RainerSeiner

Privates von Rainer B.

Himmelfahrts-Ancampen 2017 – Tag 2

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Martina fand das lustig

Gans komischer Vogel

Donnerstag, 25.05.2017

Aufstehen, Frühstücken, um Kraft für die geplante Bootstour zu tanken. Zum Brötchen-Holen 2 Orte weiter waren wir zu bequem, also gab es mitgebrachtes Brot aus Martinas Hobbybäckerei. Martina wollte sich über eine Marmelade mit Luftblase über dem Boden schier kaputtlachen.

Eigentlich wollte ich möglichst früh los, um bei der „Wienhäuser-Mülenkanal-Rundtour“, die ich bei gpsies.com gefunden hatte, nicht zu sehr in der Sonne zu braten. Aber mit etwas trödeln hier und etwas trödeln da war es bald 10:00 Uhr und Tina & Carsten kamen — so früh hatten wir gar nicht mit ihnen gerechnet.

Ich schaute ihnen noch kurz beim Zeltaufbau zu, dann startete ich meine Tour. Die Strömung unterstützte die Fahrt nur mäßig (vielleicht 1 km/h Strömungsgeschwindigkeit), für einen Oker-verwöhnten Paddler wie mich ist die Aller auch in diesem Bereich landschaftlich eher langweilig. Bald erreichte ich das erste Wehr beim Kanu-Club Flotwedel. Dort herrschte schon mächtig „Vatertagsstimmung“ mit angetrunkenen Kanuten – unschön. Ich peilte kurz die Lage am Wehr, fand den Abfall oben am Sohlabsturz ganz eindrucksvoll, entschied mich trotzdem zu fahren statt zu umtragen. Dabei stellte ich mich an als wäre das meine erste Bootsgassenfahrt, ditschte mal links und mal rechts an die Begrenzung, Boot stellte sich etwas quer — mannomann, das sah sicher unsouverän aus. Passiert ist mir zwar nichts, ich falle ja nie aus dem Boot, aber ärgerlich fand ich das trotzdem.

Von oben und unten wurde Benutzung der Bootsrampe (was ich zunächst mit Bootsgasse verwechselt hatte) empfohlen, Bootsgasse scheint den örtlichen Behörden zu gefährlich?
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Lieber bootsrampe als Bootsgasse?

Pause zum sondieren

Bootsgasse

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Bootsgasse von unten

Wehr von unten

Wehr aus der Ferne …

… mit Paddlern, die mir später noch mal begegneten

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Man sieht hinter den Wehren Kilometer-lang Schaumkrönchen auf dem Wasser, was da wohl im Wasser gelöst ist, was lieber nicht drin sein sollte?

Weiterfahrt durch wenig aufregende Landschaft, ich tat mich mit Deutung der Karte schwer, da eine wesentliche Stelle der Route auf meinem Kartenausedruck von der Sucheingabe verdeckt war, so dass mir die Karte einen falschen Eindruck vermittelte — ich fuhr erst mal am Abzweig des Wienhausener Mühlenkanals vorbei. An der nächsten Brücke wurde, gerade als ich dort ankam, ein großer Canadier für das Einsetzen vorbereitet, ein Einheimischer konnte mir sagen, dass ich ein Stückchen zum Mühlenkanal-Abzweig zurück musste, was mir ein peinliches Ortsschild-Angucken ersparte. Ich wurde von allen sehr dafür bedauert, ein Stück Aller-aufwärts gegen die Strömung paddeln zu müssen, das war aber nicht allzu anstrengend.

Einstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs – kurze Brotzeit!

Ausstieg unterhalb des unteren Kanalwehrs

Die Abfahrt des Mülenkanal ist eigentlich leicht am linken Allerufer zu finden, das Kanalufer ist von hohen Bäumen gesäumt, das  Ufer mit Holzpflöcken und Brettern befestigt. Die Gegenströmung hier war heftig, im engen Bachbett gibt es wenig Möglichkeiten zu „tricksen“. Nach wenigen hundert Metern erreichte ich ein Wehr (Umtragung!). Ab da  war die Gegenströmung wesentlich geringer, nahm aber erwartungsgemäß bis zur Aller allmählich wieder zu. Die bei gpsies.com vorgestellte Fahrt im Uhrzeigersinn hat zwar den Nachteil, dass Aller-aufwärts keine der Bootsgassen genutzt werden kann, ist insgesamt aber sicherlich deutlich weniger anstrengend.

Links abbiegen? Oder geht es geradeaus weiter?

Während der weiteren Fahrt lockten mehrere Seitenarme nach links, der Richtungspfeil zum nächsten gespeicherten Wegpunkt auf meinem Tracker zeigte auch stets in halblinke Richtung. Aber aus keinem dieser Abzweige kam eine nennenswerte Strömung, was sie als mehr oder weniger „tote“ Seitenarme entlarvte. Flussaufwärts ist es aber nicht immer auf den ersten Blick klar, in welche Richtung es weiter geht; an der Stelle auf dem Bild: hinter dem Asperr-Baumstamm geht’s weiter, man kommt rechts vorbei!

Die Mittagssonne schien inzwischen kräftig, mir wurde beim Paddeln gegen die Strömung ganz schön warm. Mir kamen ausschließlich Boote entgegen, auch eine Paddlertruppe, die mir bereits am Wehr (siehe oben) begegnet war.

Gegen Ende des Mühlenkanals sah ich links am Lütersweg viele sehr schön gelegene Häuser, bei einigen hätte ich beim gerade stattfindenden Mittagsgrillen mal nach einer Stärkungs-Bratwurst fragen können, in einem stand ein Strauch mit ganz unwirklich leuchtend-orangen Blüten.

Am oberen Wehr des Kanals stand am Uferweg ein verlassener Kajak mit wenigen zig leeren Bierflaschen darin, aus einem Radio im Boot tönte Bruce Springsteen, Titel habe ich vergessen. Beim Ausstieg unterhalb hatte ich mit den vom langen Sitzen etwas tauben Beinen versehentlich meine 2. Wasserflasche in den Kanal getreten, sie war sofort außer Reichweite, ich sprang nicht hinterher, um sie (für mich) zu retten.

Kurz nach dem Wehr die Aller, dann auch schon das nächste Wehr. Dort etliche zig stark angetrunkene grölende Bootsfahrer und Zuschauer — wieder unschön. Die Bootsgassen-Abfahrt wirkte noch etwas schneller als beim ersten Aller-Wehr, nach meiner wenig überzeugenden Vorstellung am Anfang der Fahrt und mit meinem Sonneneinstrahlungs-bedingt (Schirmmütze vergessen!) etwas bräsigen Kopf beschloss ich, das Wehr zu umtragen. Unterhalb des Wehrs Riesen-Stau, am Steg warteten sicherlich je 5 Boote auf Ausstiegs- oder Einsetzmöglichkeit, Tendenz zunehmend, dabei auch viele lange Ruderboote und große Canadier — das dauert. Da ich keine ¾ Stunde im Stau feststecken wollte beschloss ich, an einer etwa Hüft-hohen Wand am Wehr, wo ich ruhige Strömung gefunden hatte, ins Boot zu hüpfen. Die schnell wachsende Zahl von Zuschauern auf der Straßenbrücke habe ich wohl enttäuscht, ich fiel nicht in’s Wasser.

Die restlichen 2 Kilometer bis zum Zeltplatz waren schnell geschafft, nach dem Ausstieg gönnte ich mir ein schön kühles Vatertagsbierchen, und bald gab es für jeden 1-2 Imbisswürstchen vom Vortag. Hier der GPX-Track zur Rundfahrt.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Dösen im Schatten, Um-Die-Ecke-Denken, Abendessen-Grillen, Relegationsfußballspiellauschen, stillem Verdauen. Da mein Fleece — einzig warmes Kleidungsstück — am ersten Wehr ordentlich nass geworden war, hatte ich zu wenig warmes zum Anziehen und fror etwas.

In der stockfinsteren Nacht (auch die Campingplatz-Wegebeleuchtung wird irgendwann abgeschaltet) sah ich einen phantastischen Sternhimmel.

 


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Autor: rrbd

Freelancer, Engineer, Camper, Canoeist

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