RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Kleine Vogelfutter-Kunde

Ich hatte mich ja schon letzten Herbst gewundert, nach welchen Kriterien Vögel die Ebereschen aussuchen, deren „Vogelbeeren“ sie vertilgen. Einige Bäume (wie der neben unserem Balkon) sind schon im frühen Spätsommer leergefressen (letztes Jahr hatten wir öfter kleine fressende  Vogelscharen drin), andere stehen noch im Winter noch mit allen Früchten da. Es gib anscheinend Varietäten mit deutlich unterschiedlichen Geschmäckern, ich hatte vor zig. Jahren sogar mal Vogelbeermarmelade, was aber nicht mit Beeren von jedem Baum funktionieren soll (im Internet fand ich öfters die Unterscheidung „herb ↔ ekelhaft bitter“); so weit mein Hörensagenwissen.

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Wacholderdrossel, Bild von pixabay, gemeinfrei

Dieses Jahr eine weitere Beobachtung, anscheinend gehen manche Vögel auch irgendwie systematisch vor und Fressen einen Baum nach dem andern leer. „Unsere“ Balkon-Eberesche hat schon seit Anfang September kaum noch Früchte, während die vor dem Balkon des Nachbarhauses noch bis vor wenigen Tagen fast alle Früchte trug. Dann kamen die Wacholderdrosseln, jeden Tag mehrere Stunden immer 5 … 15 Vögel. Mit viel Bewegung (rein in den Baum, ein paar Beeren picken, 2 Bäume weit wegfliegen, nach 1/2 Minute wieder zur Eberesche usw. usw. usw.) und Lärm futterten sie den Baum innerhalb weniger Tage praktisch leer. Andere Vogelbeer-Bäume der nächsten Umgebung verschonten sie. Mal sehen, ob ich so etwas bei dem halben Dutzend weiterer Ebereschen in der Nähe unseres Balkons noch einmal beobachte. Glücklicherweise habe ich ja anscheinend noch Zeit, da das vom Falschen Weißen Stängelbecherchen verursachte Eschensterben „nur“ Gemeine Esche und Schmalblättrige Esche betrifft, nicht aber die Eberesche (die auch zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und nicht zu den Ölbaumgewächsen (Oleaceae) gehört). Ich war schon beunruhigt … .

Grünspecht, Bild von pixabay, gemeinfrei

Grünspecht, Bild von pixabay, gemeinfrei

Und ich sah erstmals einem Grünspecht eine Weile bei der Nahrungsaufnahme zu. Anders als der bekanntere Buntspecht ernährt sich der Grünspecht von auf dem Boden lebenden Kleintieren, hauptsächlich Ameisen. Die lange Zunge habe noch nicht im Einsatz gesehen, er pickte nur zielstrebig immer wieder irgendetwas aus dem Boden. Manchmal sehe ich Grünspechte auch an Bäumen klettern, habe aber noch nie beobachtet, dass sie auf die Rinde einpicken, um an Insekten oder Larven dort zu gelangen. An einem Ahorn im Garten wird nur immer wieder die kleine Baumhöhle inspiziert.

So weit meine Naturbeobachtungen vom Balkon aus🙂

 


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Knut im Spätsommer?

Als Gelegenheits-Ikea-Werbungs-Gucker wähnte ich den St.-Knuts-Tag einige Augenblicke lang für 2016 in den September gerutscht: Als ich am   — mal wieder prall gefüllten und ½ offen stehenden  — „Gelbtonnen“-Wertstoff-Container vorbei kam, sah ich 2 Eimer Tannengrün darin liegen. Meinem aufbrausenden Temperament entsprechend dachte ich so etwas wie „Welcher Seppel hat den da nun wieder seinen Weihnachtsbaum im Werstoff-Container entsorgt, wohl zu faul, die Zweige etwas kleiner zu brechen, damit sie in die 2m weiter stehenden Biomüll-Tonnen passen😦 “

Schaute genauer hin: Plastik-Weihnachtsbaum, der darf in Braunschweig in die Gelbe Tonne.🙂


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TTIP (und CETA) — nein danke!

Ich hätte heute dabei sein sollen, aber die Termine, der innere Schweinehund, all das … .

Deshalb als kleiner Ersatz mein Statement hier.

Ich bin fasziniert von den USA, für viele Menschen dort und manches an der überwiegenden oft zu sehenden hemdsärmligen, zupackenden Tatkraft und anderes empfinde ich Sympathie. Wir sollten Freunde sein, und auch ohne unnötige Hindernisse Handel treiben. Fairer Handel ist eine Kraft, die Menschen zusammen bringen kann.

Aber

Handel und Freier Warenverkehr über Alles hat sich zu einem von „den Oberen“ nicht mehr hinterfragten Glaubensbekenntnis entwickelt, das schon lange unerträglich geworden ist. Freihandel ist nicht das Maß aller Dinge, sondern nur eines von vielen Mitteln zum Zweck, das seine Effektivität und Kompatibilität hinsichtlich Demokratie-, Umwelt und Sozialverträglichkeit (uvam.) immer wieder beweisen muss. Das aktuelle TTIP-Abkommen und auch CETA haben aber ein solch unerträgliches Übergewicht bei der Berücksichtigung von wirtschaftlichen (genauer genommen: Wirtschafter-) Interessen gegenüber Ökologie, demokratischer Selbstbestimmung, Vorsorgeprinzip, Fairness Sozialverträglichkeit und vielen anderen Prinzipien, die mir an unserer immer noch sehr fehlerhaften demokratischen Gesellschaft lieb und teuer geworden sind, dass sich eine Zustimmung zu dieser Kapitulation vor dem Lobbyismus verbietet.

Wie andere demokratische Prozesse auch müssen Vereinbarung in und Ausführung von Freihandelsabkommen (eigentlich ein veraltetes Vertragskonzept) ganz selbstverständlich die Möglichkeit haben, von ordentlichen Gerichten überprüft und korrigiert zu werden. Die derzeit geplante Paralleljustiz zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen ist inakzeptabel.

Und ohne große Umstände muss es möglich sein, so ein Abkommen auf den Müllhaufen der Geschichte zu befördern, wenn sich das Abkommen als inkompatibel mit unseren Grundwerten und Interessen erweist. Das ist bei einem solchen völkerrechtlich verbindlichen Abkommen praktisch unmöglich.

Deshalb meine Meinung:

Aufgrund der einseitigen Ausrichtung auf Wirtschaftsinteressen und der Schwierigkeit, aus diesem Vertrag wieder herauszukommen, ist TTIP eh inakzeptabel. Insbesondere ist auch zu bedenken, dass dieser Vertrag mit einer Nation abgeschlossen werden soll, in der sich ein böser, rassistischer, cholerischer  Simpel ohne jede Moral nicht nur anschicken kann, Präsident zu werden. Nein, grob die Hälfte der Bevölkerung dort findet nicht nur nichts dabei, sondert jubelt dem Mann auch noch zu. Ich höre seine Anhänger auf einem Parteikongress noch „sperrt sie ein — sperrt sie ein — …“ in Richtung der Gegenkandidatin skandieren. Ich will da nicht nur mit dem Finger auf die andere Seite zeigen, die erfolge der AFD hier bereiten mir auch Bauchschmerzen. Aber man sollte doch immer überlegen, mit wem man sich auf eine kaum wieder zu trennende vertragliche Bindung einlässt.

banner-ttip-300pxTTIP — nein danke! Dieses Vertragswerk ist irreparabel verdorben, das kann man nur wegwerfen und völlig neu verhandeln kann.

Und auch CETA benötigt noch viele grundlegende Änderungen, ehe das ein akzeptabler Vertrag wird.

Unsere gewählten Vertreter sollen endlich Fairhandelsabkommen abschließen und nicht der veralteten Idee von Freihandelsabkommen nachhängen — das Fußballspiel wird auch nicht interessanter, wenn man „endlich“ alle Regeln (die der möglichst schnellen Erzielung möglichst vieler Tore im Wege stehen) abschafft.


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Lichtparcours-Floßfahrt

160915_004__lichtparcours_bsNachdem unsere letzte Fahrt noch wegen zu kurzfristiger Anmeldung „ins Wasser gefallen ist (alles ausgebucht), hat es gestern geklappt. Es gab Karten, Fahrt fiel nicht aus, Wetter perfekt … .Ulrike kam extra aus Northeim, nach kurzem Zwischenstopp bei uns Aufbruch zum Startpunkt „Floßstation Am Botanischen Garten“. Beim Warten auf die Abfahrt habe ich wohl am GPS-Tracker gespielt, jedenfalls endet die Aufzeichnung dort.

Die Wartezeit unter gespenstisch beleuchteten Bäumen war nur kurz, dann ging es los zu unserer Fahrt ab botanischem Garten. Nichte Marie hatte noch „ihre“ Austauschschülerin aus Kasan mitgebracht, damit hatten wir die Teilnehmerin mit der weitesten Anreise in der Reisegruppe und etwas Aufmerksamkeit für den Moment. Die Familie der Flößerin stammt zwar anscheinend aus Weit Weit Weg, sie selbst ist aber waschechte Braaunschwaaigerin.

Kaum begrüßt, fuhren wir schon an der ersten Attraktion vorbei. Unsere Führerin erzählte viele interessante Details zum Lichtparcours, den einzelnen Objekten und der Braunschweigischen Stadtgeschichte. Außerdem begegneten uns beleuchtete und unbeleuchtete Boote, wir lernten etwas über die Vorfahrtsregeln auf der Oker (die üblichen gelten nicht, Vorfahrt wird bei Bedarf ausdiskutiert, es gibt viele Joker) und Probleme mit Weidenzweigen in der Schraube und mümmelten dazu unsere mitgebrachten Snacks. Die meisten Attraktionen konnten wir am besten in den Bildschirmen der zum Fotografieren hochgehaltenen Smartphones und Tablets betrachten — ob die mehr Erfolg hatten als ich? Meine Hoffnung, mit Vielfachaufnahmen + Maximalempfindlichkeit ab und an einen Zufallstreffer für ein scharfes Bild mit brauchbarer Belichtung zu bekommen erwies sich jedenfalls als Schnapsidee.

Damit Interessierte Bot No One’s Home“ von Kevin Schmidt auch aus der Nähe und von innen bewundern konnten gab es auf der Rückfahrt kurz vor dem Ziel einen Anlegestopp vor dem Kulissenhaus. Die Flößerin hatte sich offenbar etwas verschätzt, versuchte, die Paddler samt Boot am Steg mit dem Ruf „Weg da, ich muss jetzt anlegen“ und unterschwelliger Androhung von kinetischer Energie zu verscheuchen. Wolfgang sinnierte, ob wir gleich eine völlig neue Deutung des Begriffs Faltboot erleben würden … . Die Paddler beeilten sich und brachten ihr Boot rechtzeitig in Sicherheit, die Flößerin unterstrich die Ernsthaftigkeit ihrer Drohung mit einem laut krachenden Anlegemanöver, begleitet von einigen spitzen Angst-Schreien von Fahrgästinnen aus dem Bugbereich.

Ulrike, Martina und ich schauten uns noch das Häuserkunstwerk an, der Rest ging gleich in Richtung Auto. Das Haus war sehr grell bunt mit seeehhhr vielen LEDchen und etwas Hitchcock-Hintergrundmusik, so richtig sagen wollte es mir nichts.

Zurück zum Auto war es nur ein Katzensprung, Ulrike brachte uns freundlicher Weise noch nach Hause — es wird allmählich zur lieben Gewohnheit, dass wir uns von Ihr zu jeder Unternehmung karren lassen😉

Bei einem schnellen Einschlafbierchen freuten wir uns, eine der letzten möglichen Schönwetter-Lichtparcours-Fahrten noch wahrgenommen zu haben, nun ist nach derzeitiger Planung erst mal bis 2020 keine Gelegenheit mehr.

Epilog:
Die fehlerhafte Schreibweise für eines der Kunstwerke auf der Webseite Okerfahrt – Tour ab Botanischer Garten (auf allen anderen ist sie richtig) habe ich moniert.


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Mein Braunschweiger Stadtputz – Nachlese 3

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Ein richtig freundlicher Ort ist das immer noch nicht …

Und nun ist auch die Sofaleiche entfernt. Beim Wahlhelfereinsatz konnte sich eine „Kollegin“ gar nicht vorstellen, dass mein erster Versuch, über das Ideen- und Beschwerdemanagement telefonisch die Entsorgung zu veranlassen, dort gescheitert ist — also habe ich’s noch mal versucht, diesmal über das Online-Formular, versucht. Und tatsächlich, die haben das an ALBA Braunschweig GmbH weiter geleitet,  und wenige Tage später waren die Sofareste abtransportiert.

Es sieht zwar immer noch aus „wie Sau“, aber immerhin, der dickste Brocken ist weg. Sofern die Braunschweiger Verkehrs-GmbH nicht doch noch mal Interesse an der Umgebung ihres Gleichrichter- und Busfahrertoiletten-Häuschens entwickelt kann ich den restlichen Unrat ja dann beim Stadtputz 2017 wegräumen.😉