RainerSeiner

Privates von Rainer B.

Paddeltour auf der Oker von Braunschweig zum Mittellandkanal

3 Kommentare

Sonntag war das Wetter zu schlecht, also habe ich kurz entschlossen meine (eher kleiner) geplante Fahrt auf Montag verschoben.

Mit dem Boot und Zubehör stiefelte ich morgens kurz nah halb 7 zum Donauknoten, wo um 06:51 meine Straßenbahnlinie 3 abfuhr, die mich direkt zum geplanten Einstieg am Botanischen Garten. Vorher folgte ich der spontanen Idee, mal zu schauen, ob man auch von dieser Seite zum öffentlich zugänglichen Steg hinter dem neuen Teil des Botanischen Gartens kommt. Ich fühlte mich mit meinem Boot unterm Arm etwas in Loriots Urlaubsparadies versetzt, jedenfalls ist von der Seite offenbar kein Durchkommen.

Also zum linken Ufer, keine 100m südlich der Straße gibt es eine Treppe hinunter zur Oker. Der Twist war schnell aufgepumpt, und für das kleine Bot ist der Einstieg über die Treppe ideal, mit einem langen Boot könnte es aufgrund der Enge und Steilheit der Treppe schwierig sein.

Und schon war ich unterwegs, bis zur Wendenwehr-Umtragung (vor der Brücke stand eine Lichtparcours-Installation) ist es nicht weit (ein Eichhörnchen sah mir beim Aussteigen zu, verlor aber schnell das Interesse), und ab Neustadtring gab’s dann auch eine nennenswerte Strömung mit ca. 1 km/h), die mich beim Paddeln unterstützte. Kurz vor dem Heizkraftwerk sah ich dann der HMS Okerwelle (Herrvorragendes Mäh-Schiff) bei der Arbeit zu. Eine ganze Menge Mähgut wird nicht aufgesammelt, sondern schwimmt weg, die riesenlangen „Grashalme“ (was immer das nun genau ist) verfingen sich dauernd im Paddel. Hier irgendwo sah ich Brückenbauarbeiten, über die Schwierigkeiten dabei wurde bei der heimatkundlichen Radtour viel berichtet. Und endlich waren auch mal Entenmütter mit Kindern unterwegs.

Am Wehr am Ölper See hielt ich kurz, um „Gras“ von der Finne streifen — war aber nix.

Hinter dem Ölper See wurde die Strömung noch etwas schneller (2 … 3 km/h) und unterstützte mich noch besser. Die Landschaft auf diesem Abschnitt begeistert mich immer wieder. Unterwegs sah ich einen Tierfotografen (für einen Privatdetektiv wäre die Tarnung doch etwas einfältig gewesen), 1/2 km später endlich auch mal wieder einen Eisvogel, dann einen Fasan, viele sonstige Vögel von Schwalben über Raubwürger (bin nicht ganz sicher), Mäusebussard, usw. zum Rotmilan. Ich glaube, ich sah keinen einzigen Fisch :-/

Anders als beim letzten Mal kam ich glatt und ohne Umtragung durch, an wenigen Stellen muss man sich ganz am rechten Ufer entlang quetschen, und es gab auch 2 Fast-Vollsperrungen mit recht kahlen Baumstämmen, durch die sich mit dem wendigen Twist aber leicht eine Durchfahrt fand. Wenn allerdings das Treibgut, das  vor der Veltenhöfer Brücke hing, bis dort hin gelang wäre, wäre eine Durchfahrt womöglich unmöglich gewesen — Glück gehabt!

Unterwegs bekam ich einen Anruf, und der Klingelton (Nokia Rooster) erinnerte mich an eine alte Kanuten-Wetter-Weisheit, die eventuell dem einen oder anderen noch nützlich sein könnte:

Wenn der Hahn kräht auf dem Twist,
wird das Wetter anders
oder es bleibt, wie’s ist.

Die Zeit verging wie im Fluge, und nach für meine Verhältnisse tatsächlich kurzer Fahrt (nur gut 3h) für die recht genau 15km lange Paddeltour war  ich am Ziel der Fahrt, dem Ausstieg am Okerdüker (Mittellandkanal).

Leider bekommt man den „alten“ Twist (ohne Gummierung)  in akzeptabler Zeit nicht richtig trocken (und die Sonne machte gerade auch Pause), so ließ ich nur das gröbste ablaufen und packte das Boot wieder zusammen — Resttrocknung auf dem Trockenboden. Und ich bin wieder auf den tückischen Boden an der Ausstiegsrampe ‚reingefallen. Paar Sachen hoch zum Weg gebracht, zurück zum Boot, Knie-hohe Mauer kurz vor dem Steg ‚runtergehüpft, der Boden ist schlammig und zum Fluss hin leicht abschüssig, ich rutsche, aaahhhhh — gut, dass da noch eine 10 cm hohe Mini-Reling ist, über die man aber auch leicht mal hinweg-purzeln könnte.

Dass Boot ist schnell verpackt, knapp 1 km Fußmarsch zur Bushaltestelle, an Werktagen hat man alle paar Minuten eine passende Abfahrt (für mich die 416 zum Friedrich-Wilhelm-Platz, die 5 fuhr mir dort gerade vor der Nase weg, also wenige Minuten später mit der StraBa 3 nach Hause).

Das — war — Spitze!

GPX-Track zur Tour

 

 

 

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Autor: rrbd

Freelancer, Engineer, Camper, Canoeist

3 Kommentare zu “Paddeltour auf der Oker von Braunschweig zum Mittellandkanal

  1. Hallo Rainer,
    Ich lese deine Berichte über die Bootstouren echt gern, freue mich jedes mal wenn du wieder berichtest.

    Derzeit trage ich mich mit der Überlegung sich ein Boot haben zu wollen. Ich habe allerdings etwas Angst dass ein Luftboot doch zu schnell kaputt geht. Badeboote scheiden ja von vorn herein schon aus……

    Mir gefällt einfach das schnelle verstauen und einfache Transportieren im gegensatz zu einem festen Boot……

    VG aus dem Neandertal, Edgar

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    • Hallo, ganz klar, ein festes Boot hat eine unvergleichlich bessere Unmepfindlichkeit als so ein Luft-Kajak. Wenn ich andere Kajaker „mit Anlauf“über Baumstämme, schwellen, sonst etwas schrapeln sehe, mit so einem Twist bekomme ich nicht das notwendige Tempo, und ich hätte doch auch Angst um die Haut. Aber in den vielen Jahren, die ich nun schon erst mit dem Junior und nun mit dem Twist unterwegs bin, musste ich schon oft durch zu flache Stellen über das Ufer geschrappt, in unsichtbare spitze Äste gefahren, und das einzige Leck habe ich mir beim Junior mal durch eigene Dusseligkeit mit einem Spitzen Draht im Boden geholt (Der Flicken im Boden). Aber man muss halt auch etwas Glück haben, eine Scherbe im Kies oder etwas ähnliches, und „die Luft ist ‚raus“. Und ein Schwager hatte auch mal lange freude an einem Sevylor-Kajak (Tahiti, wenn ich mich recht erinnere), der dann aber natürlich noch mal eine ganze Ecke empfindlicher ist.

      Falls Du einen Twist in Erwägung ziehst musst Du an die mäßige Stromlinienform und den auch mit Finne miserablen Geradeauslauf denken, das ist bei anderen (auch Gummi-) Booten besser, dafür hat man mehr zu schleppen, ist immer alles ein Kompromiss, wie bei Mofaurlauben 🙂

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  2. Hallo, vielen Dank für deine Antwort. Ich werde wohl noch etwas überlegen und mich dann entscheiden. Es ist ja jetzt auch nicht so, das man nicht flicken könnte. Allerdings bin ich mit einem Festrupf auch immer auf das Auto angewiesen, was praktisch Anfangs und Endpunkt am selben Platz Bedingt. Kajak Im Bus ist schon irgendwie uncool.

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