RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Paddeltour mit Hindernissen von Braunschweig nach Watenbüttel

Das Wetter war vielversprechend, also entschied ich mich Samstag früh spontan für eine Paddeltour. Erst dachte ich an Wolfenbüttel-Braunschweig, aber bei den niedrigen Pegelständen (überall wenige zig cm unter Normal) wusste ich nicht, ob das ab Kenosha-Brücke klappt, und zur Sèvres-Brücke muss ich vom Bus aus immer noch ein ganzes Stückchen laufen, wozu ich nach fast 10km Hundespaziergang am Vortag noch keine Lust wieder hatte. Also BS → Watenbüttel, für Direktanreise mit der Buslinie 4-4-3 (so spricht man das hier)  zur Einsetzstelle erst gegen kurz vor 09:00 Uhr.

… nahe der Einsetzstelle

Bei Aldi und Netto geklaute Einkaufswagen …

Der Twist war dort dann schnell aufgepumpt, 2 Photos von Einkaufswagen, die am Ufer lagen, gemacht (morgen informiere ich die Eigentümer), beim Einsteigen kackte mir ein Vogel im Überflug auf die Hand, ein untrügliches Vorzeichen, dass es eine ganz phantastische Fahrt wird. Und los ging es. Schon nach kurzer Fahrt erreicht man (auch bei heute „fast 0 Strömung“) die erste Umtragung am Petriwehr, wo sich ein kleines Mädchen (frühes Vorschulalter) von der Brücke aus unbedingt meine komplette Umtragung anschauen wollte, und vom Vater vorher nicht zum Weiterfahren zu bewegen war. Vielleicht das Schlüsselerlebnis für eine Hobbypadderlinnen-Karriere?

Weiter ging es, die Vegetation war nun schon viel weiter als bei meiner Braunschweig-Umrundung neulich, und die Rosskastanienminiermotte treibt schon wieder ihr schädliches Unwesen; die Seerosenblüte ist auch schon in vollem Gange. Sonst bin ich ja bei einer Beeren-Naschgelegenheit am Ufer selten abgeneigt, aber die hier waren mir zu eklig eingepackt. Keine Aufreger, einfach nur schön — die Oker begeistert mich immer wieder. Auf dem weiteren Weg zum Ölper Wehr kam ich wieder unter der neuen Ringgleisbrücke entlang. Am linken Ufer ist immer noch eine Baustelle, die Boote werden wohl nicht mehr regelmäßig benötigt 😉

Ich sah noch Falschen Jasmin, eingesponnene Weidenzweige — Gespinstmotten (womöglich die Weiden-Gespinstmotte (Yponomeuta rorrella) am Werk? Ich kann mich nicht erinnern, das schon mal so oft und eindrucksvoll (einige Bäume — immer Weiden — waren fast komplett zugesponnen) gesehen zu haben.

Die Bootsgasse am Ölper Wehr wollte ich mir erst mal anschauen — nicht dass ein Scherzkeks einen Einkaufswagen darin verkeilt hat, oder was sonst noch an Ungemach drohen könnte. Zunächst kam mir über die Entchenrampe (darüber findet man in der Fachliteratur zum Wehrbau wieder gar-nichts) eine Entenmama mit vielen Küken entgegen. Ich hatte sie schon unterhalb des Wehres auf die Rampe zuschwimmen und „aussteigen“ gesehen. Erst war ich denen unheimlich, sie drehten stante pede um, als ich mich dem oberen Ende der Bootsgasse näherte. Aber ich setzte mein treuherzigstes Gesicht auf, und die Entenmama war überzeugt, setzte den Weg fort. Die kleinen schnabulierten noch etwas Ufergras am oberen Steg, verschmähten die Entengrütze. Die Entenmutter war noch einen interessiert-fachmännischen Blick auf den Twist, dann rief sie die kleinen zur Weiterreise zusammen, und weg waren sie. Süüüüß 🙂

Inzwischen war ein Vater mit Tochter und Sohn im späten Vorschulalter (vermute ich alles mal so) aufgetaucht, während ich zusah, weiter zu kommen, der von mir bewusst gewählte leicht zu lösende Knoten hatte sich selbst gelöst. Die Kinder bekamen „Das Wehr“ erklärt und die Nachdenkaufgabe, wofür denn wohl der schnell abwärts schießende kleine Bach neben dem Wehr sein könnte. Pflichtgemäß setzte ich eine Spoiler-Warnung ab: „Gleich führe ich vor, wofür das ist“, und fuhr 2 Minuten später (nach der vielen Übung neulich) selbstsicher wie Graf Kox die Bootsgasse herunter, machte den Vater von unten noch kurz darauf aufmerksam, dass er noch gar nichts zur Entchen-Rampe gesagt hatte (hoffentlich bekommt das Petriwehr bei der Umgestaltung auch so etwas 😉)  und fuhr weiter.

Es gab nun richtig etwas Strömung (1 … 2 km/h), so dass ich erst mal flott voran kam.

Bis hier! Ich dachte natürlich gleich „Scheiß A2“, aber es war natürlich die A391, wo ich unmittelbar vor der Autobahnbrücke die erste „Vollsperrung“ erlebte. Ich erzähle ja öfters, wie ich — wenn ein in den Bach gestürzter Baum den Wasserweg blockiert — „mit dem Twist zwischen den Zähnen durch eine Baumkrone klettere“. Hier etwas weniger dramatisch: Aussteigen → Lage peilen → Boot herausziehen und wenige Meter weiter wieder einsetzen → Weiter fahren! Ich muss mal wieder etwas balancieren üben, ich war (auch Alters-bedingt) etwas ängstlich und tatsächlich unsicher, das gab sich aber schon während der Aktion weitgehend. So eine Umsetzaktion dauert normalerweise keine 5 Minuten, hier dieses Mal wegen der Photos etwas länger. Jedenfalls geht das so meistens sehr viel schneller als auf dem letzten halben Kilometer am steilen, hohen, mit Brennnesseln bewachsenen Ufer (ist bei Hindernissen meistens so) einen Ausstieg zu finden, von dem dann noch ein passierbarer Weg zu einer geeigneten Einsetzstelle möglichst dicht hinter dem Hindernis führt … . Bei der Baumstamm-Kraxelei kam mir zu zupass, dass die Waage nach dem Aufstehen zum ersten mal seit 2014 wieder nur eine 2 vor dem Komma angezeigt hatte 🙂

Die Alte Landwehr bei Veltenhof (Nr. 15 im PDF) habe ich vor lauter anderen Sehenswürdigkeiten gar nicht bemerkt.

Ärgernis Verpackungsmüll – hier für Angel-Köderwürmer.

Weiter ging es unter der Okerbrücke bei Veltenhof durch, bei der ich immer wieder staune, dass ich vor etlichen Jahren mal bei einem Hochwasser dort entlang kam, bei dem ich mit dem Junior (damals noch) nur mit Getrickse flach im Boot liegend drunter durch kam, durch schöne Flusslandschaft mit Klatschmohn, Bäumen mit und ohne Schwefelporlingen, Seegras (😉? oder hat da nur wieder jemand seine Gartenabfälle in die Oker gekippt?), und leider immer wieder auch mal an (Hauptsächlich: Verpackungs-) Müll vorbei. Im Abschnitt Veltenhof mit größter Stückzahl vertreten: Verpackungen von Angelköder-Würmern (Tauwurm aus Kanada) — viel zu viele , als dass das alles versehentlich in die Oker gewehte Verpackungen sein könnte. Was für ein hirnverbrannter Armleuchter von Angler muss man sein, um diese Verpackungen in den Fluss zu werfen? Wahrscheinlich kacken die zu Hause auch in die Küche 😠.

Irgendwo ein gutes Stück hinter Veltenhof kam dann eine Blockade, die nicht „mit dem Boot zwischen den Zähnen duchklettern“ zu meistern war: lose zusammengeschwemmte Balken, Äste, Zweige, sonstiger Krams, nichts, auf das man steigen könnte, aber viel zu fest, um einfach mit Karacho durchzufahren — schon gar nicht mit einem IK.

Das war etwas für meinen Spieltrieb! Zunächst schleppte ich an der Achterleine des Bootes einige größere Pflöcke, Balken und Äste aus der Insel, dann stieg ich direkt vor der angeschwemmten Insel am flachen rechten Ufer aus und knotete noch einen größeren Ast aus dem Gewirr. Immer, wenn ich einen weiteren Schritt im schwarzen Schlamm tat, stiegen verdächtige Bläschen aus dem Grund. Dann hatte die Insel keinen halt mehr und schwamm, sich allmählich auflösend, davon. Die Durchfahrt war wieder frei.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Hier ist vorbeischieben angesagt.

Ich sah zu, dass ich die Inselreste überholte, nicht dass der ganze Kladderadatsch sich vor mir an einer Engstelle zu einer neuen Sperre zusammenballt. Und tatsächlich kam schon wenige hundert Meter weiter die nächste „Vollsperrung“. Weder Drüberklettern noch Zerlegung waren aussichtsreich, also war Rechts-dran-vorbeikraxeln angesagt. Prallhang, die Oker schon direkt am Ufer viel zu tief, um drin zu stehen, das Ufer steil und glitschig … . Das war gar nicht so einfach! Aber wie schon der Filmtitel suggerierte, Rainer kam durch.

Am Ziel!

Ohne nennenswerte weitere Hindernisse erreichte ich das Ziel, den Okerdüker bei Watenbüttel. Boot etwas gereinigt und kurz trocknen lassen, eingepackt, in den Ort gegangen, 2 Minuten später kam der Bus, und heimwärts ging es. Leider hatte ich nicht daran gedacht, auch das Portemonnaie in den wasserdichten Beutel zu packen, und im Twist sitzt man öfters mal in eine Pfütze. Schon mal versucht, eine paddelnasse Fahrkarte vom Zehnerstreifen in den Entwertungsstempler zu schieben? Nach einigem Gepruckel gelang es mir dann doch. Am Donauknoten noch schnell etwas Abendessen gekauft (der Kassierer betrachtete etwas irritiert mein Boot im Einkaufswagen — 💭 „War da was im Angebot …?“ 💭

Das war eine tolle Fahrt, auch wenn ich dieses mal keinen einzigen Eisvogel sah — dafür aber 2 Rehe beim Trinken am Ufer. Kein Beweisphoto, die sind viel zu scheu, ehe ich überhaupt daran denken kann, die DigiCam einzuschalten, sind Rehe immer schon wieder im Dickicht verschwunden.


Ein paar Fakten zur Tour:

  • Fahrstrecke vom Einstieg in Braunschweig am Wilhelmitorufer bis zum Ausstieg am Okerdüker: gut 14  km. Hier der GPX-Track (geringfügig nachbearbeitet)!
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: gut (nur jeweils wenige Minuten Fußweg bis zur nächsten Bushaltestelle)
  • Umtragungen: 1 am Petriwehr
  • Bootsgassen: 1 am Ölper-Wehr
  • Sohlschwellen, Stromschnellen etc.: keine nennenswerten
  • Temporäre (unpassierbare) Hindernisse durch umgestürzte Bäume oder ähnliches: 3 zwischen A391 und Ziel
  • Schwierigkeit: Außer bei temporären Hindernissen (oder besonderen Bedingungen wie Hochwasser) gering, auch für weniger geübte Fahrer leicht zu meistern. Keine überdurchschnittliche Kondition erforderlich. Da aber immer mit unpassierbaren Hindernissen zu rechnen ist darf Ein- und Aussteigen auch bei schwierigen Bedingungen kein Problem sein.

 

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Ein Kommentar

Angepaddelt istʼs 🛶

Entweder war das Wetter schlecht oder ich musste arbeiten, mal war ich von Martina zum Eselchenstreicheln nach Essehof eingeladen, mal war ich zu faul – irgendetwas stand einer ersten Paddeltour bisher immer im Weg. Dann las ich etwas über eine Auszeit auf der Wupper-Talsperre und nahm mir vor (versprach?), endlich auch den Twist wieder aus dem Winterschlaf zu holen.

Dienstag war das Wetter dann doch sehr unsicher, also Mittwoch morgen stilecht mit dem Bus Linie 443 von der Havelstraße (300m vor der Haustür) zur Haltestelle Goslarsche Straße (gut 50m vorm „Bach“).

Wie gewohnt saß ich keine viertel Stunde nach der Ankunft im Boot, und los ging es, einmal im Uhrzeigersinn auf der Oker rund um Braunschweig. Richtig aufregendes gibt es nicht zu berichten, höchstens

  • Üblicher Okerromantik-Kitsch
    • Entenmütter mit vielen winzig kleinen Küken
    • Ein Gänseclan mit schon halbstarkem Nachwuchs — wobei „Gänseclan“ ja die braunschweiger Aussprache für eine Art Gänsegeschnetzeltes ist  😉
    • Blüte bei Kastanien, Goldregen, Bärlauch, Rosen
    • ein Eichhörnchen nimmt einen Schluck Okerwasser
    • Teichhühner hüpfen am Ufer entlang.

Und was man sonst auch immer wieder zu sehen bekommt. Einfach nur toll und schön!

Nennenswerte Strömung gab es nur zwischen den Wehren, der Wasserstand war wohl 10 … 20 cm unter Normal.

Der Einstieg an der lästig hohen Wand klappte schon mal prima, ich nahm mir auf dieser Fahrt trotzdem viel Zeit, über den Winter evtl. eingerostete Fähigkeiten wieder zu trainieren: ein- und aussteigen (ʼrausrollen, aufstehen und aussteigen, nach links, nach rechts, wieder einsteigen),  durch herabhängende Baumkronen genau da entlang fahren wo ich will, ohne mich mit den Paddeln zu verhaken — wer weiß, wann manʼs mal braucht. Die Örtze lockt 🙂

Noch mal Umtragen am Petriwehr, wir sollen dort eine kombinierte Fischtreppe und Bootsgasse bekommen. Umtragung Wendenwehr sind 600 m, kein Problem mit dem leichten Twist. Aber gleich dahinter die sehr niedrige Brücke, da ist mein Bauch immer sehr im Weg … .

Unter einigen Brücken roch es unschön.

Und weiter ging es.

Ende der Tour — Ausstieg!

Bei uns gibtʼs ja praktisch ausschließlich Ringeltauben, an einer Brücke in der Innenstadt sah ich auch mal andere hocken. Stadt-, Feld-, Sonstwas-Tauben? Ich kann Nicht-Ringeltauben nur schwer auseinanderhalten.

Auf dem Anlegesteg vor dem Steigenberger Hotel rastete eine Mädchen-Truppe mit 2 Kajaks vom Bootsverleih Kurt Schumacher Straße und wollte wissen, wie weit sie es denn noch hätten auf ihrer Braunschweig-Umrundung. Ich konnte nur „noch ziemlich“ sagen und ihnen Mut für die Wendenwehr-Umtragung machen — sie hatten schon 2/9 der Strecke auf der Karte geschafft. Ich hatte sie aber bei meinem Päuschen auf der Bank vorbeifahren sehen, um die Tour richtig auszukosten(?) fuhren sie ordentlich Zick-Zack, werden am Ziel wohl deutlich mehr als 9km „auf dem Tacho“ haben.

Ich ließ etwas Wasser aus dem Boot laufen, bevor ich es verpackte (richtig trocknen lassen ist hoffnungslos), während ich packte fuhr einer der halbstündlichen 443er-Busse Richtung Heimat vorbei. Statt mit Fahrt zum Rathaus zu tricksen in der Hoffnung, dort gleich in eine 5er-StraBa nach Hause umsteigen zu können, setzte ich mich noch eine Weile an die Bushaltestelle, wartete auf die nächste 443, trank meinen Rest-Tee und sah einer Blinden-Lauflernschulung zu. Thema der Schulung: Zurechtfinden und eindeutiges Verhalten im Straßenverkehr. Gar nicht uninteressant!

Dann kam meine Direktverbindung, ab nach Hause zum Mittagssnack!

Hier zum Schluss noch der GPS-Track zur Tour“

Während ich gestern Abend anfing zu schreiben zog draußen ein recht heftiges Gewitter durch. Eines der 2 verbliebenen Kaninchenkinder mümmelt seelenruhig vor der Haustür – hat schon Schlimeres erlebt 😉

Das


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Herbstfahrt auf der Oker von Braunschweig nach Watenbüttel

Eigentlich ist’s ja erst Spätsommer 😉

Hier ein paar Worte zu meiner Fahrt am 15.10.16 auf der Oker.

Morgens sah es noch neblig mit ungewissem Ausgang aus, und der Sonntags-Morgens-Innere-Schweinehund … Dann klarte es aber endlich auf, und um kurz nach halb 8 ging ich mit dem Boot unter’m Arm los zur Straßenbahn Linie 3, weiter zu meinem Standard-Einstieg am Botanischen Garten. Dort sah ich erstmals bewusst einen Abfalleimer mit Pfandring, und das Säckchen mit dem Boot hätte ich fast in einen Hundhaufen fallen lassen 😦

Foam on The Water (frei nach Dep Purple)

Foam on The Water (frei nach Dep Purple)

Ging aber alles gut, wenige Minuten später saß ich im Twist und es ging los in Richtung Mittellandkanal. Es war besonders die erste Stunde phantastisch im rötlichen Licht der noch recht tief stehenden Sonne. Hinter dem Wehr am Ölper See.

Hinter dem Wehr am Ölper See mächtige Schaumkronen, die auch weiter Flussabwärts treiben — ob das mit der häufigen Überdüngung von Niedersachsens Flüssen, von der ich neulich im Fernsehen hörte und die ich bei meiner letzten Fahrt vermutete, zusammenhängt?

Wenige hundert Meter weiter Hindernis, nicht ohne weiteres durchzukommen. Ich bekam keine Lücke frei, sondern musste mich mit sanfte Gewalt durch die Dünnste Stelle des Hindernisses aus Treibholz, sonstigen Pflanzenteilen und Unrat durchmogeln. Das ist mit einem Luftkajak immer so eine Sache, wer weiß, ob da nicht genau da ein Brett mit Nagel nur auf mich gewartet hat.

Die nächsten Hindernisse auf der Flussfahrt durch malerische Landschaft (die Oker begeistert mich immer wieder) waren glücklicher Weise alle mit  ausreichend breiter durchfahrt, nur 1x musste ich mich noch über einen Unter-Wasser-Ast hangeln – der Twist bleibt ja immer, wenn man es schon fast geschafft hat, mit der Finne hängen 😦

Dieses mal sah ich keinen Eisvogel, dafür in der Gegend bei Veltenhof ein Reh, das aus der Oker trank – als es mich bemerkte zog es sich dann doch lieber ins Dickicht zurück.

Das war schön, ein mal fahre ich bestimmt noch.

Und nun noch etwas unangenehmes — der:

Dreck

Ich weiß auch nicht, was für Leute plötzlich in Panik gezwungen sind, irgendwo ganz plötzlich unbedingt schnell einen Einkaufswagen los werden müssen …

Die 3 Einkaufswagen lagen hier am linken Ufer kurz vor der Neustadtring-Brücke am linken Ufer, ein weiterer unter der Brücke am rechten Ufer. Und dann noch eine Einkaufswagen am linken Ufer unter der A392-Brücke.


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Oker-Paddeltour von Wolfenbüttel nach Braunschweig

Rossmanntüte

Rossmanntüte

Die Tour bin ich schon gelegentlich gefahren, aber noch nie seit unserem Umzug in die Weststadt.

Am Samstag Abend habe ich noch das Boot geflickt, Busverbindung herausgesucht, am Sonntag ging es dann gegen 09:30 viel später als eigentlich für eine Sonnenaufgangs-Paddeltour“ geplant los. Meiner neuen „Packrafting“-Leidenschaft folgend mit Straßenbahn und Bus nach Wolfenbüttel, Einstieg dieses mal nicht an der Kenosha-Brücke (bei dem derzeit geringen Wasserstand hätte ich das Boot wohl die ersten 300m hinter mir herziehen müssen), sondern an der Sèvres-Brücke  am Ostufer des Hauptarms (ein paar hundert Meter mehr zu laufen). Bei niedrigem Wasserstand geht das besch….. (jedenfalls wenn man keine nassen Füße mag) — ich schob die vordere Hälfte des Boots in das Abwasser(?)-Rohr, wo ich trockenen Fußes einsteigen konnte, und ohne sonderlich viel Bodenberührung dann in die Oker zurücksetzen konnte. Nicht schön, aber am Seitenarm wäre es noch schwieriger gewesen.

Müll + Entengrütze

Müll + Entengrütze

Schon auf dem ersten Kilometer sah ich aus relativ naher Distanz (gut 20m?) wie erhofft einen Eisvogel auffliegen, damit war dieser Programmpunkt schon mal erledigt. Wie vermutet war der Wasserstand über weite strecken ca. 20cm niedriger als normal, es reichte aber, um überall problemlos durch zu kommen. Die Landschaft war noch weniger herbstlich als bei der letzten Fahrt, aber auch schön. Die Fahrt in der Nähe von Autobahnbrücken ist und bleibt nervig, und leider sieht man jede Menge Müll (zumeist aus Plastik) auf der Oker schwimmen. Gemütlich fuhr ich nach Leiferde, wo ich an einem schon gelegentlich genutzten Steg ein Päuschen einlegte. Zu meiner Überraschung kam nach wenigen Minuten ein Stand-Up-Paddling – Paar aus Richtung Wolfenbüttel. Wir tauschten kurz woher-wohin aus, sie erkundeten für andere SUPer die Fahrt WF-BS. Einen Unterschied zum „normalen Kajaken“ sah ich sofort – ich musste bei der Durchfahrt unter der Fischerbrücke  nicht den Kopf einziehen 😉

Wenige Kilometer weiter machten die beiden Pause und ich überholte sie. Bis dahin kam mit noch ein anderes SUP-Paar entgegen, auf einem Brett fuhr ein Hund mit – kaum zu glauben! Auch andere Kajaks traf ich (aller stromaufwärts fahrend, seltsam!).

Durch die Bootsgasse am Wehr bei Rüningen führte mehr Wasser als erwartet, Durchfahrt war problemlos. Der Bootsverkehr nahm weiter zu, besondere Naturschauspiele sah ich keine, hier nahm ich die Abkürzung. Auffällig waren die Unmengen an „Entengrütze“ — kann man angeblich auch essen … . Auch sonst (unter der Wasseroberfläche) fand ich die Oker „zugewachsener“ als ich sie sonst für diese Jahreszeit in Erinnerung hatte.

Am Anleger bei Schloss Richmond fand gerade ein Foto-Shooting mit prächtig gekleidetem Brautpaar statt, ob echte Hochzeit oder Fotos für Brautmodenwerbung konnte ich nicht ergründen, die Gespräche über die Oker hinweg waren auf Russisch.

Nach kurzem Beobachtungs-Halt (ohne Auszusteigen)  bei den Okerbienen inspizierte ich per Pedes die Befahrbarkeit der Bootsgasse am Eisenbüttler Wehr. Die war grenzwertig, viele der Bürsten schauten deutlich aus dem Wasser, richtig gut geht es, wenn alle von Wasser bedeckt sind. Die Kajaker-Truppe, die kurz vor mir Flussabwärts dort angekommen war, entschied sich für Umtragung und hatte die für mich nicht ohne weiteres nachvollziehbare Hypothese, mit einem Luftboot wäre das ja risikoärmer, weil nichts kaputt geht, wenn man damit gegen einen Felsen kracht. So weit richtig, aber Nägel, Bleche und Glasscherben auf dem Grund oder in den Bürsten verfangen … ! Ich befand die Gasse für gerade so noch befahrbar und lag richtig damit. An einer stelle musste ich im Twist etwas „hüpfen“, über die restlichen Borstenhindernesse kam ich langsam aber sicher ohne Tricks hinweg.

An der Drachenbrücke dann ein kleiner Aufreger, die Durchfahrt war wegen des Entenrennens auf der Oker per Netz vorübergehend gesperrt, wer höflich fragte wurde aber durchgelassen.

Bald darauf erreichte ich meinen Standard-Ausstieg für Heimfahrt mit der Straßenbahnlinie 5. Auf der Astgabel meines Ausstiegs-Baums saßen 2 Jugendliche im frühen Studentenalter, hörten Musik und philosophierten über gesamtgesellschaftliche Fragen. Ich schwang erst den Po auf den waagrecht liegenden Baumstamm und balancierte dann unter leicht hämischen Kommentaren etwas unsicher zum Ufer. Das Balancieren wird im Alter nicht besser, und nach dem langen Sitzen sind die Beine auch erst mal immer etwas Taub. Ging aber alles gut, und nach wenigen Minuten hatte ich das Boot verpackt und ging zur Straßenbahn, die nach 10 Minuten pünktlich kam.

Das war schön.

Und hier der GPS-Track zur Tour.


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Keine Lichtparcours-Fahrt

Etwas naiv wollten wir Freitag eine Familien-Lichtparcours-Fahrt auf einem Oker-Floß unternehmen. Auskunft bei Touristinfo: Für alle Touren noch genau 0 Plätze frei. Praktischer Weise haben die zwar einen Regenschirmverleih, aber keine Übersicht über die Buchungs-Auslastung für die Touren im Internet.

Ulrike kam trotzdem, und wir machten statt der Floß- eine 1-stündige Tretbootfahrt (länger hatte der Okercabana-Bootsverleih nicht offen). Dieser Bootsverleih dort geht mir allmählich etwas auf den Keks. Nachdem er uns im Frühling schon einen Canadier mit Loch vermietet hatte, schwappte dieses mal schon zu Anfang ½ Eimer Wasser im Boot. Zudem weigerte er sich, Martina Einstieg vom hohen Schwimmsteg zu ermöglichen (hohe Stufen abwärts ist schwierig für sie, und sie macht so etwas lieber selbst als sich von mehreren Leuten irgendwohin hieven zu lassen. Und beim Ausstieg fiel demselben Verleiher der Bootshaken aus der Hand – so viel zum „sicheren Handlauf für den Einstieg“. Und die Lenkung in dem Boot — mehr Spiel als alles andere, und bei jeder Tretkurbelumdrehung suppte ein weiterer viertel Schluck Wasser ins Boot.

Aber ansonsten war das Boot wie gemacht für uns, wir passten alle ‚rein und machten eine nette kleine Tour durch das Kunstwerk bis zum Bootsverleih an der Kurt-Schumacher-Straße und zurück.

Wolfgang misstraute wohl den Lenk-Künsten der Frauen am Steuer und kontrollierte zwischendurch gelegentlich unsere Position per Navi-App, soweit ich sehen konnte, blieb das Boot stets auf dem Wasser. Wir sahen diverse leere Flöße zu den Startpunkten der uns verwehrten Rundfahrten unterwegs, einen Kajak mit 3 pitschnassen Mädchen darin und einem schwimmend schiebenden dahinter, und manch anderes. Obwohl das Treten für 3 nichtstuende Passagiere ganz schön anstrengend ist traten Ulrike und Wolfgang auf der Rückfahrt (um rechtzeitig anzukommen?) so energisch in die Pedale, dass wir unter der Nebelbrücke geblitzt wurden – Langsamfahrgebot missachtet 😉

2016-09-02_BootsverleihoeffnungszeitenWobei mir auffällt, dass der Bootsverleih laut Internet bis 20:00 offen hatte

Anschließend gönnten wir uns noch eine Stärkung auf dem „Kultur-im Zelt-Gelände“. Das Musikprogramm aus dem Zelt kann natürlich nicht jeden Abend jedem gefallen, aber da sitzt man draußen wirklich sehr schön.


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Bicycle-Rafting?

Pack-Rafting light?

Pack-Rafting light?

Am Samstag fielen meine Paddelpläne dem Wetter zum Opfer, aber heute morgen schien die Sonne und die Wetterlage schien mir stabil genug für eine Braunschweig-Umpaddelung. Da Sonntags der ÖPNV etwas ausgedünnt ist machte ich aus der Not eine Tugend, lud das Boot aufs Fahrrad und fuhr los. Weiterlesen


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Twist Luftkajak: Ausrüstungstest

Schulter-Tragekomfort

Schulter-Tragekomfort

Ich will ja diesen Sommer noch die letzte Oker-Etappe von Volkse bis zur Mündung der Oker in die Aller fahren – lange ÖPNV-Strecken und Fußmärsche dabei, da muss man sich auf seine Ausrüstung verlassen können. Deshalb habe ich am Sonntag einen Ausrüstungstest gemacht, auch, um zu sehen, ob der um die Verschlussschnur des Bootsbeutels gewickelte Waschlappen wirklich verhindert, dass die Schnur unangenehm auf der Schulter einschneidet. Eine Fahrt nach Leiferde (Track: nur Rückfahrt) schien mir dafür gerade richtig. Weiterlesen