RainerSeiner

Privates von Rainer B.


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Ich als (Kommunal-) Wahlhelfer

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Wahlhelfer mussten draußen warten – nie wieder mache ich mich über österreichische Präsidentenwahlen lustig.

Am Sonntag nun also mein erster Wahlhelfer-Einsatz – bei der Kommunalwahl 2016. Ging schon schlecht los, erst habe ich schlecht von der Wahl geträumt, im Traum klappte ziemlich wenig. Dann löste gegen 04:00 Uhr ein schon längst vergessener Rauchmelder aus der Kastanienallee aus. Ich wunderte mich erst über meine Ortungsschwierigkeiten, ich konnte einfach nicht feststellen, welcher unserer Wohnungsrauchmelder es nun war, bis ich dann doch den alten im Büroregal fand. Martina hatte sich einfach ungerührt herumgedreht — Feueralarm bitte nur während der regulären Dienstzeit! 😉

Dann auf zum Wahllokal, dort gab es schnell lange Gesichter, wir Wahlhelfer waren ausgesperrt. Ehe ich doch noch unseren Tapeziertisch für ein improvisiertes Wahllokal anschleppte ergriff ich lieber telefonisch die Initiative und informierte das Wahlamt, nach allerlei hin und her kam dann kurz vor 8 der Hausmeister. Es gab noch viel aufzubauen (für Seife am Handwaschbecken der Herrentoilette hat es den ganzen Tag nicht mehr gereicht), so dass es erst mit 20 Minuten Verspätung mit der Stimmabgabe los gehen konnte. Ich hatte lieber jemand anderen zur Beruhigung des teilweise einigermaßen aufgebrachten Wahlvolks vor der Tür eingeteilt. Weiterlesen


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Kommunalwahl-Vorbereitung

Der Besuch der Bezirksratsversammlung neulich hatte noch keine wirkliche Klarheit gebracht, wen ich am kommenden Sonntag wählen soll, also besuchte ich am Dienstag eine Podiumsdiskussion der Spitzenkandidaten — Einzelheiten zur Veranstaltung in der Septemberausgabe unseres Stadtteilmagazins.

Da ich gleich noch heftig meckern werde die Relativierung vorweg, ich fand es toll, dass diese Veranstaltung durchgeführt wurde (besonderer Dank an unseren unermüdlichen Heimatpfleger Edmund Heide), und ich habe großen Respekt vor den Leuten, die sich engagieren, um ihren Stadtteil zu gestalten. Es ist frustrierend, dass von unseren geschätzt 15.000 Wahlberechtigten mal gerade 50 Interesse zeigten …

Die Veranstaltung begann verspätet, weil der Spitzenkandidat der Grünen — wie auch schon bei der von mir besuchten Ratssitzung — zu spät kam.

Wenn ich jemanden wählen soll, muss mir das, was er vorhat, gefallen, und er muss mir hinreichend Vertrauen einflößen, dass er auch in der Lage sein wird, sein (unser) Vorhaben voranzubringen. Bei den Zielen kann man naturgemäß unterschiedliche Vorlieben haben, völligen Blödsinn habe ich nicht gehört, wenngleich ich bei einigen der wenigen von den Kandidaten geäußerten Realisierungsvorstellungen durchaus Bedenken habe. Immer nur auf der teuren Staatstheater-Bezuschussung ˊrumreiten … .

Bei dem Prüfstein „Vertrauen erwecken“ erlebte ich allerdings reichlich  Katastrophales.

Unser Bezirksbürgermeister war gut vorbereitet, hatte Notizen auf Karteikärtchen dabei, seine Gedanken formulierte er in klaren geraden Sätzen, gab jeweils eine nachvollziehbare (und zumindest im Prinzip falsifizierbare) Begründung, warum er auf diesem Weg jenes Ziel erreichen möchte, welche Schwächen auch hinsichtlich der Allgemeinverträglichkeit mögliche Alternativen hätten, gab an, was schon unternommen wurde und welche nächsten Maßnahmen nun anstehen. Der Mann strahlt Tatkraft aus, das hatte durchaus Klasse, solche Leute habe ich gern im Team.

Mit einigem Abstand folgte der Spitzenkandidat der 2. großen alten Volkspartei. Er hatte auch Ideen, Pläne und Faktenwissen, war aber sichtbar schlechter vorbereitet und brachte einfach weniger Teamleiter-Qualität ˋrüber.

Die Darbietungen von Grünen, BiBS und Linken empfand ich als bedrückend, oft Anlass zum Fremdschämen. Offensichtlich schlecht oder gar unvorbereitet sprachen sie, oft mit wirren verhaspelten Sätzen, eher allgemeine Wünsche denn konkrete Pläne in den Saal: … Straßenbeleuchtung verbessern …, mehr Restaurants wären schön, vielleicht ein Grieche — oder ein Chinese, … . Das blieb doch alles sehr im Ungefähren. Jemand, der von mir gewählt werden will, müsste so etwas vorstellen wie „Seit der goldene Hirsch dicht gemacht hat haben wir nicht ein einziges familientaugliches Restaurant mehr in der Weststadt. Ich habe schon mal nach Standorten gesucht, notfalls ginge mit eingen Umbauten der leerstehende ehemalige Knopfladen im EKZ Elbestraße. Ich kläre aber gerade mit der Wohnbau Alternativen, die dem der Wirt vom Akropolis, der Ende nächsten Jahres aus seinem gepachteten Restaurant ˊraus muss und deshalb Interesse an einem neuen Lokal hat, besser gefallen würden. Zur Debatte stehen derzeit Neckarstraße 23 und Saalestraße 25. Ein wenig Bedenken habe ich hinsichtlich eines Griechen  wegen unserer vielen Bewohner mit russischem Migrationshintergrund. Mir liegt eine Statistik aus Krasnojarsk vor, dort konnte sich in den letzten 10 Jahren keins der 4 eröffneten griechischen Restaurants länger als 2 Jahre halten, während es dort in der Stadt bereits 6 Chinesische Restaurants gibt.“. … und … so … weiter. Oder so ähnlich.  Und wer das nicht aus den Stehgreif kann (was ja auch nicht jedem gegeben ist und auch nicht heißt, dass die/der ohne Publikum vor der Nase nicht doch auch etwas zuwege bringen kann) liest halt im wesentlichen vorbereitete Statements vom Blatt ab, statt etwas zurecht zu stammeln. Die Themen waren doch schon lange bekannt, da muss sich doch ein zur Partei passender „Knüller“ finden und vorbereiten lassen. 

Selbst wenn die Parteien der 3 letztgenannten Spitzenkandidaten tolle Knüller in Planung hätten (erzählt haben sie von keinem), ich würde sie nicht wählen, weil ich den Kandidaten nicht zutraue, Pläne umzusetzen.

Und so hat der Abend für mich wichtige Erkenntnisse gebracht, die ich bei der Briefwahl auch schon umgesetzt habe.

Und nicht vergessen:

Am Sonntag wählen gehen!

 

 

Wer sogar dazu zu träge (physisch und geistig)  ist, darf hinterher auch nicht meckern!

 


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Kommunalwahl in Braunschweig

Nachdem ich mich im Frühjahr endlich aufgerafft hatte, auch mal einen praktischen Demokratiebeitrag zu leisten, erhielt ich gestern  meine „Einberufung“ als Wahlvorstand für die Kommunalwahl (in Braunschweig) am 11. September 2016. Jetzt warte ich dauernd auf Radiodurchsage „Schwarzer Panther“ oder ähnliches — wer während des Kalten Krieges Reservist war weiß Bescheid.

Ich habe mir mal die Kandidatenlisten angesehen und kann das Lamento über ein Übergewicht der Rentner bei politischen Entscheidungen nicht nachvollziehen — es stehen doch fast genau so viele Pensionäre zur Wahl.

Hoffentlich üben in „meinem“ Wahlbezirk alle fleißig, damit wir nicht zu viel Zeit mit ungültigen Wahlzetteln verplempern.