RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 5

Sonntag, 28.05.2017

Frühstück wie gewöhnlich!

Dann gingʼs los mit Zelt-Abbauen, einräumen. Eine letzte kleine Paddelrunde verkniff ich mir, Tina und Carsten waren so schon viel schneller als wir. Es passte tatsächlich alles wieder ins Auto, obwohl wir noch 1 Geschirr-Abtrockentuch von Tina & Carsten zusätzlich mit nach Hause nehmen mussten. Mit 1x Zwischentanken Muffenzock, nur zu Martinas Beruhigung, ich wär‘ locker noch bis nach Hause, danach sogar noch bis zu einer nicht zu fernen Tankstelle gekommen 😉. Wir waren mal eifrig und haben den Wagen gleich noch ausgeräumt. Und wie schon gesagt, zu unserer Freude tobte Kaninchenkind Émile zur Begrüßung im Garten 🙂

Das war schön, da fahre ich sicher noch mal hin.

Sonst noch etwas?

Nach unserer Abendessen-Erfahrung ist der Klosterwirt in Wienhausen empfehlenswert.

Unerledigt, ungeklärt

Die Insekten, die an unserem Ankunftstag (Mittwoch) massenhaft, die übrigen Tage zeitweise zahlreich in niedriger Höhe auf und ab tanzten, konnten wir nicht zweifelsfrei bestimmen. Der Tanz war aber schon recht charakteristisch,in endloser Folge mal 1m ʼrauf, dort kurz verharren, dann wieder 1, ʼrunter, dort kurz verharren, dann … . Das Bild der Eintagsfliege im Harri Garms war dem, was wir sahen, schon sehr ähnlich, und das hier passt doch auch ungefähr:

Mit dem Bürgerbus muss ich natürlich auch noch mal fahren, beispielsweise zurück nach einer Paddeltour nach Celle! Und eine Paddeltour von Müden nach Schwachhausen wäre vielleicht auch nicht schlecht, aber die Busanreise Schachhausen → Müden (Aller): 5:15 Stunden mit 7x Umsteigen, ich weiß nicht … . Da wür‘ ich ja mit dem Twist schneller.

Der Campingplatz

Hunde frei, Strom pauschal und günstig, Sanitär nicht (mehr) toll, alles arg abgewohnt, rostige Seifenhalter, 1 Waschbecken fehlt, … . Aber brauchbar und sauber. Und eine Einfrier-Möglichkeit für Kühlakkus gibt es leider nicht, gut, dass Tina & Carsten eine elektrische Kühlbox hatten und das es an der Zeltwiese (nur an der flussabwärts) Stom gibt. Dafür lebt man dann eben sehr günstig, Martina und ich zahlten pro Nacht nur 9 €. Dafür haben die beim Namen „Am Allerstrand“ etwas gemogelt, es gibt dort keinen Strand. Etwas Nachteilig ist auch, dass es keinen Laden in der Nähe gibt, man muss für alles ca 4km nach Wienhausen fahren, etwas im Voraus planen. Für meinen Twist hatte ich einen perfekten Einstieg am Ende des kürzesten Weges zum Ufer: Bot zwischen Ufer und 2 Pflöcken im Wasser festklemmen, entspannt einsteigen, rückwärts ausparken, los gehtʼs. Mit breiteren Booten wird man sich schwer tun, das Ufer ist durchgängig hoch und sehr steil, und die Stege, an die ich mich erinnere, sind größtenteils eher zum Baden als zum Ein- und aussteigen geeignet. Allerdings war wenige zig Meter flussabwärts am kleinen Sprungturm ein kleiner Steg, der geeignet sein könnte — ich habe das nicht ausprobiert.

9 erstaunliche Dinge, die auch wir noch nicht über den Vatertag wussten

Bild aus dem Postillon

Vatertag, Männertag, Herrentag – das sind nur einige der Namen, unter deren Deckmantel sich auch heute wieder zahlreiche Männer unter …
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Mehr Bilder

gibt es für persönlich bekannte eingeladene Freunde, die wissen, wo …

 


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 4

Samstag, 26.05.2017

Frühstück wie gewohnt, Carsten holt Brötchen, ich setze mich an gedeckten Tisch.

Mein Trainingsprogramm für heute: Oberes Wehr mit Bootsgasse, bei der ich am Donnerstag gekniffen hatte. Unten am Wehr war wieder viel Schaum — Phosphat oder was auch immer im Wasser? Die Abfahrten waren unspektakulär, bei der ersten Fahrt doch wie immer ein etwas mulmiges Gefühl (wenn da doch ein Nagelbrett drin liegt, das ich übersehen habe …), aber alle 5 Fahrten problemlos.

Also wieder zurück, Moni & Arnulf aus Wennigsen waren schon da.

<😉> Ich sputete mich, die übernommene Grilladeneinkaufspflicht zu erledigen. Da Carsten bisher darauf bestanden hatte, alle Einkaufsfahrten zu erledigen, richtete ich es so ein, dass ich erst mal ohne Portemonnaie los fuhr, um dann noch eine 2. Fahrt nach Wienhausen heraus zu schinden. Fast hätte ich wegen eines vergessenen Kakaos auch noch eine 3. Fahrt machen dürfen, aber Carsten (natürlich!) wollte den am nächsten Morgen vom Bäcker mitbringen. </😉>

Ich schaute mit auf dem Rückweg noch die Busverbindungen an — ich will noch mal dort hin, andere Bootstouren ausprobieren.

Wir (fast)  alle machten einen kleinen Spaziergang entlang des linken Ufers Aller-abwärts, leider keine Bademöglichkeit für die Hunde (Maja zu klein, Luzy zu alt für das steile Ufer).

Zurück am Campingplatz bot Arnulf an, an einer halbwegs geeigneten kleinen Steintreppe Schwimmmeister für Luzy zu sein. Die ganze Zeit über wirkte Luzy immer etwas unglücklich, aber das hat ihr sichtbar großen Spaß gemacht.

Den Rest des Tages: In der Sonne sitzen, Um-Die-Ecke-Denken, Grillabendessen, was man halt so … . Außerdem sahen wir offenbar bei einem Training für irgendeine Treckerfahrermeisterschaft im Präzisionspflügen (oder ähnlich) zu. In endlosem Hin-undHer pflügten und eggten 2 Trecker „mit Gerät“ immer wieder dieselben wenigen Furchen auf dem schmalen Acker. 2 Störche freuten sich zunächst über das aufgepflügte Kleintier-Abendessen, später sahen sie ähnlich entgeistert wie wir vom Ackerrand aus dem sinnlosen Treiben zu. Ich muss mal bei Traktor-TV schauen, ob ich dazu etwas finde … .

Moni und Arnulf verabschiedeten sich so ca. Tagesschauzeit (Elternpflichten), wir saßen noch eine Weile draußen. Bei Dunkelheit dann zusätzlich zum tollen Abendrot 2 weitere Himmelsspektakel:

  • Die ISS zog seeeehr hell über uns hinweg
  • In Richtung Fluss-abwärts ein sehr spektakulärer Untergang der schmalen Sichel des Zunehmenden Mondes. Sah unwirklich aus, eher wie eine Sci-Fi-Illustration, gänzlich irreal.

Ich schlief wieder wie ein Murmeltier


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 3

Freitag, 26.05.2017

Als Langschläfer habe ichʼs immer gut, Frühstückstisch ist schon gedeckt, wenn ich aufstehe 🙂

Martina wollte mal so richtig „Einen Ruhigen machen“. Tina und Carsten fuhren zum Shoppen nach Celle fahren. Haupt-Anlass: wir hatten zwar ihre Elektro-Kühlbox, aber keinen passenden Camping-Strom-Adapter – wir sind ja so  naiv. Die beiden hatten die Kühlbox zunächst angeschafft, da sie der Tauglichkeit von Ferienwohnungs-Kühlschränken misstrauten, und wir alle haben uns für rasieren, Handy-Laden oder für was man gelegentlich sonst noch Strom brauchen könnte, immer bei Susanne und Michael eingeklinkt.

Mein Bootsfahrprogramm für den Tag: Bootsgassen-fahren-üben! Der Gumotex Twist wird in der Basisversion ohne Geradeauslauf (auch bei Fahrt mit Finne) geliefert – das muss durch Fahrer-Können kompensiert werden. Und ich möchte nicht  noch mal so unelegant durch eine Bootsgasse rauschen wie gestern. Also auf zum Wehr am  Kanu-Club Flotwedel! Auf der Fahrt dorthin duftete es von den Wiesen am linken Ufer intensiv nach frisch gemähtem Gras.

Dort sah es nach dem gestrigen Vatertag aus wie Sau:

Ich schaute mir die Bootsgasse zur Vorbereitung noch mal an, unterhielt mich mit einem Kanuten-Paar, das mir am Vortag bereits am Wehr oberhalb des Campingplatzes begegnet war. Ich gestand, dass ich dort gekniffen hatte, er, dass er vor einigen Jahren dort schon mal gekentert ist. Wir fachsimpelten noch etwas überʼs Bootsgassenfahren, dann machten sich die beiden auf den Weg, legten die Messlatte hoch:

Regungslos …

… in der Mitte der Bootsgasse …

… auf geradem Kurs wie ein Pfeil.

Während meiner Vorbereitungen hatte ein Canadier voller junger, offensichtlich völlig Kanu-unerfahrener Männer, abgelegt; die  machten ernsthaft Anstalten, die Bootsgasse herunterzufahren. So ist das oft, die Leute gucken jemandem zu, der es kann, bei dem sieht es einfach aus, und das ist dann Anlass für sie, anzunehmen, dass sie das auch können müssen. Nach kurzem probieren wurde ihnen aber wohl die Aussichtslosigkeit des Unterfangens klar, bis auf Steuermann und 1 Mitfahrer verließen alle wieder das Boot und gingen zu Fuß nach unten. Der Steuermann behauptete, mit dem Boot schon mehrere Bootsgassen hinunter gefahren zu sein, vermutlich allerdings als Fracht 😉 — erst hätte er den Canadier vor der Einfahrt fast quer gestellt, dann wären sie beim Von-Hand-Abstoßen an den Wänden vor der Abfahrt fast gekentert. Irgendwie schafften sie es doch heil nach unten – jungejunge!

Mein erster Versuch war zwar gelungener als meine gestrigen Bemühungen, aber noch weit von der Eleganz der beiden Kajaker entfernt. Auf dem Weg abwärts (immer noch etwas „schlängelig“) gerieten mir 2 Zahnputzbecher Wasser ins Boot, unten hinter der Bootsgasse noch 2 weitere, da ich aus der Strömung und in ein paar hohe „stehende Wellen“ geriet. Also noch mal das Ganze!

Der 2. Versuch geriet schon sehr viel besser (und verlief vollkommen trocken), die Fahrten 3, 4, und 5 gelangen mir perfekt:

Merkwürdiges Verkehrszeichen

Schwertlilie „am Wegrand“

Schnurgerade durch die Gasse, unten leicht nach rechts abgebogen, um in der Hauptströmung zu bleiben, dann in elegantem Bogen zum anvisierten Klampen, Boot festgemacht, ʼrausgehüpft und auf ein Neues! Warum ich immer „außen ʼrum“ über die Straßenbrücke zum Steg oberhalb des Wehrs lief, statt auf der Rampe unter der Brücke durch, habe ich vergessen 😉

Nach diesem erfolgreichen Training fuhr ich wieder heimwärts.

Beim Mittagssnack-Grillen führte Carsten seine neueste Errungenschaft vor, einen Grillkohleglutpusterix mit Energieeffizienzklasse A++++ (Handkurbelbetrieb). Dank des neuen Adapters gab es zum Imbisswürstchen perfekt gekühltes Pils aus der E-Kühlbox.

Den weiteren Tag verbrachten wir mit in der Sonne sitzen, Um-Die-Ecke-Denken, Nichtstun, was man im Urlaub halt so macht.

Abendessen gab es beim Klosterwirt in Wienhausen, eine Pollenflug-Episode verschaffte mir einen Nießanfall und Martina für den Rest des Abends ein tränendes Auge.

Weitere Beschäftigung: was man … ! Wir unterhielten uns auch über die Lottozahlen und verpasste Möglichkeiten:

Symbolbild aus dem Postillon

Ich fragte mich, ob es am Wehr nach dem Muttertag wohl auch so verheerend aussah? Ein Beitrag im Postillon lässt das vermuten 😉

Während ich mir das kitschige Abendrot anschaute beobachtete ich einige Fledermäuse, die für ein paar Minuten immer wieder über die spiegelglatte Aller flogen. Jedes mal gab es ein leises Plätschergeräusch und die jeweilige Fledermaus hinterließ eine kurze Kräuselspur. Keine Ahnung, ob sie etwas tranken oder Wasserläufer von der Oberfläche fischten …

Ich schlief wieder „wie ein Murmeltier“.

 


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 2

Martina fand das lustig

Gans komischer Vogel

Donnerstag, 25.05.2017

Aufstehen, Frühstücken, um Kraft für die geplante Bootstour zu tanken. Zum Brötchen-Holen 2 Orte weiter waren wir zu bequem, also gab es mitgebrachtes Brot aus Martinas Hobbybäckerei. Martina wollte sich über eine Marmelade mit Luftblase über dem Boden schier kaputtlachen.

Eigentlich wollte ich möglichst früh los, um bei der „Wienhäuser-Mülenkanal-Rundtour“, die ich bei gpsies.com gefunden hatte, nicht zu sehr in der Sonne zu braten. Aber mit etwas trödeln hier und etwas trödeln da war es bald 10:00 Uhr und Tina & Carsten kamen — so früh hatten wir gar nicht mit ihnen gerechnet.

Ich schaute ihnen noch kurz beim Zeltaufbau zu, dann startete ich meine Tour. Die Strömung unterstützte die Fahrt nur mäßig (vielleicht 1 km/h Strömungsgeschwindigkeit), für einen Oker-verwöhnten Paddler wie mich ist die Aller auch in diesem Bereich landschaftlich eher langweilig. Bald erreichte ich das erste Wehr beim Kanu-Club Flotwedel. Dort herrschte schon mächtig „Vatertagsstimmung“ mit angetrunkenen Kanuten – unschön. Ich peilte kurz die Lage am Wehr, fand den Abfall oben am Sohlabsturz ganz eindrucksvoll, entschied mich trotzdem zu fahren statt zu umtragen. Dabei stellte ich mich an als wäre das meine erste Bootsgassenfahrt, ditschte mal links und mal rechts an die Begrenzung, Boot stellte sich etwas quer — mannomann, das sah sicher unsouverän aus. Passiert ist mir zwar nichts, ich falle ja nie aus dem Boot, aber ärgerlich fand ich das trotzdem.

Von oben und unten wurde Benutzung der Bootsrampe (was ich zunächst mit Bootsgasse verwechselt hatte) empfohlen, Bootsgasse scheint den örtlichen Behörden zu gefährlich?
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Lieber bootsrampe als Bootsgasse?

Pause zum sondieren

Bootsgasse

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Bootsgasse von unten

Wehr von unten

Wehr aus der Ferne …

… mit Paddlern, die mir später noch mal begegneten

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Man sieht hinter den Wehren Kilometer-lang Schaumkrönchen auf dem Wasser, was da wohl im Wasser gelöst ist, was lieber nicht drin sein sollte?

Weiterfahrt durch wenig aufregende Landschaft, ich tat mich mit Deutung der Karte schwer, da eine wesentliche Stelle der Route auf meinem Kartenausedruck von der Sucheingabe verdeckt war, so dass mir die Karte einen falschen Eindruck vermittelte — ich fuhr erst mal am Abzweig des Wienhausener Mühlenkanals vorbei. An der nächsten Brücke wurde, gerade als ich dort ankam, ein großer Canadier für das Einsetzen vorbereitet, ein Einheimischer konnte mir sagen, dass ich ein Stückchen zum Mühlenkanal-Abzweig zurück musste, was mir ein peinliches Ortsschild-Angucken ersparte. Ich wurde von allen sehr dafür bedauert, ein Stück Aller-aufwärts gegen die Strömung paddeln zu müssen, das war aber nicht allzu anstrengend.

Einstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs – kurze Brotzeit!

Ausstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs

Die Abfahrt des Mülenkanal ist eigentlich leicht am linken Allerufer zu finden, das Kanalufer ist von hohen Bäumen gesäumt, das  Ufer mit Holzpflöcken und Brettern befestigt. Die Gegenströmung hier war heftig, im engen Bachbett gibt es wenig Möglichkeiten zu „tricksen“. Nach wenigen hundert Metern erreichte ich ein Wehr (Umtragung!). Ab da  war die Gegenströmung wesentlich geringer, nahm aber erwartungsgemäß bis zur Aller allmählich wieder zu. Die bei gpsies.com vorgestellte Fahrt im Uhrzeigersinn hat zwar den Nachteil, dass Aller-aufwärts keine der Bootsgassen genutzt werden kann, ist insgesamt aber sicherlich deutlich weniger anstrengend.

Links abbiegen? Oder geht es geradeaus weiter?

Während der weiteren Fahrt lockten mehrere Seitenarme nach links, der Richtungspfeil zum nächsten gespeicherten Wegpunkt auf meinem Tracker zeigte auch stets in halblinke Richtung. Aber aus keinem dieser Abzweige kam eine nennenswerte Strömung, was sie als mehr oder weniger „tote“ Seitenarme entlarvte. Flussaufwärts ist es aber nicht immer auf den ersten Blick klar, in welche Richtung es weiter geht; an der Stelle auf dem Bild: hinter dem Asperr-Baumstamm geht’s weiter, man kommt rechts vorbei!

Die Mittagssonne schien inzwischen kräftig, mir wurde beim Paddeln gegen die Strömung ganz schön warm. Mir kamen ausschließlich Boote entgegen, auch eine Paddlertruppe, die mir bereits am Wehr (siehe oben) begegnet war.

Gegen Ende des Mühlenkanals sah ich links am Lütersweg viele sehr schön gelegene Häuser, bei einigen hätte ich beim gerade stattfindenden Mittagsgrillen mal nach einer Stärkungs-Bratwurst fragen können, in einem stand ein Strauch mit ganz unwirklich leuchtend-orangen Blüten.

Am oberen Wehr des Kanals stand am Uferweg ein verlassener Kajak mit wenigen zig leeren Bierflaschen darin, aus einem Radio im Boot tönte Bruce Springsteen, Titel habe ich vergessen. Beim Ausstieg unterhalb hatte ich mit den vom langen Sitzen etwas tauben Beinen versehentlich meine 2. Wasserflasche in den Kanal getreten, sie war sofort außer Reichweite, ich sprang nicht hinterher, um sie (für mich) zu retten.

Kurz nach dem Wehr die Aller, dann auch schon das nächste Wehr. Dort etliche zig stark angetrunkene grölende Bootsfahrer und Zuschauer — wieder unschön. Die Bootsgassen-Abfahrt wirkte noch etwas schneller als beim ersten Aller-Wehr, nach meiner wenig überzeugenden Vorstellung am Anfang der Fahrt und mit meinem Sonneneinstrahlungs-bedingt (Schirmmütze vergessen!) etwas bräsigen Kopf beschloss ich, das Wehr zu umtragen. Unterhalb des Wehrs Riesen-Stau, am Steg warteten sicherlich je 5 Boote auf Ausstiegs- oder Einsetzmöglichkeit, Tendenz zunehmend, dabei auch viele lange Ruderboote und große Canadier — das dauert. Da ich keine ¾ Stunde im Stau feststecken wollte beschloss ich, an einer etwa Hüft-hohen Wand am Wehr, wo ich ruhige Strömung gefunden hatte, ins Boot zu hüpfen. Die schnell wachsende Zahl von Zuschauern auf der Straßenbrücke habe ich wohl enttäuscht, ich fiel nicht in’s Wasser.

Die restlichen 2 Kilometer bis zum Zeltplatz waren schnell geschafft, nach dem Ausstieg gönnte ich mir ein schön kühles Vatertagsbierchen, und bald gab es für jeden 1-2 Imbisswürstchen vom Vortag. Hier der GPX-Track zur Rundfahrt.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Dösen im Schatten, Um-Die-Ecke-Denken, Abendessen-Grillen, Relegationsfußballspiellauschen, stillem Verdauen. Da mein Fleece — einzig warmes Kleidungsstück — am ersten Wehr ordentlich nass geworden war, hatte ich zu wenig warmes zum Anziehen und fror etwas.

In der stockfinsteren Nacht (auch die Campingplatz-Wegebeleuchtung wird irgendwann abgeschaltet) sah ich einen phantastischen Sternhimmel.

 


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Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 1 🏕

Sonntag Mittag sind wir bereits vom Camping zurückgekehrt. Zu unserer Freude sahen wir gleich nach der Rückkehr unser Lieblings-Kaninchenkind Émile auf „Clangebiet“ unter unserem Balkon toben. Wir hatten bei der Abfahrt seine Überlebenschance für die nächsten Tage als nur gering eingeschätzt, es sind weiterhin viele Katzen unterwegs, und meine letzte „Amtshandlung“ vor unserer Abfahrt am Mittwoch war, dass ich ihn von der Eibe im Garten vertrieb (die Einschätzungen zur Giftigkeit von Eiben für Kaninchen ist ja uneinheitlich, doch Vorsicht ist die Mutter … .).

Unser lauschiges Plätzchen. Die Einsetzstelle für den Twist sieht man am Ufer links von der linken Weide, wo das Wasser über dem Rasen schimmert.

Aber von vorn:

Tag 1 — Mittwoch, 24.05.2017

Da mein favorisierter Campingplatz Südheide mit neuem Online-Buchungssystem, Panikmache „Nur noch 20 Plätze frei …“ — auf einer unparzellierten Zeltwiese?) und kundenunfreundlichen Stornierungsbedingungen (ab 3 Tagen vorher: 90% des Preises werden fällig …) nervte, suchten wir wegen diverser Unsicherheiten bei unseren Teilnehmern eine Alternative, und unsere Wahl fiel auf den von Martina vorgeschlagenen Camping Allerstrand in Schwachhausen.

Wir hatten Glück, es passte alles ins Auto, und mit 1 Stunde Verspätung kamen wir gegen 16:00 Uhr los. Erster Stau nach wenigen Kilometern bei Watenbüttel (Ursache: Rundumlicht-Abschleppwagen am Straßenrand), zweiter vor Ohrum  (Unfall im Ort). Wir fanden den Platz problemlos, da es auf der südlichen Zeltwiese keinen Kühlbox-Strom gab entschieden Martina und ich uns für ein für die meiste Zeit des Tages schattiges Plätzchen auf der Nordwiese. Zeltaufstellen etc. wie stets problemlos, Anmeldung („rufen sie einfach an, wenn sie da sind“) auch, der „Manager“ stand vor dem Sanitärhäuschen 5 Meter neben mir, als ich anrief 🙂

Dann musste ich erst mal Probepaddeln, nur eine Mini-Fahrt von einer schnell gefundenen passablen Einsetzstelle (nur für schmale Boote geeignet) zur Straßenbrücke am südlichen Platzende und zurück.

Beim Abendessenkochen tat sich der Kartuschenkocher mit fast leerer Kartusche schwer, gegen den kalten Wind anzuheizen, und beim „Spaghettikochen mit nur 1 Topf“ zeigte sich unsere etwas verloren gegangene Übung (Sauce zu dünn und nicht vorgekochtinDeckewarmgehalgen …).

Wir saßen noch eine Weile bei wenigen Bechern Rotwein und einem Bierchen draußen, Strenhimmel fiel wegen Bewölkung aus, irgendwann mummelten wir uns in die Schlafsäcke und schliefen gut, nur Kurze morgendliche Unterbrechungen durch Krähenterror, ein fernes Gebrüll-Wortgefecht und Wacholderdrosselterror (die Biester verfolgen mich seit einiger Zeit …)

 


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