entenmutter war noch einen interessiert-fachmännischen Blick auf den Twist, dann rief sie die kleinen zur Weiterreise zusammen, und weg waren sie. Süüüüß 🙂

Inzwischen war ein Vater mit Tochter und Sohn im späten Vorschulalter (vermute ich alles mal so) aufgetaucht, während ich zusah, weiter zu kommen, der von mir bewusst gewählte leicht zu lösende Knoten hatte sich selbst gelöst. Die Kinder bekamen „Das Wehr“ erklärt und die Nachdenkaufgabe, wofür denn wohl der schnell abwärts schießende kleine Bach neben dem Wehr sein könnte. Pflichtgemäß setzte ich eine Spoiler-Warnung ab: „Gleich führe ich vor, wofür das ist“, und fuhr 2 Minuten später (nach der vielen Übung neulich) selbstsicher wie Graf Kox die Bootsgasse herunter, machte den Vater von unten noch kurz darauf aufmerksam, dass er noch gar nichts zur Entchen-Rampe gesagt hatte (hoffentlich bekommt das Petriwehr bei der Umgestaltung auch so etwas 😉)  und fuhr weiter.

Es gab nun richtig etwas Strömung (1 … 2 km/h), so dass ich erst mal flott voran kam.

Bis hier! Ich dachte natürlich gleich „Scheiß A2“, aber es war natürlich die A391, wo ich unmittelbar vor der Autobahnbrücke die erste „Vollsperrung“ erlebte. Ich erzähle ja öfters, wie ich — wenn ein in den Bach gestürzter Baum den Wasserweg blockiert — „mit dem Twist zwischen den Zähnen durch eine Baumkrone klettere“. Hier etwas weniger dramatisch: Aussteigen → Lage peilen → Boot herausziehen und wenige Meter weiter wieder einsetzen → Weiter fahren! Ich muss mal wieder etwas balancieren üben, ich war (auch Alters-bedingt) etwas ängstlich und tatsächlich unsicher, das gab sich aber schon während der Aktion weitgehend. So eine Umsetzaktion dauert normalerweise keine 5 Minuten, hier dieses Mal wegen der Photos etwas länger. Jedenfalls geht das so meistens sehr viel schneller als auf dem letzten halben Kilometer am steilen, hohen, mit Brennnesseln bewachsenen Ufer (ist bei Hindernissen meistens so) einen Ausstieg zu finden, von dem dann noch ein passierbarer Weg zu einer geeigneten Einsetzstelle möglichst dicht hinter dem Hindernis führt … . Bei der Baumstamm-Kraxelei kam mir zu zupass, dass die Waage nach dem Aufstehen zum ersten mal seit 2014 wieder nur eine 2 vor dem Komma angezeigt hatte 🙂

Die Alte Landwehr bei Veltenhof (Nr. 15 im PDF) habe ich vor lauter anderen Sehenswürdigkeiten gar nicht bemerkt.

Ärgernis Verpackungsmüll – hier für Angel-Köderwürmer.

Weiter ging es unter der Okerbrücke bei Veltenhof durch, bei der ich immer wieder staune, dass ich vor etlichen Jahren mal bei einem Hochwasser dort entlang kam, bei dem ich mit dem Junior (damals noch) nur mit Getrickse flach im Boot liegend drunter durch kam, durch schöne Flusslandschaft mit Klatschmohn, Bäumen mit und ohne Schwefelporlingen, Seegras (😉? oder hat da nur wieder jemand seine Gartenabfälle in die Oker gekippt?), und leider immer wieder auch mal an (Hauptsächlich: Verpackungs-) Müll vorbei. Im Abschnitt Veltenhof mit größter Stückzahl vertreten: Verpackungen von Angelköder-Würmern (Tauwurm aus Kanada) — viel zu viele , als dass das alles versehentlich in die Oker gewehte Verpackungen sein könnte. Was für ein hirnverbrannter Armleuchter von Angler muss man sein, um diese Verpackungen in den Fluss zu werfen? Wahrscheinlich kacken die zu Hause auch in die Küche 😠.

Irgendwo ein gutes Stück hinter Veltenhof kam dann eine Blockade, die nicht „mit dem Boot zwischen den Zähnen duchklettern“ zu meistern war: lose zusammengeschwemmte Balken, Äste, Zweige, sonstiger Krams, nichts, auf das man steigen könnte, aber viel zu fest, um einfach mit Karacho durchzufahren — schon gar nicht mit einem IK.

Das war etwas für meinen Spieltrieb! Zunächst schleppte ich an der Achterleine des Bootes einige größere Pflöcke, Balken und Äste aus der Insel, dann stieg ich direkt vor der angeschwemmten Insel am flachen rechten Ufer aus und knotete noch einen größeren Ast aus dem Gewirr. Immer, wenn ich einen weiteren Schritt im schwarzen Schlamm tat, stiegen verdächtige Bläschen aus dem Grund. Dann hatte die Insel keinen halt mehr und schwamm, sich allmählich auflösend, davon. Die Durchfahrt war wieder frei.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier ist vorbeischieben angesagt.

Ich sah zu, dass ich die Inselreste überholte, nicht dass der ganze Kladderadatsch sich vor mir an einer Engstelle zu einer neuen Sperre zusammenballt. Und tatsächlich kam schon wenige hundert Meter weiter die nächste „Vollsperrung“. Weder Drüberklettern noch Zerlegung waren aussichtsreich, also war Rechts-dran-vorbeikraxeln angesagt. Prallhang, die Oker schon direkt am Ufer viel zu tief, um drin zu stehen, das Ufer steil und glitschig … . Das war gar nicht so einfach! Aber wie schon der Filmtitel suggerierte, Rainer kam durch.

Am Ziel!

Ohne nennenswerte weitere Hindernisse erreichte ich das Ziel, den Okerdüker bei Watenbüttel. Boot etwas gereinigt und kurz trocknen lassen, eingepackt, in den Ort gegangen, 2 Minuten später kam der Bus, und heimwärts ging es. Leider hatte ich nicht daran gedacht, auch das Portemonnaie in den wasserdichten Beutel zu packen, und im Twist sitzt man öfters mal in eine Pfütze. Schon mal versucht, eine paddelnasse Fahrkarte vom Zehnerstreifen in den Entwertungsstempler zu schieben? Nach einigem Gepruckel gelang es mir dann doch. Am Donauknoten noch schnell etwas Abendessen gekauft (der Kassierer betrachtete etwas irritiert mein Boot im Einkaufswagen — 💭 „War da was im Angebot …?“ 💭

Das war eine tolle Fahrt, auch wenn ich dieses mal keinen einzigen Eisvogel sah — dafür aber 2 Rehe beim Trinken am Ufer. Kein Beweisphoto, die sind viel zu scheu, ehe ich überhaupt daran denken kann, die DigiCam einzuschalten, sind Rehe immer schon wieder im Dickicht verschwunden.


Ein paar Fakten zur Tour:

  • Fahrstrecke vom Einstieg in Braunschweig am Wilhelmitorufer bis zum Ausstieg am Okerdüker: gut 14  km. Hier der GPX-Track (geringfügig nachbearbeitet)!
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: gut (nur jeweils wenige Minuten Fußweg bis zur nächsten Bushaltestelle)
  • Umtragungen: 1 am Petriwehr
  • Bootsgassen: 1 am Ölper-Wehr
  • Sohlschwellen, Stromschnellen etc.: keine nennenswerten
  • Temporäre (unpassierbare) Hindernisse durch umgestürzte Bäume oder ähnliches: 3 zwischen A391 und Ziel
  • Schwierigkeit: Außer bei temporären Hindernissen (oder besonderen Bedingungen wie Hochwasser) gering, auch für weniger geübte Fahrer leicht zu meistern. Keine überdurchschnittliche Kondition erforderlich. Da aber immer mit unpassierbaren Hindernissen zu rechnen ist darf Ein- und Aussteigen auch bei schwierigen Bedingungen kein Problem sein.

 


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Angepaddelt istʼs 🛶

Entweder war das Wetter schlecht oder ich musste arbeiten, mal war ich von Martina zum Eselchenstreicheln nach Essehof eingeladen, mal war ich zu faul – irgendetwas stand einer ersten Paddeltour bisher immer im Weg. Dann las ich etwas über eine Auszeit auf der Wupper-Talsperre und nahm mir vor (versprach?), endlich auch den Twist wieder aus dem Winterschlaf zu holen.

Dienstag war das Wetter dann doch sehr unsicher, also Mittwoch morgen stilecht mit dem Bus Linie 443 von der Havelstraße (300m vor der Haustür) zur Haltestelle Goslarsche Straße (gut 50m vorm „Bach“).

Wie gewohnt saß ich keine viertel Stunde nach der Ankunft im Boot, und los ging es, einmal im Uhrzeigersinn auf der Oker rund um Braunschweig. Richtig aufregendes gibt es nicht zu berichten, höchstens

  • Üblicher Okerromantik-Kitsch
    • Entenmütter mit vielen winzig kleinen Küken
    • Ein Gänseclan mit schon halbstarkem Nachwuchs — wobei „Gänseclan“ ja die braunschweiger Aussprache für eine Art Gänsegeschnetzeltes ist  😉
    • Blüte bei Kastanien, Goldregen, Bärlauch, Rosen
    • ein Eichhörnchen nimmt einen Schluck Okerwasser
    • Teichhühner hüpfen am Ufer entlang.

Und was man sonst auch immer wieder zu sehen bekommt. Einfach nur toll und schön!

Nennenswerte Strömung gab es nur zwischen den Wehren, der Wasserstand war wohl 10 … 20 cm unter Normal.

Der Einstieg an der lästig hohen Wand klappte schon mal prima, ich nahm mir auf dieser Fahrt trotzdem viel Zeit, über den Winter evtl. eingerostete Fähigkeiten wieder zu trainieren: ein- und aussteigen (ʼrausrollen, aufstehen und aussteigen, nach links, nach rechts, wieder einsteigen),  durch herabhängende Baumkronen genau da entlang fahren wo ich will, ohne mich mit den Paddeln zu verhaken — wer weiß, wann manʼs mal braucht. Die Örtze lockt 🙂

Noch mal Umtragen am Petriwehr, wir sollen dort eine kombinierte Fischtreppe und Bootsgasse bekommen. Umtragung Wendenwehr sind 600 m, kein Problem mit dem leichten Twist. Aber gleich dahinter die sehr niedrige Brücke, da ist mein Bauch immer sehr im Weg … .

Unter einigen Brücken roch es unschön.

Und weiter ging es.

Ende der Tour — Ausstieg!

Bei uns gibtʼs ja praktisch ausschließlich Ringeltauben, an einer Brücke in der Innenstadt sah ich auch mal andere hocken. Stadt-, Feld-, Sonstwas-Tauben? Ich kann Nicht-Ringeltauben nur schwer auseinanderhalten.

Auf dem Anlegesteg vor dem Steigenberger Hotel rastete eine Mädchen-Truppe mit 2 Kajaks vom Bootsverleih Kurt Schumacher Straße und wollte wissen, wie weit sie es denn noch hätten auf ihrer Braunschweig-Umrundung. Ich konnte nur „noch ziemlich“ sagen und ihnen Mut für die Wendenwehr-Umtragung machen — sie hatten schon 2/9 der Strecke auf der Karte geschafft. Ich hatte sie aber bei meinem Päuschen auf der Bank vorbeifahren sehen, um die Tour richtig auszukosten(?) fuhren sie ordentlich Zick-Zack, werden am Ziel wohl deutlich mehr als 9km „auf dem Tacho“ haben.

Ich ließ etwas Wasser aus dem Boot laufen, bevor ich es verpackte (richtig trocknen lassen ist hoffnungslos), während ich packte fuhr einer der halbstündlichen 443er-Busse Richtung Heimat vorbei. Statt mit Fahrt zum Rathaus zu tricksen in der Hoffnung, dort gleich in eine 5er-StraBa nach Hause umsteigen zu können, setzte ich mich noch eine Weile an die Bushaltestelle, wartete auf die nächste 443, trank meinen Rest-Tee und sah einer Blinden-Lauflernschulung zu. Thema der Schulung: Zurechtfinden und eindeutiges Verhalten im Straßenverkehr. Gar nicht uninteressant!

Dann kam meine Direktverbindung, ab nach Hause zum Mittagssnack!

Hier zum Schluss noch der GPS-Track zur Tour“

Während ich gestern Abend anfing zu schreiben zog draußen ein recht heftiges Gewitter durch. Eines der 2 verbliebenen Kaninchenkinder mümmelt seelenruhig vor der Haustür – hat schon Schlimeres erlebt 😉

Das