RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Mein Braunschweiger Stadtputz 2017 – Tag 1 (Samstag)

Ich spüre am Samstag im Tennisellenbogen, dass ich gestern Nachmittag vergessen hatte, meine Bandage anzulegen. Halb so schlimm!

Los gehtʼs

Nach langem ʼRumgetrödel inspizierte ich am Samstag erst mal den Inhalt der Einkaufstasche, die ich schon vor ein paar Tagen im Gebüsch aufgelesen hatte (wie ich auf einem kurzen Kontrollgang sah, war der blaue Müllsack inzwischen verschwunden, vermutlich am Vortag beim Schülerstadtputz eingesackt), bevor ich den Inhalt (ein Blumentopf und viele Altkleider, alles durchgeweicht und angeschimmelt) in einem Stadtputzmüllsack versenkte, auf „Täterhinweise“ — leider vergeblich.

Dann ging es endlich (es war schon 12:30 Uhr) zu den Verkehrsinseln, weiter Bolchenpapier sammeln. Ich hatte die Größe der Westinsel deutlich unterschätzt, war mit dieser letzten noch bei weitem nicht fertig (auch, weil mein „Greifboy“ zwischendurch kaputt ging, der Halter der Rückholfeder hatte sich gelöst, Reparatur ohne Werkzeug war schwierig), als ich gegen viertel vor 2 erst mal wieder heim fuhr. Ich kam gerade noch rechtzeitig, um meinen erst halb voll gesammelten Müllsack zu „meinen“ beiden anderen am Straßenrand zu stellen, Alba kam schon zum Abholen.

Später am Nachmittag zog ich noch mal los, „nachsitzen“, die restliche Arbeit erledigen. Ich musste nun mit 2 Säcken sammeln, den großen Stadtputzsack für „Wertstoffe“, damit ich die hinterher in unsere Gelbe Tonne werfen konnte, und einen kleinen für Glassplitter und sonstigen Unrat, den ich hinterher einfach in einen öffentlichen Abfalleimer warf. Aufgrund der Breite dieser Verkehrsinsel und des extrem dichten Buschbewuchses musste ich im mittleren Bereich eine Menge liegen lassen, da war kein Drankommen.

Keine Besonderheiten heute; na ja — ein StraBa-Fahrer vergaß beim Anblick meines Hinterkopfs vor Staunen, mich anzubimmeln 😉

Insgesamt habe ich 2½ Stadtputz-Müllsäcke Unrat aus dem Verkehrsinselarchipel am Donauknoten gefischt.

Epilog

Abends las ich in der Zeitung, dass beim Braunschweiger Stadtputz immer weniger Müll gefunden wird, manchmal finden Sammler überhaupt nichts. Das kann ich für die Weststadt zumindest für einige Bereiche nicht so ganz nachvollziehen, so sah es nach Ende des Stadtputzes immer noch am Fußweg zwischen Lechstraße und Illerstraße aus:

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Abends gönnten Martina und ich uns verschiedene Dönerteller in einem örtlichen Szene-Grill — entgegen der ursprünglichen Planung doch nicht draußen sitzend.

Und am Sonntag morgen sah es im Park an der Abzweigung zur Altmühlstraßenschule schon wieder so aus, als hätte es nie einen Stadtputz gegeben.

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Mein Braunschweiger Stadtputz 2017 – Tag 0

Prolog

Morgens sah ich vom Schreibtischfenster 3 Schüler (geschätzt: 4. Klasse) auf dem Schulweg eine leere PET-Flasche vor sich her kicken und dann liege lassen. Anschließend wahrscheinlich gemeinschaftlicher Schul-Stadtputz!

Los gehtʼs

Ich bin 1 Tag zu früh, eigentlich ist heute ja erst mal Schüler-Stadtputz, bevor morgen alle ʼran dürfen, aber das Wetter war so schön, und ich hatte mir eine Menge vorgenommen, also fing ich kurz nach 10 Uhr an, meine Sachen zu packen, und zog los. Zuerst kam meine Patenverkehrsinsel dran. Na gut, die Formalitäten sind noch nicht durch, aber ich will nicht pingelig sein. Ein paar Impressionen:

Mit der Greifzange (Modell „Greifboy Holz“), um die ich dieses Mal für meine Ausrüstung bat, geht die Arbeit wirklich sensationell viel schneller voran als letztes Jahr — auch wenn das Aufsammeln einzelner Bolchenpapiere (Storck Fresh Ice Bonbon ist immer noch der „Renner“), Ziarettenschatel-Zellophane, Snickers-Verpackungen und ähnlichen Kleinkram immer noch ganz schön zeitraubend ist.  Mittags hatte ich „meine“ Verkehrsinsel schon locker gereinigt.

Zum Mittagssnack auf dem Balkon führte Hansi einige neue Stunts vor, die Kaninchen zeigten ausdauernd Wettläufe, und eines Buntspechts Balz-Getrommel aus dem Ahorn im Garten war weithin zu hören.

Nach einer langen Mittagspause ging’s noch einmal zu den Verkehrsinseln, bis zum Abend hatte ich die meisten Inseln fertig „geputzt“. Wenn man bedenkt, dass man mit etwas Sorgfalt eine halbe Million Bolchenpapierchen in einen Stadtputz-Müllbeutel bekommt, habe ich wohl einigen Grund, etwas Stolz auf meine 1½ gefüllten Müllsäcke zu sein — auch wenn 2 demolierte Radkappen und ein Plastikblumentopf unter den „Fundsachen“ de Befüllung beschleunigt haben.

2 tote Kaninchen (eins auf dem StraBa-Gleisbett, eins halb auf dem Gehweg) hatten sich als letzte Ruhestätte die Verkehrsinsel, auf der sie im Sommer so gern im Morgengrauen zusammen saßen, wetteten, welche Autofarbe als nächstes vorbei kommt, oder einfach nur den Ampeln zusahen, gewünscht (glaube ich jedenfalls). Ich erfüllte diesen Wunsch mit einer schlichten Wurmbestattung, schön versteckt unter dem dichten Buschwerk. Anschließend Feierabend!

Nach dem Abendessen gabʼs auf dem Balkon noch das erste richtige Sommer-Abendrot im Baumloch zu sehen.


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Stadtputz – ich mach‘ mit

Verwahrlosung am Lehmanger

Schon seit vielen Jahren gibt es in Braunschweig den Stadtputz als Frühjahrs-Reinemachen, ich will dieses Jahr zum 2. Mal mitmachen. Zwar gibt es überall in der Stadt „vermüllte“ Ecken, aber in der Weststadt scheint es mir schon etwas schlimmer als in den meisten anderen Braunschweiger Stadtteilen, was natürlich auch an der hohen Bevölkerungsdichte liegen mag. Weiterlesen


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Jeden Tag eine Gute Tat – der Umwelt zuliebe.

Vorbereitetes Müllsammeltütchen …

Seit ich mich nun zum Thema schlau gelesen habe, weiß ich, dass täglich eine Gute Tat zu tun tatsächlich ein Pfadfinderversprechen ist. Aber geht das überhaupt? So viele hilflose alte Damen an Ampeln mit zu kurzer Grünphase für die breite Straße gibt es doch gar nicht, dass alle Guttäter … . Und nicht immer ist der mit einer guten Tat beschenkte begeistert, sondern fühlt sich möglicherweise veräppelt, möchte sich nicht zu irgendeiner Gegenleistung verpflichtet sehen, ist aus einem anderen Grund abgeneigt. Trotzdem ist sicherlich die beste gute Tat eine die direkt einem anderen Menschen gilt. Aber wenn man nicht allzu banales in den Gute-Taten-Katalog aufnimmt werden sich die meisten wohl schwer tun, im Soll zu bleiben.

Was tun?

Wie wäre es, einfach jeden Tag ein klein wenig Unrat aufzuheben? Ist eigentlich ganz einfach, jedenfalls für jeden, der wenigstens gelegentlich etwas frisches Obst oder Gemüse einkauft. Das wird ja meistens in ganz dünnen kleineren Plastiktüten (zum Abwiegen)  verkauft, und die werden benötigt.

Vorbereitung

  1. … im praktischen Vorratsbeutelchen für die Jackentasche

    Plastiktüten zu kleinen Knäueln zusammenlegen und mit einem Gummiring das Knäuel sichern

  2. Am besten einige von diesen vorbereiteten Tütchenknäueln in geeignetes (verschließbares) Tütchen packen und in eine Jacken- oder Manteltasche stecken

Die Tat

Einfach wenn man unterwegs eine der üblichen Zigarettenschachteln, Getränketüten oder was auch immer sieht:

  • Plastiktütchen vom Gummiring befreien und auseinander falten
  • (links herum) über die Hand stülpen — wer gleich mehrere Kleinteile aufheben möchte kann die Tüte mit dem Gummiring am Handgelenk sichern, damit sie nicht wegrutscht
  • Als „Schutzhandschuh“ über die Hand stülpen …

    Tüte so als Einmal-Schutzhandschuh benutzen und „Zielobjekt(e)“ aufheben / in der Hand sammeln

  • Tüte über die festgehaltenen aufgesammelten Gegenstände zurückstülpen — so hat man die aufgesammelten Gegenstände handlich in einem Tütchen zum Tragen verpackt
  • Tüte in den nächsten öffentlichen Abfalleimer werfen;
    • wenn gerade kein Abfalleimer in der Nähe ist knote ich die Tüte oben fest zu, so dass sie dicht ist, packe die Tüte sicherheitshalber noch in eine 2. Tüte, die ich wieder verknote, und trage die Kleinteile dann in Jackentasche oder Rucksack mit mir ˊrum, bis ich endlich an einem Abfalleimer vorbei komme. Eine mitten im Wald aufgesammelte Bierdose wird man so schnell nicht los …

Das klingt erst mal recht aufwendig, tatsächlich ist das aber nur ein Zeitaufwand von vielleicht einer Minute am Tag, das sollte doch nicht zu viel verlangt sein?

Wenn nur 1% der Menschen oberhalb des Kleinkindalters in unserer Stadt mitmachen würden wären wir in Braunschweig 2000 „Sammler“, in der Weststadt immerhin über 200.  Das würde man schon deutlich merken — denke ich.

… und Unrat aufheben.

Leider kann ich mich nicht erinnern, jemals jemandem mit gleicher „Mission“ in Braunschweig begegnet zu sein, so dass mein Einzelkämpfer-Erfolg für das Stadtbild eher gering ist. Aber was nicht ist kann ja noch werden. Ich habe mir vorgenommen, zukünftig Leute, die mich dabei ratlos anstarren oder gar ansprechen, zum Mitmachen einzuladen.

Ausbaumöglichkeiten

Gelegentlich mal eine Problemstelle besonders gründlich reinigen,  so ein Vorher-Nachher-Eindruck entschädigt einen doch für die kleine Mühe 🙂

Und wer mal richtig ʼreinhauen möchte (klar, steter Tropfen höhlt den Stein, aber gelegentlich ist doch auch mal ein Eimer Wasser nötig …) hat in Braunschweig am 24.3. und 25.3. beim Braunschweiger Stadtputz Gelegenheit dazu.

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Man könnte ja mal die Patenschaft für ein besonders belastetes Eckchen — vorzugsweise so gelegen, dass man dort regelmäßig vorbei kommt — übernehmen. Ich hatte mir beispielsweise beim letzten Stadtputz vorgenommen, eine bestimmte Verkehrsinsel am Donauknoten regelmäßig „abzugrasen“, ist aber Ende letzten Jahres doch etwas in Vergessenheit geraten. Nach einer neuen Grundreinigung beim Stadtputz werde ich den Gedanken wieder aufgreifen.

Und Leute ansprechen, die sich wundern, was man da tut — vielleicht gewinnt man ja einen Mitstreiter?

Lädierte Polstersitzbank

Lädierte Polstersitzbank

Augen offen halten und Behörden über Unrat, den man selbst nicht wegräumen kann oder darf, informieren. In Braunschweig geht das über die einheitliche Behörden-Rufnummer 115, Email, Kontaktformular (oder Schadensmeldung) des Ideen- und Beschwerdemanagements, die Piraten haben sogar eine App (für Braunschweig)  programmiert.

Fahrrad-Leiche

Ich melde mich da gelegentlich, wenn ich eine Fahrradleiche bemerke (es wird erst mal überprüft, ob das Fahrrad vielleicht gestohlen ist),  ich einen in der Oker liegenden Einkaufswagen sehe, ein verwahrlostes Sofa irgendwo in der Landschaft steht … .

Oder, wie schon oben vorgeschlagen,  gar Stadtputzer werden — am 24. und  25. März 2017 ist es wieder so weit.

Mehr (über) gute Taten:


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Stadtputz tut mal wieder Not

Von meinem Stadtputz auf meiner Paten-Verkehrsinsel ist nicht mehr viel zu sehen, wie ich gestern feststellen musste. Ohne Vorurteile schüren zu wollen, etwas weniger sorgsam als an unserem alten Wohnsitz im östlichen Ringgebiet gehen hier einige Weststadt-Anwohner schon mit der Umwelt um …

 

Allerdings ist das mit meiner „Patenschaft“ im Jahresverlauf auch eingeschlafen, ein paar Monate habe ich dort gelegentlich noch mal meine Runde gedreht und Müll dort eingesammelt, aber das letzte halbe Jahr habe ich geschlampt.

Nun lohnt es auch nicht mehr, in ein paar Wochen ist ja schon wieder Stadtputz. Ob ich wohl ein paar neue Nachbarn werben kann? Wer schon mal anderer Leute Müll aufgesammelt hat überlegt sich sicherlich doch mal, ob er einer dieser „anderen Leute“ sein möchte 😉


© Stadtputz-Logo mit freundlicher Genehmigung der Stadt Braunschweig, alle Rechte vorbehalten!


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Mein Braunschweiger Stadtputz – Nachlese 3

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Ein richtig freundlicher Ort ist das immer noch nicht …

Und nun ist auch die Sofaleiche entfernt. Beim Wahlhelfereinsatz konnte sich eine „Kollegin“ gar nicht vorstellen, dass mein erster Versuch, über das Ideen- und Beschwerdemanagement telefonisch die Entsorgung zu veranlassen, dort gescheitert ist — also habe ich’s noch mal versucht, diesmal über das Online-Formular, versucht. Und tatsächlich, die haben das an ALBA Braunschweig GmbH weiter geleitet,  und wenige Tage später waren die Sofareste abtransportiert.

Es sieht zwar immer noch aus „wie Sau“, aber immerhin, der dickste Brocken ist weg. Sofern die Braunschweiger Verkehrs-GmbH nicht doch noch mal Interesse an der Umgebung ihres Gleichrichter- und Busfahrertoiletten-Häuschens entwickelt kann ich den restlichen Unrat ja dann beim Stadtputz 2017 wegräumen. 😉

 


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Mein Braunschweiger Stadtputz – Nachlese 2

Angeschlossene Fahrradreste sind weg

Angeschlossene Fahrradreste sind weg

Was lange währt währt wird endlich gut? Die Fahrradleiche wurde nun entfernt, die Braunschweiger Verkehrs-AG wusste offenbar den richtigen Ansprechpartner.

Aber die Sofaleiche wurde gar nicht wirklich entfernt, sondern nur hinter das Häuschen zum anderen Müll verschoben, wie ich feststellen musste. Ob mir doch nichts anderes übrig bleibt, als nächstes Jahr mit Säge, großer Schere und Zange das Sofa zu zerteilen und in Müllbeutel zu verpacken?