RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Camping-Urlaub Schwachhausen — Tag 4 🏕

Montag, 07.08.2017 — Tag 4

Mit dem Twist nach Celle! Die Fahrt ist unspektakulär, aber die Ruhe während der Fahrt phantastisch. Aufbruch-Impressionen von Martina:

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Und meine Bilder:

 

Für das Wehr Osterloh müssten der Twist und ich noch etwas zusammen üben, durchfahrt verboten.

In Celle ist dann am Torplatz-Wehr der Fluss „mit Brettern zugenagelt“ (siehe GPX-Track), ich beendete die Paddeltour dort. Die ÖPNV-Rückfahrt war dann ein echter Hit! Ich klärte telefonisch von der Ausstiegsstelle schon mal die Bürgerbus-Fahrmöglichkeiten, der Herr am anderen Ende verstand zunächst nicht, dass ich erst mal von Celle zu einer Bürgerbushaltestelle kommen müsste, konnte mir dann aber den Tipp „Celle-Schlossplatz — Linie 500 — Wienhausen am Kiosk in den Bürgerbus“ geben. Auf der Brücke sprach ich einen Passanten auf mein Rückreiseproblem an, der gab zu, vom örtlichen ÖPNV keine Ahnung zu haben, konnte mir aber den Weg zum Schlossplatz sagen — Katzensprung! Boot eingepackt, losgegangen, am Schlossplatz 7 Minuten Wartezeit auf die Linie 500, endlose, aber interessante Sightseeing-Jökelei rund um Celle, direkt Anschluss zum Bürgerbus in Wienhausen (Kioskhaltestelle muss man erst mal finden, ist von CeBus-Endstation aus nicht sichtbar). Ich habe da aber auch ein Talent 🙂 Hätte ichʼs gewusst hätte ich sogar in Celle eine Fahrkarte für die ganze Fahrt lösen können. Hier der GPX-Track! Der Bus fuhr noch in die Einfahrt zum Campingplatz, der Fahrer erkundigte sich, ob der Tender Donau noch in Dienst sei (wg. meiner Schirmmütze), wozu ich zunächst keine Auskunft geben konnte

Pünktlich zum Kaffeetrinken war ich wieder auf dem Zeltplatz.

Nachmittags wollten wir in Wienhausen Grilladen für den Abend beim Fleischer und ein frisches Brot für den nächsten Tag beim Bäcker kaufen — beide haben Montag-Nachmittag geschlossen. Den 2. Fleischer scheint es nicht mehr zu geben, Schaufenster leer. Martina war geknickt.

Der Edeka-Laden ist witzig: Post, Lottoannahme, Getränkemarkt, erweitertes Warenprogramm mit allem was man so braucht, womöglich gar Landmaschinen 😉

Abends wieder das übliche Programm, nach Penny-Steaks Feierabendbierchen, Abendrot, Fledermäuse und Myriaden von Mücken.

 

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Camping-Urlaub Schwachhausen — Tag 3 🏕

Sonntag, 06.08.2017

Morgenspaziergang nach Offensen vor dem Frühstück, ich sah

Der Hausbesitzer war erst etwas misstrauisch, als ich seine Wetterstation am Haus photographierte: „Was machen sie denn da?“ mit etwas drohendem Unterton. Gab sich mit meiner Erklärung „Urlaubswetterdokumentation“ zufrieden.

 

Später dann ein Test im Twist. Lineares Denken hatte mich zu der Annahme verleitet, im Twist könne man kein Nickerchen machen, da zu unbequem, keine gescheite Liegefläche, kein Kopfkissen … . Dann fiel mir ein, dass die Fußstütze ein passables Kopfkissen abgibt, wenn man sich einfach anders herum ʼreinlegt. Anker eingepackt, ʼraus auf den Bach, geankert, ausprobiert. Martina hielt den historischen Augenblick im Film fest:

Dann noch:

 

 


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Camping-Urlaub Schwachhausen — Tag 2 🏕

Samstag, 05.08.2017

Flüchtlinge? Hier?

Morgens beim Frühstück erst mal eine merkwürdige Begegnung (siehe Bild rechts)! Außerdem hörte ich mehrfach einen Vogel,dessen Gesang wie „Katze der man auf den Schwanz tritt“ klang — gut-Amsel groß, sehr scheu, Amselweibchen-mit grün-gepudert-Farbe — keine Ahnung! Außerdem einen sehr großen Greifvogel! Unser „Kühlschrank“-Thermometer zeigte auf dem Kühlbox-Boden 2,5°C an. Kaffeewasser mit unserem alten Wasserkocher (1,2 kW, Campingstrom-tauglich) gebrüht — dekadent! Ein versuchter Wespen-Suizid im Kaffeebecher brachte Martina etwas aus der Fassung. Die neulich von Ulrike „geerbten“ kleinen Schraubverschluss-Gläschen waren prima für Marmeladen und Leberwurst in Campingwochen-Portionen.

Dann musste ich natürlich mal zu einer Bootsgasse fahren, ich entschied mich für die oberhalb des Platzes, um ein paar Proberutschen zu fahren. Der „Aufstieg“ war doch etwas zeitraubend, die stärkere Strömung wegen des Aller-Hochwassers schien mir noch spürbar, auch wenn der „Flutberg“ (Pegel Langlingen) weitgehend abgelaufen war.

Oberhalb des Wehrs begegnete mir eine Gruppe sturzbetrunkener Kanuten. In jedem Canadier ein mehr oder weniger vollständig geleerter Bierkasten und ein stark dezimierter Spirituosenvorrat. Die Leute waren zu betrunken, um aufrecht im Boot zu sitzen, ein Canadier lag (voll Wasser) tief im Wasser, wurde von einem Schwimmer gezogen, während ein zweiter ehemaliger Insasse nebenher schwamm. Ein 2. Canadier kippte 30m vor dem Steg in völlig ruhigem Wasser „einfach so“ um — hatten sich alle Insassen zur gleichen Seite zum Kotzen über die Bordwand gelehnt? Ich schaute erst hin, als ich es planschen hörte. Was für ein Bootsverleih lässt das denn zu, dass vor der Abfahrt solche Mengen Alkoholika ins Boot geladen werden? Auch auf dem Wasser gilt eine Promillegrenze, ist auf Gewässern und in Bundesländern unterschiedlich geregelt, aber stets an STVO angelehnt. Verantwortungslos! Die Truppe begegnete mir später noch wieder — die feierten vom Nachmittag bis tief in die Nacht nebenan lautstark einen Junggesellenabschied.

Meine 3 Abfahrten machten mir Spaß, die Schaummengen auf der Aller fand ich doch etwas verdächtig. Meistens sind das allerdings nur „zerkloppte“ Kleinstlebewesen, deren Reste dann mit (am Wehr bei Hochwasserströmung vermehrt ins Wasser eingetragenen) Sauerstoff reagieren und diese Schaumberge bilden. Dazu kommt oft ein „irgendwie fäkaler“ Geruch.

Wer aus dem Boot fällt …

… nimmt ein unfreiwilliges Schaumbad

Ich war pünktlich zum Mittagssnack wieder am Zeltplatz, anschließend nutzten wir Regenschauer-bedingte Zwantspause für ein Mittagsnickerchen im Zelt. Zum Um-Die-Ecke-Denken sind wir nicht gekommen.

Abendessen: Miracoli  (252g Nudeleinwaage) mit vorgewärmten Wasser aus dem elektrischen Wasserkocher!

 


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Camping-Urlaub Schwachhausen — Tag 1 🏕

Wir waren mal wieder ein paar Tage zum Ausspannen in Schwachhausen.

Freitag, 04.08.2017

Eigentlich wollten wir ja mit fertig gepacktem Auto zum Mittags-Notartermin — der sich dann als nervig erwies, ich gewann den Eindruck, man sollte den Notar feuern, seine Demission ein paar Tage später machte diese Überlegung gegenstandslos — aber wie das so ist, plötzlich gibt es doch noch tausend Dinge zu tun … So kamen wir dann doch erst am mittelspäten Nachmittag los, einigermaßen groggy vom Auto-packen.

Anreise zum Allerstrand-Campingplatz problemlos, „unsere“ Zeltwiese war frei, gehörte uns ganz allein. Schnell das Zelt aufgebaut, die neu erstandenen Mobicool Kühlbox  mit etwas Mühe angeschlossen, da der Stecker der CEE Adapterleitung reichlich lang war, sich nur mit roher Gewalt in die Campingstrom-Anschlussbox quetschen ließ.

Nach dem musste ich natürlich noch schnell eine Twist-Probefahrt auf der Aller zur Brücke oberhalb des Campingplatzes machen. Mein alter Einstieg war praktisch unbenutzbar, da das Ufer von den Regenfällen der vergangenen Wochen noch weich und glitschig war. Ich saute mich ganz schön ein, wäre fast in die Aller gerutscht, benutzte dann doch lieber den Steg bei den Wohnwagen-Nachbarn. Zum Abendessen gab es Nackensteaks + Bratwürste vom Grill (während der Anreise beim örtlichen Schlachter erstanden). Das Anfeuern war etwas schwierig, die 15 Jahre alten Anzünder aus dem Grillkarton erfüllten inzwischen höchste Brandschutzanforderungen, gut das Martina sicherheitshalber noch neue gekauft hatte.

Anschließend gab es Feierabendbierchen mit phantastischem Abendhimmel.

Später sahen wir noch tolle Wolkenspiele um den Fast-Vollmond herum. Am Sanitärhäuschen sahen die Laternen-angestrahlten Bäume vor pechschwarzem Nachthimmel wie eine mystische Märchenoper-Kulisse aus.


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Paddeltour mit Hindernissen von Braunschweig nach Watenbüttel

Das Wetter war vielversprechend, also entschied ich mich Samstag früh spontan für eine Paddeltour. Erst dachte ich an Wolfenbüttel-Braunschweig, aber bei den niedrigen Pegelständen (überall wenige zig cm unter Normal) wusste ich nicht, ob das ab Kenosha-Brücke klappt, und zur Sèvres-Brücke muss ich vom Bus aus immer noch ein ganzes Stückchen laufen, wozu ich nach fast 10km Hundespaziergang am Vortag noch keine Lust wieder hatte. Also BS → Watenbüttel, für Direktanreise mit der Buslinie 4-4-3 (so spricht man das hier)  zur Einsetzstelle erst gegen kurz vor 09:00 Uhr.

… nahe der Einsetzstelle

Bei Aldi und Netto geklaute Einkaufswagen …

Der Twist war dort dann schnell aufgepumpt, 2 Photos von Einkaufswagen, die am Ufer lagen, gemacht (morgen informiere ich die Eigentümer), beim Einsteigen kackte mir ein Vogel im Überflug auf die Hand, ein untrügliches Vorzeichen, dass es eine ganz phantastische Fahrt wird. Und los ging es. Schon nach kurzer Fahrt erreicht man (auch bei heute „fast 0 Strömung“) die erste Umtragung am Petriwehr, wo sich ein kleines Mädchen (frühes Vorschulalter) von der Brücke aus unbedingt meine komplette Umtragung anschauen wollte, und vom Vater vorher nicht zum Weiterfahren zu bewegen war. Vielleicht das Schlüsselerlebnis für eine Hobbypadderlinnen-Karriere?

Weiter ging es, die Vegetation war nun schon viel weiter als bei meiner Braunschweig-Umrundung neulich, und die Rosskastanienminiermotte treibt schon wieder ihr schädliches Unwesen; die Seerosenblüte ist auch schon in vollem Gange. Sonst bin ich ja bei einer Beeren-Naschgelegenheit am Ufer selten abgeneigt, aber die hier waren mir zu eklig eingepackt. Keine Aufreger, einfach nur schön — die Oker begeistert mich immer wieder. Auf dem weiteren Weg zum Ölper Wehr kam ich wieder unter der neuen Ringgleisbrücke entlang. Am linken Ufer ist immer noch eine Baustelle, die Boote werden wohl nicht mehr regelmäßig benötigt 😉

Ich sah noch Falschen Jasmin, eingesponnene Weidenzweige — Gespinstmotten (womöglich die Weiden-Gespinstmotte (Yponomeuta rorrella) am Werk? Ich kann mich nicht erinnern, das schon mal so oft und eindrucksvoll (einige Bäume — immer Weiden — waren fast komplett zugesponnen) gesehen zu haben.

Die Bootsgasse am Ölper Wehr wollte ich mir erst mal anschauen — nicht dass ein Scherzkeks einen Einkaufswagen darin verkeilt hat, oder was sonst noch an Ungemach drohen könnte. Zunächst kam mir über die Entchenrampe (darüber findet man in der Fachliteratur zum Wehrbau wieder gar-nichts) eine Entenmama mit vielen Küken entgegen. Ich hatte sie schon unterhalb des Wehres auf die Rampe zuschwimmen und „aussteigen“ gesehen. Erst war ich denen unheimlich, sie drehten stante pede um, als ich mich dem oberen Ende der Bootsgasse näherte. Aber ich setzte mein treuherzigstes Gesicht auf, und die Entenmama war überzeugt, setzte den Weg fort. Die kleinen schnabulierten noch etwas Ufergras am oberen Steg, verschmähten die Entengrütze. Die Entenmutter war noch einen interessiert-fachmännischen Blick auf den Twist, dann rief sie die kleinen zur Weiterreise zusammen, und weg waren sie. Süüüüß 🙂

Inzwischen war ein Vater mit Tochter und Sohn im späten Vorschulalter (vermute ich alles mal so) aufgetaucht, während ich zusah, weiter zu kommen, der von mir bewusst gewählte leicht zu lösende Knoten hatte sich selbst gelöst. Die Kinder bekamen „Das Wehr“ erklärt und die Nachdenkaufgabe, wofür denn wohl der schnell abwärts schießende kleine Bach neben dem Wehr sein könnte. Pflichtgemäß setzte ich eine Spoiler-Warnung ab: „Gleich führe ich vor, wofür das ist“, und fuhr 2 Minuten später (nach der vielen Übung neulich) selbstsicher wie Graf Kox die Bootsgasse herunter, machte den Vater von unten noch kurz darauf aufmerksam, dass er noch gar nichts zur Entchen-Rampe gesagt hatte (hoffentlich bekommt das Petriwehr bei der Umgestaltung auch so etwas 😉)  und fuhr weiter.

Es gab nun richtig etwas Strömung (1 … 2 km/h), so dass ich erst mal flott voran kam.

Bis hier! Ich dachte natürlich gleich „Scheiß A2“, aber es war natürlich die A391, wo ich unmittelbar vor der Autobahnbrücke die erste „Vollsperrung“ erlebte. Ich erzähle ja öfters, wie ich — wenn ein in den Bach gestürzter Baum den Wasserweg blockiert — „mit dem Twist zwischen den Zähnen durch eine Baumkrone klettere“. Hier etwas weniger dramatisch: Aussteigen → Lage peilen → Boot herausziehen und wenige Meter weiter wieder einsetzen → Weiter fahren! Ich muss mal wieder etwas balancieren üben, ich war (auch Alters-bedingt) etwas ängstlich und tatsächlich unsicher, das gab sich aber schon während der Aktion weitgehend. So eine Umsetzaktion dauert normalerweise keine 5 Minuten, hier dieses Mal wegen der Photos etwas länger. Jedenfalls geht das so meistens sehr viel schneller als auf dem letzten halben Kilometer am steilen, hohen, mit Brennnesseln bewachsenen Ufer (ist bei Hindernissen meistens so) einen Ausstieg zu finden, von dem dann noch ein passierbarer Weg zu einer geeigneten Einsetzstelle möglichst dicht hinter dem Hindernis führt … . Bei der Baumstamm-Kraxelei kam mir zu zupass, dass die Waage nach dem Aufstehen zum ersten mal seit 2014 wieder nur eine 2 vor dem Komma angezeigt hatte 🙂

Die Alte Landwehr bei Veltenhof (Nr. 15 im PDF) habe ich vor lauter anderen Sehenswürdigkeiten gar nicht bemerkt.

Ärgernis Verpackungsmüll – hier für Angel-Köderwürmer.

Weiter ging es unter der Okerbrücke bei Veltenhof durch, bei der ich immer wieder staune, dass ich vor etlichen Jahren mal bei einem Hochwasser dort entlang kam, bei dem ich mit dem Junior (damals noch) nur mit Getrickse flach im Boot liegend drunter durch kam, durch schöne Flusslandschaft mit Klatschmohn, Bäumen mit und ohne Schwefelporlingen, Seegras (😉? oder hat da nur wieder jemand seine Gartenabfälle in die Oker gekippt?), und leider immer wieder auch mal an (Hauptsächlich: Verpackungs-) Müll vorbei. Im Abschnitt Veltenhof mit größter Stückzahl vertreten: Verpackungen von Angelköder-Würmern (Tauwurm aus Kanada) — viel zu viele , als dass das alles versehentlich in die Oker gewehte Verpackungen sein könnte. Was für ein hirnverbrannter Armleuchter von Angler muss man sein, um diese Verpackungen in den Fluss zu werfen? Wahrscheinlich kacken die zu Hause auch in die Küche 😠.

Irgendwo ein gutes Stück hinter Veltenhof kam dann eine Blockade, die nicht „mit dem Boot zwischen den Zähnen duchklettern“ zu meistern war: lose zusammengeschwemmte Balken, Äste, Zweige, sonstiger Krams, nichts, auf das man steigen könnte, aber viel zu fest, um einfach mit Karacho durchzufahren — schon gar nicht mit einem IK.

Das war etwas für meinen Spieltrieb! Zunächst schleppte ich an der Achterleine des Bootes einige größere Pflöcke, Balken und Äste aus der Insel, dann stieg ich direkt vor der angeschwemmten Insel am flachen rechten Ufer aus und knotete noch einen größeren Ast aus dem Gewirr. Immer, wenn ich einen weiteren Schritt im schwarzen Schlamm tat, stiegen verdächtige Bläschen aus dem Grund. Dann hatte die Insel keinen halt mehr und schwamm, sich allmählich auflösend, davon. Die Durchfahrt war wieder frei.

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Hier ist vorbeischieben angesagt.

Ich sah zu, dass ich die Inselreste überholte, nicht dass der ganze Kladderadatsch sich vor mir an einer Engstelle zu einer neuen Sperre zusammenballt. Und tatsächlich kam schon wenige hundert Meter weiter die nächste „Vollsperrung“. Weder Drüberklettern noch Zerlegung waren aussichtsreich, also war Rechts-dran-vorbeikraxeln angesagt. Prallhang, die Oker schon direkt am Ufer viel zu tief, um drin zu stehen, das Ufer steil und glitschig … . Das war gar nicht so einfach! Aber wie schon der Filmtitel suggerierte, Rainer kam durch.

Am Ziel!

Ohne nennenswerte weitere Hindernisse erreichte ich das Ziel, den Okerdüker bei Watenbüttel. Boot etwas gereinigt und kurz trocknen lassen, eingepackt, in den Ort gegangen, 2 Minuten später kam der Bus, und heimwärts ging es. Leider hatte ich nicht daran gedacht, auch das Portemonnaie in den wasserdichten Beutel zu packen, und im Twist sitzt man öfters mal in eine Pfütze. Schon mal versucht, eine paddelnasse Fahrkarte vom Zehnerstreifen in den Entwertungsstempler zu schieben? Nach einigem Gepruckel gelang es mir dann doch. Am Donauknoten noch schnell etwas Abendessen gekauft (der Kassierer betrachtete etwas irritiert mein Boot im Einkaufswagen — 💭 „War da was im Angebot …?“ 💭

Das war eine tolle Fahrt, auch wenn ich dieses mal keinen einzigen Eisvogel sah — dafür aber 2 Rehe beim Trinken am Ufer. Kein Beweisphoto, die sind viel zu scheu, ehe ich überhaupt daran denken kann, die DigiCam einzuschalten, sind Rehe immer schon wieder im Dickicht verschwunden.


Ein paar Fakten zur Tour:

  • Fahrstrecke vom Einstieg in Braunschweig am Wilhelmitorufer bis zum Ausstieg am Okerdüker: gut 14  km. Hier der GPX-Track (geringfügig nachbearbeitet)!
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln: gut (nur jeweils wenige Minuten Fußweg bis zur nächsten Bushaltestelle)
  • Umtragungen: 1 am Petriwehr
  • Bootsgassen: 1 am Ölper-Wehr
  • Sohlschwellen, Stromschnellen etc.: keine nennenswerten
  • Temporäre (unpassierbare) Hindernisse durch umgestürzte Bäume oder ähnliches: 3 zwischen A391 und Ziel
  • Schwierigkeit: Außer bei temporären Hindernissen (oder besonderen Bedingungen wie Hochwasser) gering, auch für weniger geübte Fahrer leicht zu meistern. Keine überdurchschnittliche Kondition erforderlich. Da aber immer mit unpassierbaren Hindernissen zu rechnen ist darf Ein- und Aussteigen auch bei schwierigen Bedingungen kein Problem sein.

 


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 2

Martina fand das lustig

Gans komischer Vogel

Donnerstag, 25.05.2017

Aufstehen, Frühstücken, um Kraft für die geplante Bootstour zu tanken. Zum Brötchen-Holen 2 Orte weiter waren wir zu bequem, also gab es mitgebrachtes Brot aus Martinas Hobbybäckerei. Martina wollte sich über eine Marmelade mit Luftblase über dem Boden schier kaputtlachen.

Eigentlich wollte ich möglichst früh los, um bei der „Wienhäuser-Mülenkanal-Rundtour“, die ich bei gpsies.com gefunden hatte, nicht zu sehr in der Sonne zu braten. Aber mit etwas trödeln hier und etwas trödeln da war es bald 10:00 Uhr und Tina & Carsten kamen — so früh hatten wir gar nicht mit ihnen gerechnet.

Ich schaute ihnen noch kurz beim Zeltaufbau zu, dann startete ich meine Tour. Die Strömung unterstützte die Fahrt nur mäßig (vielleicht 1 km/h Strömungsgeschwindigkeit), für einen Oker-verwöhnten Paddler wie mich ist die Aller auch in diesem Bereich landschaftlich eher langweilig. Bald erreichte ich das erste Wehr beim Kanu-Club Flotwedel. Dort herrschte schon mächtig „Vatertagsstimmung“ mit angetrunkenen Kanuten – unschön. Ich peilte kurz die Lage am Wehr, fand den Abfall oben am Sohlabsturz ganz eindrucksvoll, entschied mich trotzdem zu fahren statt zu umtragen. Dabei stellte ich mich an als wäre das meine erste Bootsgassenfahrt, ditschte mal links und mal rechts an die Begrenzung, Boot stellte sich etwas quer — mannomann, das sah sicher unsouverän aus. Passiert ist mir zwar nichts, ich falle ja nie aus dem Boot, aber ärgerlich fand ich das trotzdem.

Von oben und unten wurde Benutzung der Bootsrampe (was ich zunächst mit Bootsgasse verwechselt hatte) empfohlen, Bootsgasse scheint den örtlichen Behörden zu gefährlich?
.

Lieber bootsrampe als Bootsgasse?

Pause zum sondieren

Bootsgasse

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Bootsgasse von unten

Wehr von unten

Wehr aus der Ferne …

… mit Paddlern, die mir später noch mal begegneten

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Man sieht hinter den Wehren Kilometer-lang Schaumkrönchen auf dem Wasser, was da wohl im Wasser gelöst ist, was lieber nicht drin sein sollte?

Weiterfahrt durch wenig aufregende Landschaft, ich tat mich mit Deutung der Karte schwer, da eine wesentliche Stelle der Route auf meinem Kartenausedruck von der Sucheingabe verdeckt war, so dass mir die Karte einen falschen Eindruck vermittelte — ich fuhr erst mal am Abzweig des Wienhausener Mühlenkanals vorbei. An der nächsten Brücke wurde, gerade als ich dort ankam, ein großer Canadier für das Einsetzen vorbereitet, ein Einheimischer konnte mir sagen, dass ich ein Stückchen zum Mühlenkanal-Abzweig zurück musste, was mir ein peinliches Ortsschild-Angucken ersparte. Ich wurde von allen sehr dafür bedauert, ein Stück Aller-aufwärts gegen die Strömung paddeln zu müssen, das war aber nicht allzu anstrengend.

Einstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs – kurze Brotzeit!

Ausstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs

Die Abfahrt des Mülenkanal ist eigentlich leicht am linken Allerufer zu finden, das Kanalufer ist von hohen Bäumen gesäumt, das  Ufer mit Holzpflöcken und Brettern befestigt. Die Gegenströmung hier war heftig, im engen Bachbett gibt es wenig Möglichkeiten zu „tricksen“. Nach wenigen hundert Metern erreichte ich ein Wehr (Umtragung!). Ab da  war die Gegenströmung wesentlich geringer, nahm aber erwartungsgemäß bis zur Aller allmählich wieder zu. Die bei gpsies.com vorgestellte Fahrt im Uhrzeigersinn hat zwar den Nachteil, dass Aller-aufwärts keine der Bootsgassen genutzt werden kann, ist insgesamt aber sicherlich deutlich weniger anstrengend.

Links abbiegen? Oder geht es geradeaus weiter?

Während der weiteren Fahrt lockten mehrere Seitenarme nach links, der Richtungspfeil zum nächsten gespeicherten Wegpunkt auf meinem Tracker zeigte auch stets in halblinke Richtung. Aber aus keinem dieser Abzweige kam eine nennenswerte Strömung, was sie als mehr oder weniger „tote“ Seitenarme entlarvte. Flussaufwärts ist es aber nicht immer auf den ersten Blick klar, in welche Richtung es weiter geht; an der Stelle auf dem Bild: hinter dem Asperr-Baumstamm geht’s weiter, man kommt rechts vorbei!

Die Mittagssonne schien inzwischen kräftig, mir wurde beim Paddeln gegen die Strömung ganz schön warm. Mir kamen ausschließlich Boote entgegen, auch eine Paddlertruppe, die mir bereits am Wehr (siehe oben) begegnet war.

Gegen Ende des Mühlenkanals sah ich links am Lütersweg viele sehr schön gelegene Häuser, bei einigen hätte ich beim gerade stattfindenden Mittagsgrillen mal nach einer Stärkungs-Bratwurst fragen können, in einem stand ein Strauch mit ganz unwirklich leuchtend-orangen Blüten.

Am oberen Wehr des Kanals stand am Uferweg ein verlassener Kajak mit wenigen zig leeren Bierflaschen darin, aus einem Radio im Boot tönte Bruce Springsteen, Titel habe ich vergessen. Beim Ausstieg unterhalb hatte ich mit den vom langen Sitzen etwas tauben Beinen versehentlich meine 2. Wasserflasche in den Kanal getreten, sie war sofort außer Reichweite, ich sprang nicht hinterher, um sie (für mich) zu retten.

Kurz nach dem Wehr die Aller, dann auch schon das nächste Wehr. Dort etliche zig stark angetrunkene grölende Bootsfahrer und Zuschauer — wieder unschön. Die Bootsgassen-Abfahrt wirkte noch etwas schneller als beim ersten Aller-Wehr, nach meiner wenig überzeugenden Vorstellung am Anfang der Fahrt und mit meinem Sonneneinstrahlungs-bedingt (Schirmmütze vergessen!) etwas bräsigen Kopf beschloss ich, das Wehr zu umtragen. Unterhalb des Wehrs Riesen-Stau, am Steg warteten sicherlich je 5 Boote auf Ausstiegs- oder Einsetzmöglichkeit, Tendenz zunehmend, dabei auch viele lange Ruderboote und große Canadier — das dauert. Da ich keine ¾ Stunde im Stau feststecken wollte beschloss ich, an einer etwa Hüft-hohen Wand am Wehr, wo ich ruhige Strömung gefunden hatte, ins Boot zu hüpfen. Die schnell wachsende Zahl von Zuschauern auf der Straßenbrücke habe ich wohl enttäuscht, ich fiel nicht in’s Wasser.

Die restlichen 2 Kilometer bis zum Zeltplatz waren schnell geschafft, nach dem Ausstieg gönnte ich mir ein schön kühles Vatertagsbierchen, und bald gab es für jeden 1-2 Imbisswürstchen vom Vortag. Hier der GPX-Track zur Rundfahrt.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Dösen im Schatten, Um-Die-Ecke-Denken, Abendessen-Grillen, Relegationsfußballspiellauschen, stillem Verdauen. Da mein Fleece — einzig warmes Kleidungsstück — am ersten Wehr ordentlich nass geworden war, hatte ich zu wenig warmes zum Anziehen und fror etwas.

In der stockfinsteren Nacht (auch die Campingplatz-Wegebeleuchtung wird irgendwann abgeschaltet) sah ich einen phantastischen Sternhimmel.

 


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Ein Kommentar

Angepaddelt istʼs 🛶

Entweder war das Wetter schlecht oder ich musste arbeiten, mal war ich von Martina zum Eselchenstreicheln nach Essehof eingeladen, mal war ich zu faul – irgendetwas stand einer ersten Paddeltour bisher immer im Weg. Dann las ich etwas über eine Auszeit auf der Wupper-Talsperre und nahm mir vor (versprach?), endlich auch den Twist wieder aus dem Winterschlaf zu holen.

Dienstag war das Wetter dann doch sehr unsicher, also Mittwoch morgen stilecht mit dem Bus Linie 443 von der Havelstraße (300m vor der Haustür) zur Haltestelle Goslarsche Straße (gut 50m vorm „Bach“).

Wie gewohnt saß ich keine viertel Stunde nach der Ankunft im Boot, und los ging es, einmal im Uhrzeigersinn auf der Oker rund um Braunschweig. Richtig aufregendes gibt es nicht zu berichten, höchstens

  • Üblicher Okerromantik-Kitsch
    • Entenmütter mit vielen winzig kleinen Küken
    • Ein Gänseclan mit schon halbstarkem Nachwuchs — wobei „Gänseclan“ ja die braunschweiger Aussprache für eine Art Gänsegeschnetzeltes ist  😉
    • Blüte bei Kastanien, Goldregen, Bärlauch, Rosen
    • ein Eichhörnchen nimmt einen Schluck Okerwasser
    • Teichhühner hüpfen am Ufer entlang.

Und was man sonst auch immer wieder zu sehen bekommt. Einfach nur toll und schön!

Nennenswerte Strömung gab es nur zwischen den Wehren, der Wasserstand war wohl 10 … 20 cm unter Normal.

Der Einstieg an der lästig hohen Wand klappte schon mal prima, ich nahm mir auf dieser Fahrt trotzdem viel Zeit, über den Winter evtl. eingerostete Fähigkeiten wieder zu trainieren: ein- und aussteigen (ʼrausrollen, aufstehen und aussteigen, nach links, nach rechts, wieder einsteigen),  durch herabhängende Baumkronen genau da entlang fahren wo ich will, ohne mich mit den Paddeln zu verhaken — wer weiß, wann manʼs mal braucht. Die Örtze lockt 🙂

Noch mal Umtragen am Petriwehr, wir sollen dort eine kombinierte Fischtreppe und Bootsgasse bekommen. Umtragung Wendenwehr sind 600 m, kein Problem mit dem leichten Twist. Aber gleich dahinter die sehr niedrige Brücke, da ist mein Bauch immer sehr im Weg … .

Unter einigen Brücken roch es unschön.

Und weiter ging es.

Ende der Tour — Ausstieg!

Bei uns gibtʼs ja praktisch ausschließlich Ringeltauben, an einer Brücke in der Innenstadt sah ich auch mal andere hocken. Stadt-, Feld-, Sonstwas-Tauben? Ich kann Nicht-Ringeltauben nur schwer auseinanderhalten.

Auf dem Anlegesteg vor dem Steigenberger Hotel rastete eine Mädchen-Truppe mit 2 Kajaks vom Bootsverleih Kurt Schumacher Straße und wollte wissen, wie weit sie es denn noch hätten auf ihrer Braunschweig-Umrundung. Ich konnte nur „noch ziemlich“ sagen und ihnen Mut für die Wendenwehr-Umtragung machen — sie hatten schon 2/9 der Strecke auf der Karte geschafft. Ich hatte sie aber bei meinem Päuschen auf der Bank vorbeifahren sehen, um die Tour richtig auszukosten(?) fuhren sie ordentlich Zick-Zack, werden am Ziel wohl deutlich mehr als 9km „auf dem Tacho“ haben.

Ich ließ etwas Wasser aus dem Boot laufen, bevor ich es verpackte (richtig trocknen lassen ist hoffnungslos), während ich packte fuhr einer der halbstündlichen 443er-Busse Richtung Heimat vorbei. Statt mit Fahrt zum Rathaus zu tricksen in der Hoffnung, dort gleich in eine 5er-StraBa nach Hause umsteigen zu können, setzte ich mich noch eine Weile an die Bushaltestelle, wartete auf die nächste 443, trank meinen Rest-Tee und sah einer Blinden-Lauflernschulung zu. Thema der Schulung: Zurechtfinden und eindeutiges Verhalten im Straßenverkehr. Gar nicht uninteressant!

Dann kam meine Direktverbindung, ab nach Hause zum Mittagssnack!

Hier zum Schluss noch der GPS-Track zur Tour“

Während ich gestern Abend anfing zu schreiben zog draußen ein recht heftiges Gewitter durch. Eines der 2 verbliebenen Kaninchenkinder mümmelt seelenruhig vor der Haustür – hat schon Schlimeres erlebt 😉

Das