RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Urban Packrafting BS — Schladen — BS 🛶

neudeutsch vollständig 🚋🚆🛶🚋🚏 — Paddeltour wird dem komplexen Geschehen nicht wirklich gerecht  😉

Ich hatte zunächst einige Bedenken, weil der Ohrumer Pegel doch deutlich höher stand als bei meinem letzten derartigen Hochwasser-„Ritt“ 2014:

Heute Morgen siegte dann aber mein genetisch angelegter rheinischer Optimismus („Et hätt noch immer jot jejange“) über die Bedenken, und um kurz nach halb acht saß ich in der Straßenbahn, 20 nach 8 Weiterfahrt mit der Bahn nach Schladen.

Unterwegs einige überschwemmte Flächen, sah aus dem Zugfenster nicht allzu dramatisch aus. Kein Halt in Börßum, Bahnsteig war vom Hochwasser beschädigt.

Vom Bahnhof Schladen sind es dann nur wenige Minuten Fußweg zur Einsetzstelle.

Der Twist war in wenigen Minuten aufgepumpt, ich verpackte die meiste Wäsche wasserdicht, behielt für die Fahrt in Erwartung des ersten Sohlabfalls bald hinter der Börßumer Hauptgenossenschaft nur Badehose + T-Shirt an.

Wenige Minuten später war der Twist im Wasser und ich saß drin, Fahrt diente auch dem Test meiner Bootsschuhe.

Die Strömung der schmalen Oker am Einstieg ist achtungseinflößend, lt. GPS 8 km/h.  Ich brauchte erst ein Weilchen, bis ich wieder zielgenau zwischen den Hindernissen durchtänzeln konnte.

Ich habe wohl fast 10 Eisvögel unterwegs gesehen, schon 1/4 Stunde nach der Abfahrt flogen 3 gleichzeitig auf, 2 Sekunden später ein vierter. Dann noch mehrere Sichtungen.

‚raus mit dem Wasser

Der erste Sohlabfall bei Börßm war gewohnt gewaltig, ich fuhr zwar sicher und schnur-geradeaus druch, aber da sind Wellen mit Spitze-Spitze grob geschätzt 1m; mit einem nur zweieinhalb Meter langen offenen Boot … . Ich bekam wieder einen Eimer Wasser in den Twist, den ich kurz hinter dem Sohlabfall wieder in die Oker kippte.

Die beiden folgenden Sohleabfälle sind harmloser, der 3. allerdings auch mit sehr hohen Wellen — dort bekam ich aber nur einen Zahnputzbecher voll Wasser ins Boot, das war schnell mit dem Viskoseschwamm wieder hinausbefördert.

Extraschlenker

Lebensgefahr!!!

Bei Ohrum verpasste ich doch glatt die Abzweigung. Hatte zwar den Verdacht, dass an der Stelle, wo heute das Wasser auch ungeplant am linken Ufer abfloss, der Einstieg in die Umtragung war, aber erst das Lebensgefahr-Schild etwas später brachte Klarheit. Mit etwas Anstrengung schaffte ich es zurück zum Ausstieg.

Insgesamt hatte ich auf der Fahrt viel weniger Strömungs-Unterstützung als wg. des hohen Ohrumer Pegelstands erwartet — dazu noch zeitweise heftiger Gegenwind … . Für „Im Vorbeifahren Süßkirschen von den Bäumen am Ufer pflücken“ warʼs aber doch zu schnell. Lästig waren die vielen Pferdebremsen, nur bei zügiger Fahrt hielten sich ihre Angriffe in Grenzen. Ich hatte befürchtet, auch Streckenabschnitte zu erleben, wo der Fluss durch einen großen Überschwemmungssee fließt, das war aber glücklicher Weise nirgends der Fall. Ich bin nicht einmal sicher, ob der als „Überschwemmung“ fotografierte See nicht einfach dieser kleine See war. Die weitere Fahrt war insgesamt problemlos, für Abzweig und Ausstieg hatte ich Wegpunkte auf dem Tracker gespeichert, so dass es da keine Verwechselungen geben konnte.

Der Tunnel kurz vor dem Ausstieg war witzig!

Zum GPX-Track „Bootsfahrt

Zum GPX-Track „Heimfahrt

Am Ziel war ein komfortabler Ausstieg, der Twist war schnell eingepackt, am Bahnhof kam sofort der Bus Linie 420 nach BS, wm Bahnhof sofort Anschluss an die Tram Linie 5, sogar der Schienenersatzverkehr vom Donauknoten zum Queckenberg stand schon bereit, so dass ich mit reichlich Sicherheit rechtzeitig zum verabredeten Nachmittags-Kaffée mit Martina wieder zu Hause in der Lechstraße war.

Schöne Fahrt war das!

 


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Oker-Paddeltour von Wolfenbüttel nach Braunschweig

Rossmanntüte

Rossmanntüte

Die Tour bin ich schon gelegentlich gefahren, aber noch nie seit unserem Umzug in die Weststadt.

Am Samstag Abend habe ich noch das Boot geflickt, Busverbindung herausgesucht, am Sonntag ging es dann gegen 09:30 viel später als eigentlich für eine Sonnenaufgangs-Paddeltour“ geplant los. Meiner neuen „Packrafting“-Leidenschaft folgend mit Straßenbahn und Bus nach Wolfenbüttel, Einstieg dieses mal nicht an der Kenosha-Brücke (bei dem derzeit geringen Wasserstand hätte ich das Boot wohl die ersten 300m hinter mir herziehen müssen), sondern an der Sèvres-Brücke  am Ostufer des Hauptarms (ein paar hundert Meter mehr zu laufen). Bei niedrigem Wasserstand geht das besch….. (jedenfalls wenn man keine nassen Füße mag) — ich schob die vordere Hälfte des Boots in das Abwasser(?)-Rohr, wo ich trockenen Fußes einsteigen konnte, und ohne sonderlich viel Bodenberührung dann in die Oker zurücksetzen konnte. Nicht schön, aber am Seitenarm wäre es noch schwieriger gewesen.

Müll + Entengrütze

Müll + Entengrütze

Schon auf dem ersten Kilometer sah ich aus relativ naher Distanz (gut 20m?) wie erhofft einen Eisvogel auffliegen, damit war dieser Programmpunkt schon mal erledigt. Wie vermutet war der Wasserstand über weite strecken ca. 20cm niedriger als normal, es reichte aber, um überall problemlos durch zu kommen. Die Landschaft war noch weniger herbstlich als bei der letzten Fahrt, aber auch schön. Die Fahrt in der Nähe von Autobahnbrücken ist und bleibt nervig, und leider sieht man jede Menge Müll (zumeist aus Plastik) auf der Oker schwimmen. Gemütlich fuhr ich nach Leiferde, wo ich an einem schon gelegentlich genutzten Steg ein Päuschen einlegte. Zu meiner Überraschung kam nach wenigen Minuten ein Stand-Up-Paddling – Paar aus Richtung Wolfenbüttel. Wir tauschten kurz woher-wohin aus, sie erkundeten für andere SUPer die Fahrt WF-BS. Einen Unterschied zum „normalen Kajaken“ sah ich sofort – ich musste bei der Durchfahrt unter der Fischerbrücke  nicht den Kopf einziehen 😉

Wenige Kilometer weiter machten die beiden Pause und ich überholte sie. Bis dahin kam mit noch ein anderes SUP-Paar entgegen, auf einem Brett fuhr ein Hund mit – kaum zu glauben! Auch andere Kajaks traf ich (aller stromaufwärts fahrend, seltsam!).

Durch die Bootsgasse am Wehr bei Rüningen führte mehr Wasser als erwartet, Durchfahrt war problemlos. Der Bootsverkehr nahm weiter zu, besondere Naturschauspiele sah ich keine, hier nahm ich die Abkürzung. Auffällig waren die Unmengen an „Entengrütze“ — kann man angeblich auch essen … . Auch sonst (unter der Wasseroberfläche) fand ich die Oker „zugewachsener“ als ich sie sonst für diese Jahreszeit in Erinnerung hatte.

Am Anleger bei Schloss Richmond fand gerade ein Foto-Shooting mit prächtig gekleidetem Brautpaar statt, ob echte Hochzeit oder Fotos für Brautmodenwerbung konnte ich nicht ergründen, die Gespräche über die Oker hinweg waren auf Russisch.

Nach kurzem Beobachtungs-Halt (ohne Auszusteigen)  bei den Okerbienen inspizierte ich per Pedes die Befahrbarkeit der Bootsgasse am Eisenbüttler Wehr. Die war grenzwertig, viele der Bürsten schauten deutlich aus dem Wasser, richtig gut geht es, wenn alle von Wasser bedeckt sind. Die Kajaker-Truppe, die kurz vor mir Flussabwärts dort angekommen war, entschied sich für Umtragung und hatte die für mich nicht ohne weiteres nachvollziehbare Hypothese, mit einem Luftboot wäre das ja risikoärmer, weil nichts kaputt geht, wenn man damit gegen einen Felsen kracht. So weit richtig, aber Nägel, Bleche und Glasscherben auf dem Grund oder in den Bürsten verfangen … ! Ich befand die Gasse für gerade so noch befahrbar und lag richtig damit. An einer stelle musste ich im Twist etwas „hüpfen“, über die restlichen Borstenhindernesse kam ich langsam aber sicher ohne Tricks hinweg.

An der Drachenbrücke dann ein kleiner Aufreger, die Durchfahrt war wegen des Entenrennens auf der Oker per Netz vorübergehend gesperrt, wer höflich fragte wurde aber durchgelassen.

Bald darauf erreichte ich meinen Standard-Ausstieg für Heimfahrt mit der Straßenbahnlinie 5. Auf der Astgabel meines Ausstiegs-Baums saßen 2 Jugendliche im frühen Studentenalter, hörten Musik und philosophierten über gesamtgesellschaftliche Fragen. Ich schwang erst den Po auf den waagrecht liegenden Baumstamm und balancierte dann unter leicht hämischen Kommentaren etwas unsicher zum Ufer. Das Balancieren wird im Alter nicht besser, und nach dem langen Sitzen sind die Beine auch erst mal immer etwas Taub. Ging aber alles gut, und nach wenigen Minuten hatte ich das Boot verpackt und ging zur Straßenbahn, die nach 10 Minuten pünktlich kam.

Das war schön.

Und hier der GPS-Track zur Tour.