RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Urban Packrafting BS — Schladen — BS 🛶

neudeutsch vollständig 🚋🚆🛶🚋🚏 — Paddeltour wird dem komplexen Geschehen nicht wirklich gerecht  😉

Ich hatte zunächst einige Bedenken, weil der Ohrumer Pegel doch deutlich höher stand als bei meinem letzten derartigen Hochwasser-„Ritt“ 2014:

Heute Morgen siegte dann aber mein genetisch angelegter rheinischer Optimismus („Et hätt noch immer jot jejange“) über die Bedenken, und um kurz nach halb acht saß ich in der Straßenbahn, 20 nach 8 Weiterfahrt mit der Bahn nach Schladen.

Unterwegs einige überschwemmte Flächen, sah aus dem Zugfenster nicht allzu dramatisch aus. Kein Halt in Börßum, Bahnsteig war vom Hochwasser beschädigt.

Vom Bahnhof Schladen sind es dann nur wenige Minuten Fußweg zur Einsetzstelle.

Der Twist war in wenigen Minuten aufgepumpt, ich verpackte die meiste Wäsche wasserdicht, behielt für die Fahrt in Erwartung des ersten Sohlabfalls bald hinter der Börßumer Hauptgenossenschaft nur Badehose + T-Shirt an.

Wenige Minuten später war der Twist im Wasser und ich saß drin, Fahrt diente auch dem Test meiner Bootsschuhe.

Die Strömung der schmalen Oker am Einstieg ist achtungseinflößend, lt. GPS 8 km/h.  Ich brauchte erst ein Weilchen, bis ich wieder zielgenau zwischen den Hindernissen durchtänzeln konnte.

Ich habe wohl fast 10 Eisvögel unterwegs gesehen, schon 1/4 Stunde nach der Abfahrt flogen 3 gleichzeitig auf, 2 Sekunden später ein vierter. Dann noch mehrere Sichtungen.

‚raus mit dem Wasser

Der erste Sohlabfall bei Börßm war gewohnt gewaltig, ich fuhr zwar sicher und schnur-geradeaus druch, aber da sind Wellen mit Spitze-Spitze grob geschätzt 1m; mit einem nur zweieinhalb Meter langen offenen Boot … . Ich bekam wieder einen Eimer Wasser in den Twist, den ich kurz hinter dem Sohlabfall wieder in die Oker kippte.

Die beiden folgenden Sohleabfälle sind harmloser, der 3. allerdings auch mit sehr hohen Wellen — dort bekam ich aber nur einen Zahnputzbecher voll Wasser ins Boot, das war schnell mit dem Viskoseschwamm wieder hinausbefördert.

Extraschlenker

Lebensgefahr!!!

Bei Ohrum verpasste ich doch glatt die Abzweigung. Hatte zwar den Verdacht, dass an der Stelle, wo heute das Wasser auch ungeplant am linken Ufer abfloss, der Einstieg in die Umtragung war, aber erst das Lebensgefahr-Schild etwas später brachte Klarheit. Mit etwas Anstrengung schaffte ich es zurück zum Ausstieg.

Insgesamt hatte ich auf der Fahrt viel weniger Strömungs-Unterstützung als wg. des hohen Ohrumer Pegelstands erwartet — dazu noch zeitweise heftiger Gegenwind … . Für „Im Vorbeifahren Süßkirschen von den Bäumen am Ufer pflücken“ warʼs aber doch zu schnell. Lästig waren die vielen Pferdebremsen, nur bei zügiger Fahrt hielten sich ihre Angriffe in Grenzen. Ich hatte befürchtet, auch Streckenabschnitte zu erleben, wo der Fluss durch einen großen Überschwemmungssee fließt, das war aber glücklicher Weise nirgends der Fall. Ich bin nicht einmal sicher, ob der als „Überschwemmung“ fotografierte See nicht einfach dieser kleine See war. Die weitere Fahrt war insgesamt problemlos, für Abzweig und Ausstieg hatte ich Wegpunkte auf dem Tracker gespeichert, so dass es da keine Verwechselungen geben konnte.

Der Tunnel kurz vor dem Ausstieg war witzig!

Zum GPX-Track „Bootsfahrt

Zum GPX-Track „Heimfahrt

Am Ziel war ein komfortabler Ausstieg, der Twist war schnell eingepackt, am Bahnhof kam sofort der Bus Linie 420 nach BS, wm Bahnhof sofort Anschluss an die Tram Linie 5, sogar der Schienenersatzverkehr vom Donauknoten zum Queckenberg stand schon bereit, so dass ich mit reichlich Sicherheit rechtzeitig zum verabredeten Nachmittags-Kaffée mit Martina wieder zu Hause in der Lechstraße war.

Schöne Fahrt war das!

 

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Okerfahrt von Wolfenbüttel nach Braunschweig

Naturgemäß etwas ähnlich wie diese Fahrt, und doch wegen der anderen Jahreszeit ganz anders!

Fahrt nach Wolfenbüttel natürlich zünftig mit dem Bus, auf den Wiesen waberte gegen 08:00 Uhr noch der Morgennebel. Meine Ausstiegshaltestelle habe ich verpasst, also musste ich wenige Minuten zurück zur Kenosha-Brücke zum Einstieg. Ursprünglich wollte ich an der Bushaltestelle einsteigen, das Morgentau-nasse Gras am sehr steilen Ufer mit Matsch am Einstieg war mir aber nicht geheuer, ich habe mir das gar nicht erst angesehen, sondern bin wieder über das Brückengeländer geturnt und hinter der Brücke am linken Ufer eingestiegen, nachdem ich den Twist eben aufgepumpt hatte. Die Bootsgasse unter der Brücke schien mir heute befahrbar, sieht aber mit den dicken Felsen nicht ganz einfach aus, links sollte es am besten gehen.

Pegel Groß Schwülper: Normal 260 cm a.P. / NN + 58,59 m

Pegel Groß Schwülper: Normal 260 cm a.P. / NN + 58,59 m

Gegen 08:40  war ich auf dem Wasser. Das erste Stück war dieses mal wegen des höheren Wasserstands (den Zusammenhang zwischen den Pegelmesswerten und den tatsächlichen Wasserständen im Raum Braunschweig habe ich immer noch nicht verstanden) angenehmer als beim letzten Mal, ohne Grundberührungen. Die Fahrt ging dann bei sonnig-kühl-herbstlichem Morgenwetter (9°C) unspektakulär bis zur Pause in Leiferde, wo ich ein Schnittchen vertilgte.

Von hier an stand die Sonne dann hoch genug, um angenehm zu wärmen. Die Herbstlaub-Farbenpracht war toll, ich sah zwei Kranichschwärme (einer direkt über mich hinweg, einer ca. 200m vor mir) – spektakulär!

Die Bootsgasse in Rüningen war gut befahrbar, hinterher war der Wasserstand dann sehr niedrig, das Wehr Eisenbüttler Straße musste ich wegen zu niedrigen Wasserstands umtragen – vorher hatte ich mir bei Schloss Richmond noch kurz die Beine vertreten.

Hinter dem Eisenbüttler Wehr stiegen 2 Stand-Up-Paddler ein, die dort wohl ihre Fahrt begonnen hatten, sie kamen von der Straße.

Der Bootsverleih hat die Saison bereits beendet, kein kleines Verleihboot mehr im Wasser.

Auch noch spektakulär: Mitten in Braunschweig sah ich vor mir 3x einen Eisvogel auffliegen, erste Sichtung hier; wollte mir wohl den Heimweg zeigen 😉

Gegen 13:30 war ich am Ausstieg, 13:45 Mittags-Snack mit Martina im Wohnzimmer!

Ich hatte den Twist mit zur Wohnung hoch genommen, um ihn in der Badewanne mal ordentlich abzuduschen. Auf der Wiese sieht das Boot immer so klein aus, aber für die Wanne war er mir dann doch zu groß, die Schweinerei wollte ich mir ersparen. Also habe ich auf dem Hof mit Wasser & Microfaserlappen versucht, den Schmutz der Saison abzubekommen – hoffnungslos! Der Dreck klebt auf der Teflon-Antihaftbeschichtung wie angeklebt. Eine interessierte Dame fragte mich im Vorbeigehen noch nach meinem Paddel-Erfahrungen, bevorzugten Revieren etc.

Wenn das Wetter mit spielt werde ich sicherlich noch die eine oder andere Herbst-Winter-Fahrt machen, auch wenn sich das mit den Gamaschen doch nicht recht bewährt hat, die Hosenbeine darunter waren bei Aussteigen doch wieder paddelnass.

Hier der GPS-Track zur Tour!

Und was habe ich da um den 24.10. herum für ein Hochwasserereignis verpasst?


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Braunschweig-Umrundung

Eigentlich wollte ich am „Tag der Einheit“ noch mal von Wolfenbüttel nach Braunschweig fahren, aber mein Bus hatte so viel Verspätung, dass am Bahnhof der Anschlussbus schon weg war. Also kurz umdisponiert (statt 1h auf den nächsten Feiertagsbus warten), BS-Umrundung ab Bootsverleih – Einstieg am Ufer gegenüber. Dort wollte mir eine zwielichtige Gestalt noch ganz spontan ihr Fahrrad verkaufen, was ich aber mangels Verwendung dankend ablehnte. Dann ging es einmal im Uhrzeigersinn bis nach Hause:

  • Abstecher zum Eisenbüttler Wehr zeigte eine völlig trocken gefallene Bootsgasse – oberhalb des Wehrs sehr niedriger, in BS aber fast normaler Wasserstand. Habe an der „Badeleiter“ (als Sicherheitshalt) am Ausstieg unten ausprobiert, ob ich in meinem Boot aufrecht stehen kann. Im Prinzip ja, ist aber eine extreeeem wackelige Angelegenheit.
  • Okercabana war schon abgeräumt
  • Viele Liebesschlösser an der Okerbrücke Celler Straße
  • Das herbstliche Licht mit in Restnebelschwaden im Sonnenstrahl tanzenden Insekten und alledem war phantastisch, das auch mittags noch Tau-nasse Gras aber beim Ein- und Ausstieg gefährlich rutschig

Schöne Sache, das!


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Okertour von Groß Schwülper nach Volkse

Samstag, 06.09.2014: Das Wetter schien stabil, noch keine Gewitterwolken im Anmarsch, also los, eine weitere Etappe meiner Okertour von Schladen bis zur Mündung „abreißen, heute von Schwülper nach Volkse„! Dieses mal nicht gemäß der reinen Lehre „nur OPNV“, dafür war ich zu spät dran. In Schwülper ist direkt oberhalb des Einstiegs ein großer Parkplatz, praktisch – und woher soll ich wissen, dass der Einstieg nicht zur Schule gehört (Parklpatz nur für Benutzer der Einrichtungen …“)! Gegen 09:00 war ich im Wasser, von der Kanutruppe, die auch gerade ihre Boote ans Wasser brachte, habe ich nichts mehr gesehen.

Die Fahrt war unspektakulär, aber schön. Die Oker fließt über weite Strecken fernab jeder Zivilisation, dementsprechend sah ich (mal wieder) diverse Eisvögel. Mal geht es gerade aus, mal ist die Strecke kurvig, Mal ist die Oker schmal, mal breit, mal hat man weite Sicht, am fährt man durch einen engen, verwunschenen Märchenwald, es gibt laufend Abwechslung.

Wahllos ein paar Dinge, die mit in Erinnerung blieben:

  • Obwohl der Pegelstand bei Schwülper mit 2,30m  30cm unter normal war, floss die Oker mit im Schnitt 2 km/h und unterstützte die Paddelei angenehm
  • Das mit Naturschutz begründete Verbot, in Neubrück an der Brücke auszusteigen, ist für mich nicht nachvollziehbar.
  • Der Kennzeichnungsservice am Ausstieg an der Brücke in Didderse ist vorbildlich
  • Unterwegs kam ich an einem Gebüsch vorbei, aus dem Hornissen bedrohlich summten
  • Die Stromschnelle bei Hillerse ist ausgeschildert, Umtragung nicht notwendig. Das Schild mit der Empfehlung „Flussmitte Fahren“ hängt sinniger Weise genau in der Flussmitte, ich bin rechts dran vorbei und habe mich dann ganz sacht links gehalten. Meine taktische Erkenntnis, vor solchen Abfahrten alles Gepäck hinter dem Sitz zu verstauen, hatte ich nicht umgesetzt, habe mich weit nach hinten gelehnt, so dass ich trotz der für mein kurzes Boot recht hohen Wellen ein verhängnisvolles Eintauchen des Bugs verhindern konnte. Es gab nur einen halben Zahnputzbecher Wasser von links ans Hemd – harmlos, ich sonnte mich in der Bewunderung der Familie  mit Canadiern an der Wiedereinsetzstelle.
  • Ein paar Kordinaten für den GPS-Tracker zu notieren hat sich bewährt, auf Stromschnelle und Ausstiegsstelle war ich so vorbereitet. Mit Navi zu fahren fände ich dann doch irgendwie armselig.
  • Ich wüsste ja gern, was das rote „Zeug“ am Ufer in Wasserspiegelhöhe ist. Mooswurzeln? Manchmal sehe ich es auch an umgekippten Baumstämmen im Wasser, könnte aber auch dort angeschwemmt sein.
  • Obwohl ich unterwegs und in Volkse diversed Bootstransportanhänger sah begebnete mir auf dem Wasser niocht ein einziges Boot.

Ich dachte, mein „Abenteuer“ wäre damit beendet, tatsächlich fing es erst an.
Ich hatte mich schon so gefreut, wie gut ich den Bus in Volkse abgepasst hatte: Ankunft 12:40 Uhr, Boot kurz in die Sonne gestellt, eingepackt, 12:55 stand ich an der Haltestelle, Abfahrt 12:59. Als der Bus nicht kam studierte ich den Aushangfahrplan genauer, der Samstagsbus ist in Wirklichkeit ein Anruf-Sammeltaxi, Anmeldung spätestens 1h vorher – na toll! Ich überlegte kurz, mich für die nächste Fahrt 14:59 anzumelden, beschloss dann aber, mich irgendwie durchzuschlagen. Ich glaubte mich zu erinnern, dass es in Leiferde einen Bahnhof gibt, also habe ich mich an der Ausstiegsbrücke zum Trampen aufgestellt. Viele Autos fahren da ja nicht, aber mein treuherziger Gesichtsausdruck wirkt noch immer: nach ca. 5 Minuten hielt ein Golf mit Mutter mit Kindergarten-altem Kind im Wagen. Der Twist was schnell im Kofferraum verstaut, die Gelegenheitskanutin brachte mich freundlicher Weise sogar am Bahnhof vorbei (was ihr noch einen Rüffel aus dem Kinderwitz einbrachte, „Mama, wo fährst du denn hin?!“), so war ich zumindest schon mal wieder in der Zivilisation.

Nach 2 Aufhängern des Fahrkartenautomaten hatte ich dann mein Billet für die 2-Stündige Fahrt nach BS (incl. Wartezeiten in Leiferde und Fallersleben).

Der Zug nach Fallersleben war fast leer, unterwegs lauschte ich 2 adoleszenten Mädchen, die über die Ansicht einer gemeinsamen Bekannten philosophierten, mit Make-Up + Lippenstift, aber ohne Liedschatten etc. ginge noch als ungeschminkt durch – wohl eher nicht, aber ganz sicher schienen mir die beiden nicht.

Der Zug von Fallersleben nach BS war dann proppevoll, in Weddel stiegen aber mehr Passagiere aus als wieder ein, so dass ich den Rest der Strecke sogar einen Sitzplatz bekam.

Der Braunschweiger Busfahrer erkannte mein Ticket an, obwohl ich mit nicht ganz sicher war, ob ich nun eine Verkehrsverbundkarte oder eine Bahnfahrkarte gelöst hatte.

Schöne Tour, mit langer Heimfahrt, ÖPV muss ich noch etwas üben, die Paddelzeit stand bei dieser Fahrt in krassem Missverhältnis zur Straßenfahrzeit (ich muss am Sonntag ja auch noch den Punto aus Groß Schwülper zurückholen).


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Okerfahrt von Braunschweig – Museumsstraße nach Veltenhof

Nach dem Hochwsser der letzten Tage wollte ich, nachdem sich Wasserstand und Strömung am üblichen Einstieg wieder normalisiert hatten, mal nach dem Rechten sehen. Wegen des unsicheren Wetters hatte ich auch Braunschweigrundfahrt in Betracht gezogen (immer Bushaltestelle in der Nähe), unterwegs sah es dann aber doch ganz gut aus, also Plan A: Fahrt nach Veltenhof.

Es standen wieder Boviste an der Einstiegsstelle, also ganz klar „Paddeln frei“!

Neuerung für diese Fahrt: Da mein Aufblassitz schon seinen Geist aufgegeben hat (Loch in der Hülle an einer Knickstelle) probierte ich es mal mit 2 übereinander gelegten 2 cm geschlossenporigen Schaumgummi-Sitzmatten: geht gar-nich! Unverrutshbar auf dem Bootsboden, immer irgendwie schief. Bei der Umtragung am Wendenwehr habe ich einen mit einer zufällig  mitgenommenen genau passenden Plastiktüte überzogen, nun geht es, „Sitzverstellung“ funktioniert wieder.

Ansonsten Fahrt bei normalem Wasserstand und nur leicht überdurchschnittlicher Strömung unspektakulär. Auffällig fand ich den gelblich-braunen Staub auf der Wasseroberfläche, ich kann mich nicht erinnern, das schon mal so auffällig gesehen zu haben. An der Mühlpfordtstraßen-Brücke (Wendenwehr) konnte ich noch einem Pärchen helfen, ihm (?) war seine Baseball-Cap in’s Wasser gefallen, ich konnte sie ihm wieder ‚rauf werfen.

Durch diese Boote-Gasse ...

Ansicht 16.06.2014

Auf der Weiterfahrt zum Wehr am Ölper See unauffälliger Wasserstand (leicht erhöht) und Strömung. Am Ölper See war der normale Weg am Seeufer noch überschwemmt. Spaßig war es dann am Wehr: Die Bootsgasse war verschwunden, dahinter war Hochwasser,  ich konnte einfach durch das überflutete Wehr fahren.

Die weitere Fahrt dann ohne Besonderheiten, mit mehr Aussicht als bei normalem Wasserstand. Kein Eisvogel! Bei Veltenhof fand ich nichts zum Aussteigen, überall entweder hohe steile Böschung (oft Brennessel-bewehrt) oder Privatgarten. So musste ich dann doch bis zur Brücke hinter dem Ort weiter fahren, wo es einen passablen Ausstieg (linkes Ufer, unmittelbar vor der Brücke) gibt. Hatte gehofft, an der Grundschule ‚raus zu kommen, fand aber die Schule nicht. Ich muss mir die Koordinaten aus der Karte vorher umrechnen, die Anzeige bei OSM ist Dezimalgrad, auf meinem Tracker Grad.Dezimalminuten.

Hier etwa musste ich mit einiger Mühe unter einem Baum durchquetschen,  bei normalem Wasserstand wär’s einfach gewesen.

Im Ort fand ich dann eine Bushaltestelle der Linie 414, mit 2x Umsteigen (und wieder völlig unerwarteter Route des Schienenersatzverkehrs) kam ich dann samt Gepäck wieder zuhause an.


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Okerfahrt von Schladen nach Wolfenbüttel

Das überraschende Oker-Hochwasser nach heftigen Regenfällen in der letzten Woche hätte mir einen Strich durch meine Pläne machen können, so ein „Höllenritt“ auf der Hochwasser-Welle schien aber auch verlockend. Unten erst mal die Pegelstände, rechtes Ende der Diagramme jeweils am Morgen der Abfahrt, also war das Hochwasser nicht mehr allzu dramatisch, also kam die Tour am Samstag, 02.08.2014 zustande.

Anreise zünftig mit Bus und Bahn: 07:55 aus dem Haus, 08:02 Uhr Abfahrt Bus, 08:26 Abfahrt Bahn (Zug stand schon bereit), 08:50 Ankunft Schladen; auf der Bahnfahrt sah ich noch einige verbliebene große Pfützen auf den Äckern, Überschwemmung war aber schon wieder vorbei. Keine Durchsage, Banhofschild versteckt, gut dass die Zuckerfabrik als Wegmarke neben dem Bahnhof steht! Die Seniorentruppe im Wagen fuhr weiter zum Nordic Walkig in den Harz. Da meine Erinnerung spiegelverkehrt war ging ich erst mal in die Falsche Richtung los, erlebte ein Glanzstück der Wegbeschreibung: „Bis zur Kreuzung und dann weiter zur Okerbrücke“ – klang wie geradeaus, was mir völlig unplausibel erschien, aber die Anwohnerin meinte auch „An der Kreuzung da vorn links und dann geradeaus bis zur Okerbrücke“.

Kurz vor der Brücke links geht es zur Einsetzstelle, ein stufiger Steg, der auch beim verbliebenen Hochwasser einen komfortablen Einstieg ermöglichte. Die Strömung sah ganz schön rasant aus, die später gemessenen 6 … 8 km/h wirkt bei so einem schmalen Flüsschen viel dramatischer als beispielsweise auf der mittleren Weser. Das Boot war schnell aufgepumpt, und los ging es.

Bei gemächlichem Paddeln (sonst: 3 … 4 km/h) ging es flott mit 10 … 12 km/h (Messung GPS-Tracker) Richtung Wolfenbüttel, der kurvige Verlauf  mit Baumhindernissen verlangt bei der hohe Geschwindigkeit etwas Aufmerksamkeit (deshalb keine Fotos von unterwegs), auch wegen vieler merkwürdiger Querströmungen, die ich von Fahrten auf anderen schnelleren Flüssen nicht in Erinnerung hatte. Insgesamt war die Fahrt aber unproblematisch, auch wenn manchmal merkwürdige Hindernisse im Fluss stehen, beispielsweise ein Pflock mit 30 cm Durchmesser, an dem quer ein geschälter mehrere Meter langer Baumstamm knapp unter der Wasseroberfläche hing, keine Ahnung wozu das dienen soll.

Bei Börßum sieht man rechts ein auffälliges Industriegebäude nahe der Oker mit vielen Antennen drauf, dann sind es nur noch wenige hundert Meter bis zur ersten der 3 Stromschnellen. Zumindest bei Hochwasser hat’s die erste in sich, sieht auch ganz schön wild aus. Zwar ist die Strömung im Prinzip gutmütig geradeaus und ich hatte keine Hindernisberührung, die Wellen waren aber so hoch, dass der Twist bei 3/4 Strecke mit dem Bug so tief eintauchte, dass ich sofort einen Eimer Wasser im Boot hatte – Künstlerpech! Oder vielleicht auch ein taktischer Fehler, ich hatte wie meistens alles Gepäck ganz vorn liegen, da das den Geradeauslauf etwas verbessert, vielleicht wäre die Gewichtsverteilung mit dem Gepäck hinter dem Sitz (so hielt ich es für die übrigen beiden Stromschnellen)  hier das entscheidende Quäntchen günstiger gewesen.

Mit einem Viskoseschwämmchen fing ich an, das Wasser aus dem Boot zu fördern, da ich aber nicht sicher war, ob ich bis Wolfenbüttel damit fertig würde, suchte und fand ich auf halbem Weg zur nächsten Schnelle einen Ausstieg, um das Wasser auszukippen und meine Kleidung auszuwringen. Gut, dass ich noch ein trockenes Adamskostüm dabei hatte 🙂

Bald nach der Abfahrt sah ich den obligatorischen Eisvogel vor mir flüchten, kurz vor der nächste Stromschnelle überholten mich 2 Kajaker, wir fachsimpelten eine Minute über die vorige Stromschnelle (die hatten Spritzschürzen, das kann ich auch …), dann zogen sie vorbei. Bei der Wehr-Umtragung in Ohrum (ausgeschildert, bequemer Ein- und ausstieg, die Funktion des schrägen Gittersteges habe ich nicht verstanden) holte ich die beiden noch mal ein.

Die 2. Stromschnelle ist die harmloseste, die 3. ist ausgeschildert („Vorsicht, Sohlabsturz“), hier bekam ich noch mal einen Zahnputzbecher voll Wasser über die linke Bordwand ins Boot.

Die Strömung wurde bis Wolfenbüttel ganz allmählich langsamer, vor dem Ortseingang Wolfenbüttel stank es streckenweise sehr unangenehm nach Fäkalien.

In Wofenbüttel am voll geöffneten Wehr Marktstraße hätte ich bequem durchfahren können, habe das aber natürlich lieber vorher zu Fuß inspiziert und dann lieber bleiben gelassen. Die Strömung stoppt hinter dem Wehr nach steilem Absturz abrupt, da hätte sich die Twist-Nase wohl wieder in den Bach gebohrt, und ich war gerade wieder halbwegs trocken … Mit Spritzschürze hätte ich’s gemacht.

Von da war es nicht mehr weit zum Ausstieg (Naturböschung, aber Trampelpfad zur Straße hoch zeigt, dass da wohl öfters Leute hoch und ‚runter laufen) an der Bushaltestelle kurz vor der Kenosha-Brücke.

Boot kurz abgewischt (wie immer mit unbefriedigendem Ergebnis), ab zur Bushaltestelle, 13:35 über Bahnhof BS nach Hause, Ankunft kurz vor 14:00 Uhr.

Eine schöne Fahrt ohne Sensationen, aber doch abwechslungsreich (und irgendwo sah ich 3 Störche hinter einer Egge herlaufen und „ausgegrabenes“ Getier verspeisen) , und bei Hochwasser schnell „erledigt“; für 20 km Paddelstrecke hätte ich sonst eher den ganzen Tag gebraucht.

Eine Streckenbeschreibung eines kommerziellen Anbieters gibt es hier , und hier gibt es einen GPS-Track.

Wär eine Tour plant benötigt vielleicht ein paar Planungsdaten von wanderpaddeln.de.

Dass mir an der Ausstigegsstelle die Kammera in’s Gras gefallen war, wo sie so gut versteckt lag, dass ich sie bei der Kontrolle vor dem „Abflug“ nicht sah, aber am Abend noch dort lag, so dass ich sie wieder einsammeln konnte, ist dann schon wieder eine ganz andere Geschichte.

 

 

 


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Schunter-Paddeltour von Querum nach Groß-Schwülper

Am Samstag also mal was neues, eine Fahrt auf der Schunter von Querum nach Groß Schwülper, nach Idee von boots-touren.de.

8:00 Aus dem Haus, Busfahrt dauert nur ein paar Minuten, am Ziel ist der Weg vom Kreisverkehr zur Brücke ein Klacks. An der unteren Brücke am rechten Ufer gibt es einen befestigten, bequemen Einstieg, bei der Erkundung begegnete mir ein Eichhörnchen, das 1m vor mir erschrocken ins Gebüsch hüpfte, als ich um die Ecke kam.

Das erste Stück war wieder etwas mühsam, zu wenig Wasser im Bach. Für den Paddeltag zeigte der Pegel Haxbüttel 66 cm (Mittlerer Pegel 93 cm).   Nach meiner Erfahrung sollte man wohl nicht unter 80cm, besser 90cm, fahren, die späteren Sohlschwellen, Stromschnellen und Teilstrecken mit flachem Wasser waren sehr mühsam, bisweilen musste ich das Boot durchs Wasser ziehen, an Land tragen, und wenn das nicht ging (teilweise zu unwegsam) im Wasser tragen (sieht vom Ufer her  bestimmt lustig aus). Vom Naturschutzgesichtspunkt her jedenfalls alles halbwegs katastrophal (immerhin, Regel 6 bereitet mir im Twist wenig Kopfzerbrechen)!

Aber nun gings erst mal los, die Schunter macht durchaus erst mal Spaß, wenn man bei mäßiger Strömung (geschätzt:  ¼ … ½ m/s)  mit dem kleinen Boot zwischen den Hindernissen „durchtänzelt“. Viele Bäume haben entweder einfach nur „Trauerzweige“ im Bach hängen (man fängt sich jedes mal ein Pfund Laub und Spinnen ein) oder sind halb ‚reingekippt. Die Bäume selbst sind fast nie ein Problem, aber die Durchfahrten sind meistens derart zugemüllt, dass man kaum eine mal normal durchfahren kann, es ist fast stets ziemliches Gewürge. Und manchmal gehts auch gar nicht, grob geschätzt hier (kurz hinter der Hochspannungsleitungs-Querung, bin mir aber nicht ganz sicher) musste ich das erste Mal umtragen, ein unlösbares Gewirr von Zweigen, Ästen, Müll versperrte die Durchfahrt. Ich habe versucht, mit dem Paddel eine Gasse frei zu schiebe, hoffnungslos! Auf den Bildern sieht man typisches Schunterufer: steile Böschung mit Gras, oft mit Brennesseln durchsetzt, man findet nirgends sicheren Stand, speziell, wenn es wie an diesem Tag in der Nacht vorher geregnet hat und alles nass ist … . Raus geht noch halbwegs, man beißt sich halt im Gras fest, zieht sich irgendwie in Freeclimbing-Manier hoch und das Boot an der Festmachleine hinterher. An dieser Stelle war gab’s einen passablen Einstieg, aber hinter dem Kanal war eine Umtragug, wo ich große Schwierigkeiten hatte, wieder in das Boot zu kommen (siehe Rückwärtsrutsche unten).

Bis zum Mittellandkanal gab es noch

  • einen Greifvogel, der mein Gepaddel lautstark kommentierte
  • ein paar flache Geröllstrecken bis Stromschnellen, für alle zu wenig Wasserstand. Gleich die erste richtige Stromschnelle war doch etwas kritisch, das Boot hin immer wieder mittig auf rundlichen Felsen fest, wollte sich dann quer drehen, und die heftige Strömung wollte mich umkippen.
  • einen aufregenden 3-Etagigen Verkehrsknotenpunkt
  • Ein Wehr mit mit anschließendem Elektroweidezaun-Limbo. Der Bauer hatte einfach eine Rindviecherautobahn vom Hof zur Weide geschaffen, und als Paddler musst Du dann sehen, wie du klar kommst. Auch denkbare Umtragungen sind alle elektrisch versperrt.

Kanalquerung ist einfach, am Weg hinter Düker 30m links gibt es einen komfortablen Einstieg. Je nach Temperament steigt man dann ca. 150m links gegenüber komfortabel aus und muss ein Stückchen tragen oder überwindet die Spundwand direkt gegenüber und steht dann sofort am Wildtor vor dem Abstieg zur Einsetzstelle.

Kurze Zeit später habe ich mich dann verfahren. Ich habe keinen blassen Schimmer, wo ich am Wehr Thune die richtige Abfahrt verpasst habe (?). Boots-Touren empfiehlt links umtragen, dort bekam ich gleich erst mal von einem Elektroweidezaun einen gezischt, tragen an Land ist extrem mühsam, mannshohes Gras mit Brennesseln, Dornengestrüpp, Gräben (immerhin ganz interessant die vielen Ölförderpumpen(?)); ich bin dann nach 100m entnervt in den Bach gestiegen und habe dort weiter getragen, aber die Brühe wurde immer modderiger, bald kein Durchkommen mehr (wann sind die boots-touren-Leute da wohl zum letzten mal gewesen?). Vermutlich hätte ich einfach 50m vor dem Wehr rechts abbiegen müssen, um dann die Mühle irgendwie zu umtragen.

Glücklichrweise hörte ich unten im Bach das Tosen der Frickenmühle. Boot liegen gelassen, zur Erkundung über die Wiese, Boot nachgeholt, hinter der Mühle wieder eingestiegen, weiter ging es.

Die Galerie ist mir irgendwie missglückt, erstes Bild „Seesack“ unten rechts, in richtiger Reihenfolge „weiter“ nach links

Von der weiteren Fahrt gibt es keine Fotos mehr, weil das ganz einfach irrsinnig anstrengend war. Gefühlt alle hundert Meter irgendeine Schikane, extrem enge Durchfahrten an umgestürzten Bäumen, Stromschnellen, ein Stück im Wasser tragen, ein Hindernis an Land umtragen, …, irgendetwas war immer. Und Pferdebremsen! Bei normaler Fahrt kein Problem, aber immer wenn man irgendwo festhängt hat man die Biester am Hals. Irgendwo bei Walle kam mit dann noch meine Unterwegs-Reservebrille abhanden. Ich habe sie oft im T-Shirt-Kragen hängen, damit ich sie bei Bedarf schnell griffbereit habe, und als ich dann eine Bremse vom Hals verscheuchte, scheuchte ich die Brille gleich mit. Die Schunter war da nicht tief, hätte es einen einfachen Ausstieg gegeben hätte ich die Brille vom Ufer aus eben wieder ‚rausgeholt, aber das war wieder so eine feuchte  Extrembergsteige-Grasböschung, an der ich eh zwecks Baumhindernisumtragung raus musste, da wollte ich mir das nicht antun.

Sliprampe

Mir kam das Ufer noch steiler vor 😉

Der Wiedereinstieg war spektakulär, wieder nasse steile Grasböschung, keine Chance, da irgendwie „normal“ in das Boot zu kommen, so habe ich mal „Rückwärtsreinrutschen“ probiert. Geht im Prinzip, Boot stand mit Heck direkt am Wasser, Bug an Böschung steil nach oben, nachdem ich mit habe reinplumpsen lassen rutschte das Boot von selbst mit Schmackes rückwärts in den Bach.

Nicht unerwartet hatte ich hinterher Bootskonstruktions-bedingt (offener Kofferraum) einen halben Eimer Wasser im Boot, aber 100m weiter war eh wieder tragen angesagt, da konnte ich das Wasser dann nebenbei auskippen.

Entspannungspaddeln gab’s dann in der Oker. Sichtungen: ein Reh beim Wassertrinken (das dann schnell Reißaus nahm), 2 Eisvögel (na endlich). Gegen 15:00 Uhr war ich dann in Groß Schwülper, wo es rechts hinter der Brücke einen treppenartig angelegten bequemen Ausstieg für jeden denkbaren Pegel gibt. Beim Einpacken festgestellt, dass mir irgendwie der Luftpumpenschlauch aus dem Kofferraum abhanden gekommen ist. Leichtsinn, verdammter!

Zur Bushaltestelle war es nur ein kurzer Spaziergang, ich stieg in die 111 (wollte eigentlich 484, aber dachte mir, ich nehme lieber, was ich kriegen kann),  bekam so noch den spektakulär großstädtischen Busbahnhof von Groß Schwülper und einige hundert Milchkannen vorgeführt.

Aufregend dann noch der Schienenersatzverkehr ab Stadion in Richtung Innenstadt. Durchsage in der StraBa sinngemäß „… Richtung Innenstadt benutzen Sie bitte die Schienenersatzverkehrsbusse eins und zwei“. Stieg ich also frohgemut in den einzigen dort stehenden) SEV 2, der mich pflichtgemäß zur Endstationstation Ottenroder Straße karrte 😦

Bei der Wiederankunft am Stadion stand nun alles voll mit SEV 1+2, …

Immerhin war ich wohl nicht der einzige, dem dieses Missgeschick passierte, eine junge Frau, die der SEV 2 auf der Rückfahrt zum Stadion aufgesammelt hatte und die sich beim Einsteigen auffällig ausführlich wg. Umsteigen am Stadion Richtung Innenstadt erkundigt hatte, bekam im SEV 1+2 am Smartphone einen kleinen Schreikrampf, als auf dem Bus-Haltestellen-Display nach der Abfahrt wieder Gesundheitsamt als nächste Haltestelle erschien. Hatte aber seine Richtigkeit, diesmal hielt der Bus hier und nicht hier,   und so kam ich gegen 17:00 Uhr dann doch endlich zu hause an.

Mein Fazit: Wiederholung nur bei mindestens 20cm mehr Pegel. Und solange die Durchfahrten nicht systematisch entmüllt worden sind (was da wohl die Pläne des Schunterverbandes  sind?) lohnt sich die Schunter nicht, das ist ein ganz nettes Flüsschen, aber gegenwärtig einfach zu anstrengend. Fahrzeit 6:20 h verglichen mit 3:50 h für in etwa gleiche Streckenlänge  ab WF (mit Oker ohne nennenswerte Strömung) lässt ahnen, was für eine Keulerei das war. Trotzdem bin ich natürlich mächtig stolz über das heil überstandene Abenteuer. Und abends kribbelten die Beine immer noch wohlig von den vielen Brennnessel-Spaziergängen.

Nächstes mal also wieder etwas Ruhigeres! Und ich brauche dringend wieder eine funktionierende Pumpe!