RainerSeiner

Privates von Rainer B.

Harz-Rundwanderung bei Bad Suderode

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Am vorigen Sonntag nach langer Pause endlich mal wieder eine Wanderung, wegen schlechter Wetterprognose kurzfristig von Samstag auf Sonntag verschoben, was aber fast allen eigentlich sowieso viel besser passte 🙂

Dabei waren Moni, Arunulf, Katrin, Irene, ich, „hufnagsi“ — Deti war wegen Abijubiläum verhindert.

In einem Anfall von Übermut beschloss ich, mit dem Fahrrad zum Treffpunkt bei Irene zu fahren, wo wir fast genau pünktlich los kamen, da ich die Zeit, die Kartenkopie vom Drucker einzupacken, eingespart hatte.

Eine Vollsperrung des Harz-Highways bei Schladen warf uns etwas zurück, so dass ich Moni und Arnulf, die zwecks Stressvermeidung schon am Vortag nach Bad Suderode angereist waren, sicherheitshalber wegen möglicher Verspätung vorwarnte. Katrin bereitete uns schon mal auf ungewöhnliche Getränke, die wir unterwegs sehen würden, vor.

supergoogleLästiger waren dann Umleitungen nach Ende der BAB. Irene schien der von mir vorgeschlagenen Problembewältigung „…  immer Richtung Thale, ab da habe ich Karte“ nicht recht zu trauen, rief lieber ihre smarte Superfreundin GOOGLE herbei und beauftragte sie mit der weiteren Navigation — o tempora, o mores! Die hatte die Gegend gut im Kopf, allerdings reagiert sie laut Irenes Warnung zickig auf Berührungen während der Arbeit und hat auch einige Besonderheiten bei der Zählung von Kreisverkehrausfahrten, aber zusammen fanden wir dann Bad Suderode recht problemlos — Moni und Arnulf erwarteten uns schon auf dem Parkplatz am Kurzentrum.

Wildschweine?!

Wildschweine?!

Schnell in die Wanderklamotten geschlüpft, und schon ging es los, an der Calziumquelle  (die,  obwohl unterhalb eines Trinkwassersammelgebietes gelegen, gar kein Trinkwasser liefert) vorbei und über eine von Wildschweinen brachial umgepflügte Wiese (wenn ich überlege, was unsere „Gärtner“ im Haus immer über eine Kaninchenhöhle im Rasen jammern …) zur Ruine Stecklenburg.

Bild aus Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei

Bild aus Wikipedia, Lizenz: Gemeinfrei

Von der malerischen Ruine aus hatten wir einen weiten Blick in das Harzvorland.

Nach der Rast ging es weiter zur Burgruine Lauenburg, wir bewunderten eine große alte Linde, deren gewaltige Wurzel sich in das Mauerwerk verkrallt haben und eine Art Torbogen bilden – unglaublich! Wir legten eine kurze Picknickpause ein, unterhielten uns über das Feueranzünden ohne Feuerzeug und anderes, dann ging es Weiter Zur Vorburg. Von der Aussichtsplattform hatten wir trotz nicht ganz optimaler Luft-Klarheit einen beeindruckenden Blick in die Ferne. Ich verglich die Angaben auf der Metallplatte mit GPS-Daten.

Auf der weiteren Wanderung kämpften wir immer wieder mit den eigenwilligen Wege-Ausschilderungen: Wege kamen aus dem  Nichts, führten aber irgendwo hin, Richtungspfeile zeigten irgendwohin, nur nicht dahin, wo auch ein Weg ging, … . Außerdem war die Übereinstimmung zwischen Karte, Wanderführer und Realität oft nicht ganz optimal 😉

Aussicht pur!

Aussicht pur!

Bei immer besser werdendem Wetter mit phantastischem Licht-Spiel im Herbstlaub kamen wir aber trotzdem voran. Gelegentlich machte ich Moni auf imaginäre Pilze am Wegrand aufmerksam, um ihre Schrittgeschwindigkeit etwas zu bremsen. Am Anhaltinischen Saalstein legten wir wieder eine etwas längere Pause ein, genossen die Aussicht in die tiefe Schlucht und auf die Wand gegenüber mit dem Preußischen Saalstein. Ich erntete einige verwunderte Blicke, als ich 2 herumliegende Bierflaschen einsammelte („Pfandflaschensammler?“), dabei war diese Müllaufsammlung doch nur meine Gute Tat des Tages.

Wie aus dem Märchenbuch

Wie aus dem Märchenbuch

Ansonsten:

  • Moni und Katrin waren ganz hibbelich beim Gedanken an mögliche Speisepilzfunde, Pilzsammler, die uns entgegen kamen, hatten aber schon die Wegränder leergesammelt. immerhin gab es viele prächtige Fliegenpilze „wie gemalt“.
  • Ein Stück des Weges gingen wir über federnden Wanderweg mit orthopädisch empfehlenswertem gelenkschonenden Moosbewuchs.
  • Google war dort im Gelände wenig hilfreich, zeigte unser verlorenes Grüppchen aufeinem Weg in grauem konturlosen Nirgendwo.

„unsere“ Eiche (mit Vogelhäuschen)

Auf dem weiteren („Grenz-„) Weg verpasste ich die Gelegenheit, endlich mal bewusst eine  Richtige Esche bewusst zu sehen, und der Traubeneichenwald hätte mich auch interessiert, ich weiß immer noch nicht, ob wir im Garten nun eine Stieleiche oder eine Traubeneiche oder eine Ganzandereeiche stehen haben. Na, nächstes mal. Wir mieden allzu steile Abstiege (Rodelbahn) und kamen nach genau 18 km (Durchschnittsgeschwindigkeit über Gesamtstrecke: 3 km/h) wieder am Parkplatz an — hier der GPS-Track zur Tour.

Nach Schuhwechsel fuhren wir noch zum Felsenkeller, wo wir je nach weiterer Tagesplanung einen kleinen Snack oder einen Hirschbraten mit Vorsuppe zur Stärkung aßen. Das Essen war zumindest teilweise wirklich erwähnenswert gut, der Charme des Kellners allerdings etwas gewöhnungsbedürftig.

Anschließend ging es heim, merkwürdiger Weise war in der Gegenrichtung bei Schladen keine Autobahnvollsperrung (mehr?), was Irene und mich etwas verwirrte — wir hatten angesichts des zäh fließenden Verkehrs vor uns extra eine Abfahrt vor der erwarteten Zwangsabfahrt die Autobahn verlassen, waren dann so vertieft in die Erwartung massenhafter Autobahnabfahrer, dass wir unbemerkt die letzte Rückkehrmöglichkeit auf die A395 verpassten und über die Dörfer nach Hause zuckeln mussten. Bei Ohrum erinnerte ich mich an die lange zurückliegende, für Irene sehr feuchte Kanutour von Schladen nach Wolfenbüttel.

In Wolfenbüttel zwang uns dann die gesperrte Ortsdurchfahrt doch noch auf die Autobahn, das ist eine ganz schöne Extraschleife!

Irene ersparte mir freundlicher Weise, meine Pfandflaschen (siehe oben) noch bis nach hause mitzuschleppen. Vom wegen der lahmen Beine sehr mühsamen Aufsteigen (hoffentlich hat niemand die schwierige Geburt beobachtet) abgesehen war die Fahrradrückfahrt nach dem langen Sitzen ganz angenehm.Martina hielt einen großen Topf Sauerkraut mit Kassler für meine Lebensgeister bereit.

Harz ist immer (und war auch dieses mal) toll, vielleicht finden wir für die nächste Wanderung aber auch mal wieder etwas näher gelegenes?

Persönliche Bekannte wissen, wo es mehr Bilder (mit Gesichtern drauf) gibt.

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Autor: rrbd

Freelancer, Engineer, Camper, Canoeist

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