RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Campingwochenende — Tag 4 (Sonntag)

Meinen vagen Plan, vielleicht noch eine Twist-Fahrt über die Aller zur Bannetzer Schleuse zu unternehmen, habe ich fallen gelassen – noch einmal wollte ich mich nicht auf der Aller braten lassen. Stattdessen nur ein paar Übungen „Aussteigen an hohen Stegen. Dabei hörte ich ein ganz leises Zischeln unter dem Boot, Spüliwassertest brachte dann Gewissheit, ich habe ein winziges Löchlein im Boden 😦

Allerdings scheint es noch harmlos, es ist ü-ber-haupt-keine Verletzung zu sehen, und der Volumenstrom ist anscheinend so minimal, dass  man nur alle paar Tage nachpumpen müsste. Ich werde trotzdem morgen neuen Kleber bestellen (der alte aus mitgelieferten Reparatur-seist inzwischen aus beschädigter Tube ausgelaufen) und das Löchlein flicken.

Ansonsten: Ausruhen, Leuten zugucken, was man so macht.

Schwimmhilfenträger

Schwimmhilfenträger

Also die fand ich beispielsweise faszinierend, trugen Treckerreifenschläuchen nachempfundene Schwimmhilfen(?) den ganzen Tag wieder und wieder den Campingplatz von Westen bis zum östlichen Ende, um dann für einen erneuten Lauf die Örtze abwärts zum Badestrand zu „rodeln“. Verrückt!

Ich konnte auch endlich mein Geburtstags-Versprechen an Martina, ihren Rentner-Campingstuhl mit Plastik-Bodenschonern auszurüsten, einlösen. Etwas schwierig, weil es die Hersteller nicht mehr gibt, aber in der Remondis Campingzubehör-Abteilung fand ich endlich etwas halbwegs passendes.

Am Spätnachmittag stellte sich dann die vorhergesagte Schauerneigung ein, nach dem 3. Abendessen-Küchenaufbau mit Notflucht ins Zelt beschlossen wir dann, einen Burger-Bräter in Celle aufzusuchen (Kottlett s-Braten im Zelt – lieber nicht!), landeten bei Burger-King in Celle. Mein Burger schmeckte etwas verkohlt, Martinas 2 gleichen Burger waren völlig unterschiedlich — tja, hätten wir mal eine Notfall-Ravioli-dose dabei gehabt (oder einen Pavillon …), wir sind etwas aus der Übung.

Zum Wolkenhimmel-Einschlafrotwein waren wir dann wieder beim Zelt — und hatten vorübergehend beide Taschenmesser mit Korkenziehern verbummelt. Mein Schweizermesser tauchte nach kurzer Zeit in einer der vielen Ziphosentaschen wieder auf, Martinas erst daheim, fiel aus ihrem Schlafsack. Ich glaube, Martina hat noch einen Reserve-Korkenzieher in Die Bunte Kiste gepackt.

Abreise am nächsten Morgen

Es schauerte noch 2x, aber als Martina die Frühstücksküche aufgebaut hatte war Ruhe! Unspektakuläres Einpacken mit anschließender Heimfahrt, mit 2 Rollpalettenfahrten hatten wir alles vor der Haustür, Zelt war schnell auf dem Trockenboden, …

War schön (obwohl wir nicht ein einziges Glühwürmchen gesehen haben), vielleicht klappt es dieses Jahr noch einmal.

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Campingwochenende — Tag 3 (Samstag)

Beim Aufwachen das übliche Bienen-, Hummel- und Co.- Gesumme. Frühstück gab es heute früher, ich war etwas in Eile, da für heute meine Triathlon-Packrafting-Tour Winsen – Celle – Winsen geplant war. Eigentlich hätte ich lieber eine Örtze-Tour gemacht, aber die samstägliche ÖPNV-Anreise hätte schon den halben Tag gekostet (sarkastischer Kommentar der Futterlukenwirtin bei meiner Recherche an der Rezeption: „Fahrn’se mit dem Kajak hin, sindse schneller da“), und einen Versuch, so eine gottverlassene Straßenbrücke per Anhalter zu erreichen, wollte ich mit bei der prognostizierten Affenhitze nicht antun. An der Rezeption hatten sie aber Fahrplankopien für Busfahrten nach Celle, also Plan B: per Pedes zur Bushaltestelle (kurz hinter Ortsschild), 09:18 Uhr abfahrt nach Celle, noch 1 Kilometerchen zum bekannten Einstig am Schützenplatz-Parkplatz, auf der Aller zurück nach Winsen. Hier der GPS-Track zur Tour!

1km Anmarsch war erträglich, nach 5 Minuten kam der Bus, der freundliche Busfahrer wollte überlegen, ob ihm noch eine bessere Haltestelle als die von mir vorgeschlagene „An der Beeke“ gibt,  abschließend empfahl er mir Ausstieg an der Biermannstraße. Wie man sieht hätte ich hier schon in die Aller steigen können, da ich aber nicht so recht wusste, welches Gewässer das unter der Brücke war, und auch keine Strömung zu erkennen war, entschloss ich mich, weiter der Ausschilderung „Parkplatz Schützenplatz“ zu folgen und dort einzusteigen. Ein Kanu-Verleih lud dort zeitgleich ein Boot ab, ich kam aber schneller los — das Boot begegnete mir noch mehrmals.

Wie auch der Örtze fehlte der Aller etwas Wasser, anfangs musste ich 2x für jeweils ca. 100m aussteigen und den Twist hinter mir herziehen – die blöde Finne! Der Canadier, der mir nach einiger Zeit nachfolgte, kam anscheinen ohne solche Tricks durch. für die Mühe wurde ich durch eine Eisvogelbeobachtung entschädigt, dieser Städter war offenbar weniger schreckhaft, ließ mich bis auf gut 10m heran kommen, so dass ich sogar seinen Jagderfolg, irgendetwas Kleinfinger-großes, bewundern konnte. Ansonsten die üblichen Fahrrad-, Einkaufswagen und sogar mal eine Motorroller-Leiche. Hinter der JVA kurze Telefonate mit Martina (gönnte sich gerade ein zweites Kaffee-Frühstück) und Schwiegermutter (auch schönes Wetter an der Nordsee, wusste gar nicht, das wir campen waren).

Allmählich wurde es recht warm, meine Fahrt hatte bald mehr mit Niedertemperatur-Garung als mit Wassersport zu tun. Schatten-Bäume gab es wenn überhaupt stets nur am der Sonne abgewandten Ufer – teuflisch. Zudem wehte der Rückenwind mit knapp 5 km/h, meiner Paddelgeschwindigkeit — die meiste Zeit stand ich schön im eigenen Saft. Ein anderer Paddler überholte mich mit hohem Tempo, geschätzt 15 km/h, der hatte schönen Fahrtwind.

Für mich langsam im Twist ist ein Fluss wie die Aller eher langweilig, die Anzhal der Attraktionen / Stunde ist zu gering. Auf Gewässern wie  Oker oder Örtze, schön im Schatten, nah am Ufer, gibt es viel mehr zu sehen (und ich werde nicht so gebraten). An einem kühleren Tag mit mehr Strömung würde ich der Aller mehr Sternchen geben 😉

Wo ich  nun aber schon mal auf dem Wasser unterwegs war wollte ich mich nicht lumpen lassen und fuhr das letzte Stückchen Örtze noch bis zum Campingplatz. der dichte Gegenverkehr mit Freizeit-Sonntagspaddlern machte das nicht einfacher, am Badestrand war die Durchfahrt „dicht“, wo keine Boote im Weg standen war das Wasser zu niedrig. So musste ich dann noch einen kleinen Limbo im Twist hinlegen., unter dem Baum auf dem Photo durch.

Martina empfing mich  mit Begrüßungs-Snack, den Rest des Tages verbrachten wir mit lesen, faulenzen, Frei-WLAN-Nutzung und was man sonst so tut. Im Laufe des Nachmittags kam eine Biker-Truppe aus Berlin und baute ihr Camp in unserer Nähe auf – Martina war ärgerlich, als noch ein Dänisches Paar kam und sein Zelt in ihre Bikeraussicht aufbaute. Irgendwann kam mal lautes Musikgedröhn vom Bikercamp, was zunächst etwas Sorge bezüglich Nachtruhe bereitete, aber das gab sich bald wieder. Und in der Dämmerung hörte ich dann dieses (wie ich finde wunderschöne) Lied aus dem Camp, zu dem ich die Stimme mal wieder wie schon  im ersten Franken-Tatort nicht sofort erkannte, und da waren wir — zu recht, wie sich herausstellte — beruhigt.


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Campingwochenende — Tag 2 (Freitag)

Frühstück gab’s erst gegen 9, so fest haben wir geschlafen. Martina erstand die letzten 4 „freien“ Brötchen (zum bestellen war es am Vortag natürlich zu spät gewesen), Martina klärte gleich noch die Formalitäten und erfuhr dabei, dass wir dort schon immer unter unserer neuen Postleitzahl geführt wurden. Die Vorsehung … .

Wir ruhten uns viel aus, etwas benebelt von dem allgegenwärtigen Gesumme.

Iirgendwann beschloss ich aber, vom Anleger direkt hinter dem Zelt aus doch mal die Örtze auszuprobieren. Es war recht wenig Wasser im Bach, an vielen flachen Stellen schrapelte ich über den Grund, und in 80 Minuten kämpfte ich mich mit der Geschwindigkeit eines krabbelnden Kleinkinds bis zur Örtzebrücke. Zurück ging es locker flockig in 20 Minuten, hier der GPS-Track zur Tour.

Den restlichen Tag kleinere Campingplatzerkundungen (incl. „Futterluke“ zum Abendessen), Sternhimmelbetrachtung und was man so zum Ausruhen macht.


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Campingwochenende — Tag 1 (Donnerstag)

Einigermaßen spontan beschlossen wir, das geplante Campingwochenende bereits am Donnerstag zu beginnen. Martina schleppte in heldenhaftem Einsatz die meiste Ausrüstung bis vor die Haustür, ich erledigte den Rest der Strecke per Rollpalette. Irgendwie wurde es doch wieder später als geplant, und obwohl Martina darauf Bestand, uns nicht vor der Abfahrt noch schnell eine Döner-Box am Donau-Grill zu gönnen, kamen wir erst nach 20:00 Uhr auf dem Campingplatz Südheide  in Winsen an — nicht zuletzt, weil wir Martinas Komfort-Liege und Die Bunte Kiste noch in der Kastanienallee einladen mussten. Ich war irgendwie der Meinung, so ein Campingplatz sei eine Art Hotel für Leute mit Stoffzimmer im Kofferraum, bis spät in die Nacht geöffnet, aber nein, die Rezeption hatte seit 18:00 Uhr geschlossen. Aber zufällig war die Chefin gerade dort und lies uns als Spätankommer ˋrein.

Zeltaufbau schon halb im Dunklen, anschließend Pfannebratwürstchen mit ein paar Salatgurkenscheiben. Sättigungsbeilage (Erdnüsse aus der Dose) gab’s der Einfachheit halber hinterher.

Anschließend in halbliegender Sitzposition Blick in den phantastischen Sternhimmel mit Satelliten und jeder menge Sternschnuppen. Eine war absolut irre, die letzte halbe Sekunde sprühte sie wie eine rasende Wunderkerze. Pavillons werden echt überschätzt!

Kurz nach den Kleinkindern gingen wir auch zu Schlafsack.