RainerSeiner

Privates von Rainer B.

Campingwochenende — Tag 3 (Samstag)

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Beim Aufwachen das übliche Bienen-, Hummel- und Co.- Gesumme. Frühstück gab es heute früher, ich war etwas in Eile, da für heute meine Triathlon-Packrafting-Tour Winsen – Celle – Winsen geplant war. Eigentlich hätte ich lieber eine Örtze-Tour gemacht, aber die samstägliche ÖPNV-Anreise hätte schon den halben Tag gekostet (sarkastischer Kommentar der Futterlukenwirtin bei meiner Recherche an der Rezeption: „Fahrn’se mit dem Kajak hin, sindse schneller da“), und einen Versuch, so eine gottverlassene Straßenbrücke per Anhalter zu erreichen, wollte ich mit bei der prognostizierten Affenhitze nicht antun. An der Rezeption hatten sie aber Fahrplankopien für Busfahrten nach Celle, also Plan B: per Pedes zur Bushaltestelle (kurz hinter Ortsschild), 09:18 Uhr abfahrt nach Celle, noch 1 Kilometerchen zum bekannten Einstig am Schützenplatz-Parkplatz, auf der Aller zurück nach Winsen. Hier der GPS-Track zur Tour!

1km Anmarsch war erträglich, nach 5 Minuten kam der Bus, der freundliche Busfahrer wollte überlegen, ob ihm noch eine bessere Haltestelle als die von mir vorgeschlagene „An der Beeke“ gibt,  abschließend empfahl er mir Ausstieg an der Biermannstraße. Wie man sieht hätte ich hier schon in die Aller steigen können, da ich aber nicht so recht wusste, welches Gewässer das unter der Brücke war, und auch keine Strömung zu erkennen war, entschloss ich mich, weiter der Ausschilderung „Parkplatz Schützenplatz“ zu folgen und dort einzusteigen. Ein Kanu-Verleih lud dort zeitgleich ein Boot ab, ich kam aber schneller los — das Boot begegnete mir noch mehrmals.

Wie auch der Örtze fehlte der Aller etwas Wasser, anfangs musste ich 2x für jeweils ca. 100m aussteigen und den Twist hinter mir herziehen – die blöde Finne! Der Canadier, der mir nach einiger Zeit nachfolgte, kam anscheinen ohne solche Tricks durch. für die Mühe wurde ich durch eine Eisvogelbeobachtung entschädigt, dieser Städter war offenbar weniger schreckhaft, ließ mich bis auf gut 10m heran kommen, so dass ich sogar seinen Jagderfolg, irgendetwas Kleinfinger-großes, bewundern konnte. Ansonsten die üblichen Fahrrad-, Einkaufswagen und sogar mal eine Motorroller-Leiche. Hinter der JVA kurze Telefonate mit Martina (gönnte sich gerade ein zweites Kaffee-Frühstück) und Schwiegermutter (auch schönes Wetter an der Nordsee, wusste gar nicht, das wir campen waren).

Allmählich wurde es recht warm, meine Fahrt hatte bald mehr mit Niedertemperatur-Garung als mit Wassersport zu tun. Schatten-Bäume gab es wenn überhaupt stets nur am der Sonne abgewandten Ufer – teuflisch. Zudem wehte der Rückenwind mit knapp 5 km/h, meiner Paddelgeschwindigkeit — die meiste Zeit stand ich schön im eigenen Saft. Ein anderer Paddler überholte mich mit hohem Tempo, geschätzt 15 km/h, der hatte schönen Fahrtwind.

Für mich langsam im Twist ist ein Fluss wie die Aller eher langweilig, die Anzhal der Attraktionen / Stunde ist zu gering. Auf Gewässern wie  Oker oder Örtze, schön im Schatten, nah am Ufer, gibt es viel mehr zu sehen (und ich werde nicht so gebraten). An einem kühleren Tag mit mehr Strömung würde ich der Aller mehr Sternchen geben 😉

Wo ich  nun aber schon mal auf dem Wasser unterwegs war wollte ich mich nicht lumpen lassen und fuhr das letzte Stückchen Örtze noch bis zum Campingplatz. der dichte Gegenverkehr mit Freizeit-Sonntagspaddlern machte das nicht einfacher, am Badestrand war die Durchfahrt „dicht“, wo keine Boote im Weg standen war das Wasser zu niedrig. So musste ich dann noch einen kleinen Limbo im Twist hinlegen., unter dem Baum auf dem Photo durch.

Martina empfing mich  mit Begrüßungs-Snack, den Rest des Tages verbrachten wir mit lesen, faulenzen, Frei-WLAN-Nutzung und was man sonst so tut. Im Laufe des Nachmittags kam eine Biker-Truppe aus Berlin und baute ihr Camp in unserer Nähe auf – Martina war ärgerlich, als noch ein Dänisches Paar kam und sein Zelt in ihre Bikeraussicht aufbaute. Irgendwann kam mal lautes Musikgedröhn vom Bikercamp, was zunächst etwas Sorge bezüglich Nachtruhe bereitete, aber das gab sich bald wieder. Und in der Dämmerung hörte ich dann dieses (wie ich finde wunderschöne) Lied aus dem Camp, zu dem ich die Stimme mal wieder wie schon  im ersten Franken-Tatort nicht sofort erkannte, und da waren wir — zu recht, wie sich herausstellte — beruhigt.

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Autor: rrbd

Freelancer, Engineer, Camper, Canoeist

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