RainerSeiner

Privates von Rainer B.

Harzwanderung Oderteich

Ein Kommentar

Als ich Freitag Abend gerade mit Irene verabreden wollte, wann sie mich wo an einer Bushaltestelle aufsammeln könnte, bekam ich von ihr eine Email, sie wolle mich Samstag um 09:00 Uhr … nein 08:45 Uhr abholen – auch gut.

Neue Schnürsenkel

Neue Schnürsenkel

Pünktlich holte mich Irene mit reichlich Zeitreserve ab. Auf der A395 sahen wir einen einsamen Baggerfahrer bei schönstem Sonnenschein auf einer ansonsten menschenleeren Autobahnbaustelle Erde über längere Strecken umherschaufeln. Irene war sich zwar recht sicher, die Route zum Oderteich im Harz hinreichend genau im Kopf zu haben, für den Notfall schaute ich aber doch noch mal nach einer Karte. Fand keine, aber im Handschuhfach des ehemaligen Autos ihrer Mutter ein Blechdöschen mit 2 Kreidestückchen (gelb und weiß), Ersatzsicherungen für Autos 2 Generationen früher, sonst noch einigen Kleinkram und ein Autofahrer-Ratgeber-Heftchen, das Irenes Mutter vermutlich von der Fahrschule zum bestandenen Führerschein geschenkt bekommen hat.

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Keine Einkehr

Auf dem Oderteichparkplatz, den wir 22 Minuten vor der Zeit erreichten, warteten schon Deti und Katrin auf uns — schon fast in den Wolken. Beinahe Minutengenau um 10:00 kamen dann auch Moni und Arnulf dazu, schneller Schuhwechsel (ich erstmals seit 30 Jahren oder wie lange ich die nun schon habe mit neuen Schnürsenkeln — glaube ich), und los ging es (Arnulf erschien lange Unterhose doch sicherer). 100 m später gleich schlechte Nachrichten — Mittags-Einkehr Rehberghaus  hatte Betriebsferien – also kurz entschlossen auf die Alternativroute umgeschwenkt.

Am Oderteich zeigte sich mal wieder, dass die Tourismusfritzen immer maßlos übertreiben, wir fanden nur ein Schlammloch vor – keinen Teich.

Der Weg nach Torfhaus war (wie später noch öfters) sehr wurzelig und moorig, mit vielerlei Brettern, Brückchen, Knüppeldämmen und sonstigen „Gehhilfen“ ausgestattet, das nimmt Tempo aus der Wanderung und macht mir Spaß. Der Nadelwald ist über weite Strecken mit hohem Anteil an abgestorbenen Bäumen in einem recht trostlosen Zustand,  unterwegs gab es noch einen kleinen Hagelschauer, und ich sah einen Gänseschwarm grob in Richtung Torfhaus fliegen – schon knapp in den Wolken. Kurz vor Torfhaus konnten wir unter den Wolken durch einen Blick in’s Harzvorland werfen – dort offenbar strahlender Sonnenschein.

Wurzelige Wege

Wurzelige Wege

Torfhaus ist ja eigentlich fast nur noch Nepp- Remmidemmi („Bavaria-Alm“ – sonst fällt denen wohl nix ein?!), unser Mittagsgasthaus war dann aber trotz Eingangs-Musikgedröhn ganz annehmbar gemütlich, mit echtem Kaminfeuer und rustikalem Interieur.

Ehe wir in der Wärme zu träge wurden oder Katrin ihren Schal mit Kartoffelsalatsauce vollends ruiniert ging’s weiter auf dem Rundweg, Goetheweg entlang des Abbegrabens. Wir bewunderten die wasserbaulichen Feinheiten, hätte ich dieses Mal wieder allerlei Werkzeug mit dabei gehabt hätten wir vielleicht sogar ein wenig eingegriffen. Arnulf sah „eine kleine Maus, die schnell über den Boden des Baches lief“ — womöglich eine Wasserspitzmaus? Würde ich gern auch mal sehen, als ich da war, hatte sich die Kleine schon versteckt.

Unterwegs philosophierten (unter anderem)  wir über die Frage, warum nur im Wald immer so prächtiges Moos wächst, daheim auf dem Rasen aber nur  Kröpelmoos, das zu nichts anderem taugt als die übrige Vegetation zu ersticken.  Deti und ich testeten stichprobenartig bei unterschiedlichen Gelegenheiten, wie viel Schlamm beziehungsweise Wasser von oben in einen untergetauchten Wanderschuh eindringen kann. UnwetterwarnungAm Sonntag wären natürlich noch ganz andere Tests möglich gewesen. Dann Teepause an einer verschlossenen Schutzhütte ohne Abfalleimer, an der ich

  • für meine Möbel-Homann -Sitzunterlage beneidet wurde
  • beim Hantieren im Rucksack wohl versehentlich auf die GPS-Tracker-Pausentaste drückte, so dass ich den Rest der Route aus dem Gedächtnis (und Irenes Buchtipp)  ergänzen musste.
Kranker Wald

Kranker Wald

Auf dem weiteren Weg bis Oderbrück sahen wir noch die Hopfensäcke-Klippe, hörten eine Stromleitung im Wind brummen, sahen nicht den immer wieder ausgeschilderten Dreieckigen Pfahl, mussten uns dann doch gegen plötzlich recht lästig werdenden Regen wappnen; der hielt aber nicht lange an. Nicht mehr allzu fern vom Parkplatz mussten wir dann noch einmal einen quer über den Weg liegenden Baumstamm überklettern — diese mal blieb ich mit der Jacke an einem spitzen Ast hängen und riss mir ein Loch in die Jacke.

Dann war es auch schon nicht mehr weit bis zum Parkplatz, wo wir Schuhe-ausziehend und Tee-trinkend darüber nachdachten, ob wir wirklich, wie mein Tracker behauptete, nur 10 km gewandert sein sollten. Obwohl ich tatsächlich das Gefühl hatte, eine deutlich weniger anstrengende Wanderung als sonst hinter mir zu haben, war das natürlich falsch, siehe oben! Mit ergänzter Wegstrecke sind die Trackerspuren  zusammen14,3 km lang, die tatsächliche Wegstrecke ist erfahrungsgemäß ca 10 % länger, da der Tracker allerlei kleinere Windungen unterschlägt. Die Tour hatte tatsächlich die moderatesten Steigungen seit langem, als mich Irene vor der Haustür absetzte kam aber doch schon ein kleiner Muskelkater auf.

Mehr Bilder im privaten Blog.

War schön, fehlenden Sonnenschein haben wir kaum bemerkt! Wann machen wir wo unsere Winterwanderung?

Für nächstes Jahr haben wir schon mal grob eine Frauenschuhblüten-Wanderung und doch mal eine Ithkamm-Begehung mit einer

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Autor: rrbd

Freelancer, Engineer, Camper, Canoeist

Ein Kommentar zu “Harzwanderung Oderteich

  1. Pingback: Mal wieder wandern …. | RainerSeiner

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